Sammler-Leidenschaft

Geschichte(n) im Bild und am Bande - für die Galerie

Ganz frisch in der Ahnengalerie sind Marc I. und Sarah I. und die Adjutanten Michael Kolarczik (hinten links) und Reinhard Schäfer (rechts) in der Gaststätte „Toffte“ am Wattenscheider Hellweg/Lohackerstraße. Foto:Joachim Haenisch

Ganz frisch in der Ahnengalerie sind Marc I. und Sarah I. und die Adjutanten Michael Kolarczik (hinten links) und Reinhard Schäfer (rechts) in der Gaststätte „Toffte“ am Wattenscheider Hellweg/Lohackerstraße. Foto:Joachim Haenisch

wattenscheid.   Michael Kolarczik bestückt und verwaltet die Ahnentafel der Günnigfelder Karnevals-Gesellschaft und hält so die Erinnerungen an die Prinzenpaare wach.

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Und wenn die Sammlung noch so groß ist, ein Teil davon muss eine ganz besondere Bedeutung haben. Für Michael Kolarczik ist das Prunkstück eine Erinnerung an das Karnevals-Urgestein Heinemann Pauli, damals Prinz Heinrich II. (1956/57). „Eine Rarität. Und dafür musste ich nur über die Straße gehen, und hab’ ihn gegen den aktuellen Prinzenorden getauscht, sowas gibt ja keiner einfach so ab“, freut sich heute noch der Adjutant des neuen Prinzenpaars Marc und Sarah, das sich gerade in die „Ahnengalerie“ der Günnigfelder Karnevals-Gesellschaft im „Toffte“ am Hellweg traditionell eingereiht hat.

Alles rund um das Archiv mit Zahlen, Daten und Bildern hat es Kolarczik angetan. Kein Wunder: Er begeht gerade sein „Silberjubiläum“ im Karneval. Dazu fiel sein 33. Geburtstag am 3.3.03 auf einen Rosenmontag. Wie nun auch schon sein 44., und damit auch der 55., alle zum jeweils höchsten Karnevalistenfeiertag.

Trophäenjagd erwacht

Nahezu müßig zu erwähnen, dass Michaels Eltern („aber Papa erst nach mir“) die Farben der Gü.Ka.Ge. hochhalten und Gattin Ela schon Prinzessin war – allerdings beim befreundeten Club, der 1. Herner Karnevalsgesellschaft. In Günnigfeld betreut sie dafür die Bühnenspiele und hilft beim Kinderkarneval mit.

Die Prinzenpaare sind nach Abschluss ihrer jeweils zweijährigen Regentschaft in Wattenscheid schon einmal in Vergessenheit geraten, musste der umtriebige, mehrfache Adjutant Michael Kolarczik feststellen. Und erlag umgehend dem Fieber der Jagd nach Trophäen und Zeugnissen der fünften Jahreszeit, sowohl über Prinzenpaare, wie der Gü.Ka.Ge. und des Wattenscheider Karnevals insgesamt.

Gut 20 Jahre sammelt der 47-Jährige schon Berichte, Fotos, und vor allem Orden, auch schon einmal nur in abgelichteter Kopie. So entstand mit großer Akribie die Ahnengalerie, heute im „Toffte“ am Wattenscheider Hellweg zu sehen, Tafel für Tafel mit Bild und Orden der Stadtprinzenpaare bis zurück ins Jahr 1948. Von ‘49 bis ‘52 gibt es leider eine Lücke, „zu meiner Schande“, meint der Sammler schulterzuckend. Dabei ist er oft sogar auf Flohmärkten fündig geworden oder hat Zuträger im Freundeskreis gewinnen können.

Kappen aus vergangenen Zeiten

„Beifang“ stellen bei seinen Jagdzügen zahlreiche Schals, Mützen und Jacken vergangener Prinzenherrlichkeiten dar, die Kolarczik inzwischen gern auch einmal Nachwuchs-Gardisten zur Verfügung stellt, „immerhin kostet so eine Kappe je nach Ausführung gern schon einmal um die 200 Euro.“ Vom Gala-Jackett ganz zu schweigen.

In ganz anderer als Adjutanten-Uniform kann man ihm übrigens in seinem Hauptberuf begegnen: Als Bundespolizist bei der Passkontrolle am Düsseldorfer Flughafen.

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