Kirche ökumenisch

Günnigfelder Gemeinden bestärken ökumenische Partnerschaft

Pastor Elmar Linzner (links, Herz Maria) und Pfarrer Christian Meier (Evangelische Kirchengemeinde Wattenscheid) feiern mit ihren Gemeinden in der Günnigfelder Christuskirche die ökumenische Partnerschaft.

Foto: Gero Helm

Pastor Elmar Linzner (links, Herz Maria) und Pfarrer Christian Meier (Evangelische Kirchengemeinde Wattenscheid) feiern mit ihren Gemeinden in der Günnigfelder Christuskirche die ökumenische Partnerschaft. Foto: Gero Helm

Wattenscheid.   Evangelische und katholische Gemeinde rücken noch enger zusammen. Partnerschaft wird im gemeinsamen Gottesdienst offiziell unterzeichnet.

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„Es ist kein Beginn, sondern das Sichern des Erreichten.“ So beschreibt Pastor Elmar Linzner von der katholischen Gemeinde Herz Mariä Gemeinde die bevorstehende Unterzeichnung einer ökumenischen Partnerschaft. Mit der evangelischen Kirchengemeinde in Günnigfeld besteht seit der Gründung des Familientisches im Wichernhaus vor fünf Jahren eine enge Kooperation.

Zusammenarbeit begann mit Familientisch

Diese wird nun offiziell festgeschrieben und soll beide Konfessionen noch näher zusammenrücken und sichtbarer zu einer Einheit werden lassen. „Günnigfeld ist ein besonderer Ort mit dörflichem Charakter“, befindet Pfarrer Christian Meier von der Evangelischen Kirchengemeinde Wattenscheid. Seit neun Jahren ist er in Günnigfeld aktiv und hat ein offenes Ohr für die Gemeinde: „Wir reagieren nun auch auf den Wunsch der Leute.“ Gemeinsame Gottesdienste, Begegnungen von Gemeindegruppen, Taufen und auch Beerdigungen – eine Trennung zwischen katholischer und evangelischer Kirche sei schon länger kein Thema mehr. „Zum Glück“, wie die beiden Geistlichen unterstreichen und auf eine lange Tradition der Ökumene hinweisen. „Das gilt für ganz Wattenscheid“, fügt Meier an.

Verschriftlichung ist Novum in Wattenscheid

Die feierliche Unterzeichnung dieser ökumenischen Gemeindepartnerschaft im Erntedankgottesdienst am morgigen Sonntag (Christuskirche) ist hingegen ein Novum in der Hellwegstadt. Und hoffentlich eine Idee, die Früchte trägt. Im Jahr des Reformationsjubiläums und des „Christusjahres“ ist dies ein Anliegen beider Konfessionen, die offiziell zu „Ökumenisch Kirche sein“ aufrufen.

Vor Ort wird schon länger gemeinsam gewirkt, berichten Meier und Linzner: „Wir arbeiten sehr intensiv im Bereich Caritas und Diakonie zusammen und möchten dies im Sozialraum schärfen.“ Auch liturgisch soll eine Ausweitung erfolgen, etwa durch gemeinsame Glaubensgespräche, mehr Gottesdienste und Bibelkreise.

Kirche soll im Stadtteil präsent bleiben

„Wir reden nicht über einen Arbeitsbereich. Es soll normal sein, ökumenisch zu denken“, skizziert Meier den Anspruch. Eine gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten soll zudem einen „Rückzug aus den Stadtteilen“ vermeiden. „In Westenfeld ist dies bereits passiert“, gibt Linzner zu bedenken. „Es hat sich als Fehler herausgestellt. Durch Sparmaßnahmen dürfen keine Orte entstehen, an denen die Kirche nicht mehr präsent ist.“

Gesellschaftliche Verantwortung

Hervorgehoben wird nicht zuletzt die gesellschaftliche Verantwortung. Meier: „Um Gehör zu bekommen, ist es gut, wenn wir zusammenarbeiten. Gerade in Bezug auf den aktuellen politischen Diskurs und dem Aufkommen der AfD ist es wichtig, christliche Werte in die Welt zu tragen.“

Gegenseitiges Vertrauen sei längst im großen Umfang vorhanden – in allen Gremien. „Alleine hätten wir so etwas auch nicht umsetzen können“, beziehen die Geistlichen alle Gemeindemitglieder, Helfer und Mitarbeiter ein.

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