Ökumenische Nacht

Gemeinden lassen Flammen in Wattenscheid-Mitte auflodern

Evangelische und katholische Christen laden alle Wattenscheider zum Fest ein. V.l.: Renate Aßheuer, Anke Wolf, Uwe Gerstenkorn, Pia Dötze, Frank Dressler, Klaus Reiermann und Christa Kümmel in der Alten Kirche am Markt.

Evangelische und katholische Christen laden alle Wattenscheider zum Fest ein. V.l.: Renate Aßheuer, Anke Wolf, Uwe Gerstenkorn, Pia Dötze, Frank Dressler, Klaus Reiermann und Christa Kümmel in der Alten Kirche am Markt.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid.  Zweite Ökumenische Nacht steht im Zeichen des Feuers und soll den Stadtteil zusammenbringen. Feier stellt „brennende Herzen“ ins Zentrum.

Es begann mit Wasser, dem Quell des Lebens. Nun zünden evangelische und katholische Christen in Wattenscheid das nächste Elemente: Die Flamme der Ökumene soll auf dem Alten Markt lodern, den Abend vom Reformationstag auf Allerheiligen erhellen, persönliche Bereiche und die Gesellschaft erreichen.

„Brannte nicht unser Herz?!“ – unter dieser Überschrift veranstalten die evangelische Kirchengemeinde Wattenscheid (ekiwa) und die Pfarrei St. Gertrud mit allen sechs katholischen Gemeinden am 31. Oktober (Donnerstag) ihre zweite gemeinsame ökumenische Nacht. Mit Feuer, Glut und Asche, wie es neben in Herzform lodernden Flammen geschrieben steht. Symbolik, die nicht nur durch den Abend tragen und Spektakuläres bieten wird, sondern sich auch auf Gemeinden und Gesellschaft bezieht.

Erste Veranstaltung wirkt positiv nach

Pfarrer Uwe Gerstenkorn (ekiwa) zu den Hintergründen: „Die erste gemeinsame Ökumenische Nacht wirkt noch positiv nach. Waren es im Lutherjahr 2017 und zum Reformationsjubiläum noch das Element Wasser und die Taufe, die unsere Kirchen auch symbolisch durch ein blaues Band über den Alten Markt verbunden haben, haben wir uns nun für das Element Feuer als Verbindung entschieden.“

Feuereifer auch im Alltag gesucht

Gezündet habe die Idee während der Vorbereitung, so Gerstenkorn weiter: „Wir befinden uns in einer Umbruchsituation, in der wir uns als Kirche immer wieder fragen müssen, wo lebendiges Gemeindeleben stattfindet und wo die Leute noch mit Feuereifer dabei sind, ihre Herzen noch brennen.“ Ebenso gebe es auch Dinge, „die ihre Zeit hatten, die nicht mehr in ihren Bann ziehen. Wir müssen immer nur herausfinden, wo es nur noch Glut oder gar Asche gibt. Das ist die Herausforderung.“

„Nicht hinter Kirchenmauern verschanzen“

Begrenzen möchten die Gemeinden dies keineswegs auf den kirchlichen Aspekt, sondern gezielt die Gesellschaft und die Leute des Stadtteils mit einbeziehen. Gerstenkorn: „Es ist der Ansatz beider Gemeinden, für den Stadtteil da zu sein, Themen aufzugreifen und sich nicht hinter den eigenen Kirchenmauern zu verschanzen.“ Das soll bereits durch das Programm deutlich werden, das ein breites Spektrum abdeckt und immer wieder das Miteinander ins Zentrum rückt.

Die Ökumenische Nacht beginnt am 31. Oktober mit einem Abendmahlgottesdienst in der Friedenskirche (Hochstraße 2) um 18 Uhr sowie einer Andacht in der Propsteikirche St. Gertrud (Auf der Kirchenburg) um 19 Uhr. Pia Dötze (Gemeinderat St. Joseph) betont: „Beide sind bewusst offen und ökumenisch gehalten, so dass Besucher frei entscheiden können.“

Feuer-Show auf dem Alten Markt

Im Anschluss lodern die Flammen auf. Es wird einen gemeinsamen Fackelzug aus den Kirchen zum Alten Markt hin geben, wo gegen 19.30 Uhr der Kinder- und Jugendzirkus „Ratz Fatz“ der Goethe-Schule eine Feuer-Show bieten wird. Derweil wird ein Schmied vor der Alten Kirche (Alter Markt 5) das Feuer in seiner Esse schüren und zum Mitmachen einladen. Der gemeinsame Abend und die Nacht finden dann zentriert im und am evangelischen Gemeindezentrum statt.

Feuerwehrmann und geistlicher Impuls

Aus dem Alltag und thematisch passend wird Berufsfeuerwehrmann und Leitstellendisponent der Bochumer Wache Christoph Stollenberg berichten. Zoubeida Khodr vom Verein Humanitäre Solidarität Middle East (HSME) wird ein Kochprojekt für Frauen vorstellen und sorgt mit ihrer Gruppe auch für Verpflegung. Ebenso werden drei Frauen über die Initiative „Maria 2.0“ und ihren Kampf um Rechte berichten. Angedacht ist aktuell die Einbindung in einen geistlichen Impuls, gerahmt von Taizé-Gesängen.

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