Weihnachtsaktion

Fußballfans sammeln Spenden

Geschenkpakete wurden gestern in das Lager der Wattenscheider Tafel gebracht. Fotos:Thomas Gödde

Geschenkpakete wurden gestern in das Lager der Wattenscheider Tafel gebracht. Fotos:Thomas Gödde

  Über 300 Geschenkpäckchen haben Fans des VfL Bochum für die Spendenaktion der Ultras zusammengetragen. Die Wattenscheider Tafel verteilt sie an Bedürftige

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Für einen großen Teil der Gesellschaft sind Geschenke zu Weihnachten etwas Selbstverständliches. Doch nicht alle können sich diesen Luxus leisten. Kunden der Wattenscheider Tafel, die auch Bedürftige in Bochum versorgt, konnten sich gestern ein Weihnachtspäckchen abholen.

Haushalte, Apotheken, Kindergärten und Vereine haben diese im Vorfeld gespendet. Auch Fans des VfL Bochum haben kräftig Päckchen gepackt. Ultras Bochum, eine Fangruppierung, die seit 1999 besteht, haben zu der Spendenaktion aufgerufen. Unter dem Motto „Weihnachten aus der Ostkurve auf Bochums Straßen“ wurden beim Spiel gegen 1860 München knapp 300 Pakete abgegeben. Die jungen Fans veranstalten die Aktion das dritte Jahr in Folge.

„Wir hörten, dass jemand Weihnachtspäckchen in den Kneipen sammelt“, sagt Sascha, der seinen echten Namen nicht verraten möchte. Die Idee kam bei den Ultras gut an. „Wir haben im Stadion eine gute Plattform für ähnliche Spendenaktionen. Das wollten wir nutzen“, sagt er.

Die Resonanz war gut: „Es haben sich Fans daran beteiligt, die sonst wenig mit den Ultras zu tun haben.“ Auch die Mannschaft hat große Pakete gebracht, Mannschaftskapitän Felix Bastians übergab sie am Spieltag persönlich. Dass die Aktion dem oft zitierten Bild devianter Ultras widerspricht, weiß auch Sascha. „Unser Image ist uns egal. Wir machen die Aktion nicht, um zu gefallen, sondern weil wir das cool finden.“

Und so verladen Mitglieder der Ultras Bochum vor Tagesanbruch die Päckchen in den grünen Van der Tafel. Ruckzuck ist der Laderaum eingeräumt und wird in die Tafelzentrale nach Wattenscheid gefahren. Vor Ort an der Laubenstraße wuseln die Mitarbeiter und Ehrenamtliche, um die Geschenke zu sortieren und die Päckchenausgabe einwandfrei zu gestalten.

Hunderte von Paketen, eingepackt in bunt bedrucktes Papier, stapeln sich in die Höhe. Geduldig reihen sich die Tafelkunden ein, die Schlange ist schon mehrere Hundert Meter lang. „Die Ersten warten schon seit 5.30 Uhr“, erzählt Vorstandsvorsitzender Manfred Baasner. Bereits im Oktober begann die Organisation für diesen Tag. 1500 Menschen holen sich ein Paket ab oder bekommen es in Ausnahmefällen nach Hause gebracht.

„Wir wollen den Überfluss auffangen und gerecht verteilen“, sagt Baasner. Ein bisschen gelingt das an diesem Tag, wenn hunderte Menschen sich über das Essen, die Kleidung oder Hygieneartikel in den Paketen freuen.

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