Stadtumbau

Gertrudisschule erhält Schulhof, wie ihn die Kinder wünschen

In den Pausen toben sich die Schüler an Klettergerüsten aus. Der Gertrudis-Schulhof soll nach ihren Wünschen umgestaltet werden. Im Rahmen des Stadtumbaus werden dafür 360.000 Euro in die Hand genommen.

In den Pausen toben sich die Schüler an Klettergerüsten aus. Der Gertrudis-Schulhof soll nach ihren Wünschen umgestaltet werden. Im Rahmen des Stadtumbaus werden dafür 360.000 Euro in die Hand genommen.

Foto: Gero Helm

Wattenscheid.   Durch den Stadtumbau werden 360.000 Euro investiert. Kinder wollen Baumhäuser, Schulgarten und Klettergerüste. Sogar ein Sandkasten ist dabei.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Gertrudisschule erhält einen neuen Schulhof, der der Traum wohl jeden Kindes wird. Für 360.000 Euro wird der Platz nach den Wünschen der Mädels und Jungs umgestaltet. Die hohe Summe wird investiert im Rahmen des Stadtumbaus Wattenscheid.

Im Umbaugebiet gibt es zwei Grundschulen – unsere und die Glückauf-Schule. Wir haben dafür gekämpft und den Zuschlag bekommen“, sagt Schulleiterin Tanja Knopp. Der Schulhof wird nach Unterrichtsschluss nachmittags als Spielplatz genutzt.

Kinderkonferenz einberufen

Jede Klasse hat zwei Schüler in die sogenannte Kinderkonferenz entsandt, nachdem sie sich zuvor über ihre Ideen Gedanken machten. Ergebnis: Den Kleinen sind Rutschen, Klettergerüste, aber auch Trampolin, Schaukeln und Wippen wichtig. Knopp sagt: „Was uns verblüfft hat: Mit großen Abstand steht ein Sandkasten vorn auf der Wunschliste – selbst noch bei Viertklässlern.“

Ruhezonen sind wichtig

Zudem schlagen die Kinder vor, das Fußballfeld weiter weg von den Toiletten zu verlegen. Tischtennis spielt keiner, also kommt die Platte weg. Auch Ruhezonen sind ihnen wichtig, doch statt Bänken bevorzugen sie Rückzugsorte in Baumhäusern oder Hütten. „Wir haben auch die Eltern mit ins Boot geholt, die folgten, genau wie das Kollegium, unisono der Fantasie ihrer Kinder“, sagt die Schulleiterin.

Die Lehrer wiederum schlagen vor, zwei Bereiche als „grüne Klassenzimmer“ anzulegen, wo die Kinder im Sommer im Freien unterrichtet werden können. Integriert wird dann noch ein Schulgarten, der Forschungselemente beinhalten soll wie Klassenbeete, Insektenhotels und Sonnenuhr.

Der „Feldherrenhügel“

Tanja Knopp: „Die Fläche ist ziemlich klein. Deshalb können wir mit den Spielgeräten nicht in die Breite gehen.“ So soll sich das Klettergerüst nach oben strecken. Im Zentrum ist eine erhöhte Bühnenfläche für Aufführungen vorgesehen, der „Feldherrenhügel“. An dessen Rückfront schließt sich die Kletterlandschaft an, nach vorne ist Platz für Zuschauer. Abgerundet wird der künftige Vorzeigeschulhof durch einen „Fühlpfad“, den die Kinder barfuß ertasten können.

Biologieunterricht soll vor Ort stattfinden

Der Baumbestand bleibt erhalten, lediglich fürs Fußballfeld an neuer Stelle muss ein Baum fallen. Doch Ersatz wird gepflanzt. Und zwar verschiedene Sorten, damit Biologieunterricht vor Ort stattfinden kann. Das Grünflächenamt hat ein Landschaftsarchitekturbüro beauftragt. Die Schulleiterin schwärmt von den Gestaltungsaspekten, die die Architektin eingebracht habe: „Sie teilt den Schulhof in Zonen auf und schlägt Standorte für neue Bäume vor. Sie warnte uns zwar, dass der Entwurf die Investitionssumme übersteigen werde, doch hängen bei uns seit dem Sturm Ela immer noch Zäune durch. Vielleicht kann die Stadt sie reparieren, ohne, dass wir die Fördermittel nutzen müssten.“

>>>>>>Lärmbelastung macht Lehrer krank

An der Gertrudisschule gibt es erhebliche Lärmbelästigungen, die insbesondere den Lehrern, die in den Pausen Aufsicht führen, zu schaffen machen. Als 2016 der betriebsärztliche Dienst das Kollegium untersuchte, wurde eine Häufung von Hörschäden festgestellt. „Einige Lehrer leiden unter Tinnitus, andere müssen ein Hörgerät tragen. Es kam zu immer mehr Ausfällen“, sagt Schulleiterin Tanja Knopp. Der Flur und die Treppenhäuser seien sehr hellhörig. Die Politik hatte sich mehrfach des Themas angenommen. Im Frühjahr gab es eine Anfrage im Bezirk, zumal die Gertrudisschule in der Schulkonferenz über die Mängel berichtet hatte. Auch in der letzten Sitzung stand das Thema auf der Tagesordnung. Dabei teilte die Verwaltung mit, es gebe noch kein Konzept für eine Lösung, zudem müsse geklärt werden, ob akustische Maßnahmen dem Brandschutz nicht zuwider liefen.

„Wir brauchen Schallschutz. Jetzt werden Messungen durchgeführt“, sagt Tanja Knopp.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben