Eisklotz

Großer Eisbrocken schlägt in Wattenscheider Garten ein

Dietmar Keil kniet am Dienstag im Garten am Frankenweg. Das Eis ist inzwischen beinahe komplett geschmolzen.

Dietmar Keil kniet am Dienstag im Garten am Frankenweg. Das Eis ist inzwischen beinahe komplett geschmolzen.

Foto: Ingo Otto

Wattenscheid.   Ein abgestürzter Eisklotz sorgte bei einem Wattenscheider Ehepaar für einen gewaltigen Schreck. Womöglich kam er von einem Flugzeug.

Der erste Schock ist überwunden. Inzwischen können Dietmar und Petra Keil über die Geschichte schmunzeln. „Es ist ja niemandem etwas passiert und nichts zu Schaden gekommen“, sagt der 67-Jährige.

Am Sonntagabend (27.) gegen 20.30 Uhr hörte das Ehepaar, das im Frankenweg lebt, draußen plötzlich eine Art Pfeif- oder Zischgeräusch. Sekundenbruchteile später ertönte ein lauter Knall. „Ich dachte, das Haus bricht zusammen“, erinnert sich der Wattenscheider.

Als er die Tür zu seinem Garten öffnete, traute er seinen Augen kaum. Dort lag – lediglich eineinhalb Meter neben der Hauswand – ein gewaltiger Eisklotz, der zudem einen ordentlichen Krater im Rasen hinterlassen hatte. 30 Zentimeter lang, 20 Zentimeter breit und 15 Zentimeter tief. „Der Eisklumpen hatte die Größe eines Fußballs“, sagt Dietmar Keil.

Eisklotz war völlig farb- und geruchlos

Nach Rücksprache mit einem Nachbarn, entschied sich das Ehepaar am Montagmittag dazu, die Polizei über den Einschlag zu informieren. Der Eisklotz war inzwischen zwar etwas geschmolzen, aber noch immer deutlich erkennbar. Den Ursprung der „Eisbombe“ vermochten auch die Beamten nicht genau zu benennen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Eis von einem Flugzeug kam“, sagt Volker Schütte, Pressesprecher der Polizei Bochum. Zumal der Frankenweg sowohl in der Einflugscheine des Düsseldorfer als auch des Dortmunder Flughafens liegt.

Allerdings: Der Eisklotz war völlig farb- und geruchlos. „Eine Flugzeugtoilette dürfte dann nicht in Betracht kommen“, meint Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst. Sowas passiere seiner Meinung nach heutzutage sowieso kaum mehr. Dennoch sei es denkbar, dass das Eis von einem Flugzeug kam, etwa dann, wenn es in den Flügelschächten oder Tragflächen ein kleines Leck gab.

Solche Abstürze sind gar nicht so selten

Dass solch ein Eisblock dann nahezu komplett bis zur Erde fällt, sei gar nicht so ungewöhnlich. „Wir haben Winter, da muss das Eis nicht plötzlich beim Flug abtauen“, so Lux weiter. „Wenn der Klotz in einem Feld oder Wald landet, merkt das aber natürlich niemand.“ Für einen Menschen sei die Wahrscheinlichkeit, von herabfallendem Eis getroffen zu werden, wohl „deutlich niedriger als die eines Lottogewinns“.

Glücklicherweise ist aber auch nichts am Haus der Familie Keil passiert. „Es war wirklich haarscharf am Balkon vorbei. Ich bin froh, dass kein Fenster getroffen wurde“, sagt Dietmar Keil. Am Dienstag war von dem Klumpen nicht mehr allzu viel zu sehen. Das Ehepaar wird sich aber wohl für immer daran erinnern.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben