Eingemeindung

Heimatverein will die „Aktion Bürgerwille“ dokumentieren

Nach Bekanntwerden der Pläne zur Eingemeindung Wattenscheids wehrte sich die Stadt von 1972 bis 1974 mit vielen Aktionen gegen die Zugehörigkeit zu Bochum. Am 30. Mai 1973 versammelten sich über 4500 Menschen vor dem Wattenscheider Rathaus und protestierten gegen die drohende Eingemeindung.

Nach Bekanntwerden der Pläne zur Eingemeindung Wattenscheids wehrte sich die Stadt von 1972 bis 1974 mit vielen Aktionen gegen die Zugehörigkeit zu Bochum. Am 30. Mai 1973 versammelten sich über 4500 Menschen vor dem Wattenscheider Rathaus und protestierten gegen die drohende Eingemeindung.

Foto: Alfred Winter / Stadtarchiv Bochum

Wattenscheid.  Heimat- und Bürgerverein Wattenscheid sucht Material aus der Zeit des Volksbegehrens gegen die Eingemeindung. Das Ruhr Museum zeigt eine Schau.

Die Eingemeindung der ehemaligen Stadt Wattenscheid ist gelaufen, ist Geschichte – aber längst nicht vergessen. So mancher Wattenscheider wünscht sich heute noch die alten Zeiten zurück. Die „Aktion Bürgerwille“, das erste Volksbegehren im Land Nordrhein-Westfalen, soll noch einmal dargestellt werden – und zwar im Rahmen einer Sonderausstellung, die das Ruhr Museum, ansässig auf der Zeche Zollverein, am 30. März 2020 unter dem Motto „100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole“ zeigt.

Das Ruhr Museum hat dazu auch Kontakt zum Stadtarchiv Bochum aufgenommen und dieses wiederum zu Rudolf Wantoch (80) und Jost Benfer (77) vom Heimat- und Bürgerverein Wattenscheid (HBV). Beide haben die Zeit des Volksbegehrens Anfang bis Mitte der 70er Jahre in bester Erinnerung.

„Wir wollen die Ausstellung im Ruhr Museum mit vielen Dokumenten, Fotos oder Katalogen bestücken“, sind sich die bekennenden Wattenscheider einig. Jost Benfer: „Wenn man solch ein Podium bekommt, muss man es nutzen.“

Mit Hilfe der WAZ wenden sie sich jetzt an alle Bürger und bitten um Material aus der Zeit der Eingemeindung. Gefragt und gesucht sind etwa private Bilder und Fotos, die nicht in der Zeitung abgedruckt worden sind, Briefe, Dokumente aller Art, die die „Aktion Bürgerwille“ aufzeigen.

Umfassende Schau präsentieren

Benfer: „Alle Materialien, die uns zur Verfügung gestellt werden, bekommen die Besitzer natürlich unbeschadet zurück. Wir hätten sie gerne als Leihgabe für die Ausstellung.“ Interessant wären auch Aufzeichnungen wie Interviews oder Tonaufnahmen. Einige Unterlagen haben Benfer und Jost schon gesammelt, aber sie möchten ein umfassende Schau präsentieren.

„100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole“

Die Sonderausstellung im Ruhr Museum, die bis zum 25. Februar 2021 läuft, präsentiert das Revier, den größten Ballungsraum Deutschlands. Der Grundstein wurde im Mai 1920 mit dem Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk gelegt. Die Schau zeigt Bereiche wie Infrastruktur und Mobilität, Kulturleben und Architektur und die sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse auf.

Bürger, die Dokumentationsmaterial beitragen wollen, melden sich bei Rudolf Wantoch unter Telefon: 02327/ 20 500 oder per E-Mail unter wantoch_rudolf@arcor.de

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