Katastrophenschutz

Freiwillige Feuerwehr übt den Ernstfall auf dem Schulhof

Gemeinsam übten die Freiwilligen Feuerwehren Höntrop/Eppendorf und Essen-Horst/Eiberg, die Sondereinheit Kommunikation und die Rettungshundestaffel und Medcare GmbH am Schulzentrum Westenfeld.

Gemeinsam übten die Freiwilligen Feuerwehren Höntrop/Eppendorf und Essen-Horst/Eiberg, die Sondereinheit Kommunikation und die Rettungshundestaffel und Medcare GmbH am Schulzentrum Westenfeld.

Foto: Gero Helm

Wattenscheid-Westenfeld.   Ein Klassenraum brennt und der Schulflur ist verqualmt. Die Einsatzkräfte retten Menschen aus dem Gebäude. Auch die Hundestaffel ist im Einsatz.

Ein einzelner Löschzug wäre schnell an seine Grenzen gestoßen: „Feuer in der Schule, Menschen schreien um Hilfe, Anzahl und genauer Ort von Verletzten unbekannt“. Ein Horror-Szenario hatte die Freiwillige Feuerwehr für die Einheiten Höntrop und Eppendorf am Schulzentrums an der Lohackerstraße entworfen. Und daher gleich die Rettungshundestaffel, die Kollegen der Freiwilligen aus Essen Horst-Eiberg und die Jugendfeuerwehr für die große Einsatzübung mit eingeplant.

Kunst-Qualm und Schminke

Gut 90 Kräfte kamen so auf dem Schulhof ins Schwitzen, 20 davon allerdings als gruselig geschminkte Opfer. Schaulustige näherten sich nur

vorsichtig, denn die Feuerwehr bot alles auf: Flackerlicht wie Feuerschein, künstliche Qualmwolken und schreiende Menschen, die im Obergeschoss eingeschlossen sein sollen, wo ein Klassenraum in Brand geraten ist. „Der Rauch zieht auf den Flur, weil ein Putzwagen die Tür verkeilt“, erklärt Brandinspektor Niko Halwer von der Höntroper Einheit, zum Glück ist alles nur eine Übung.

Immer mit dem gleichen Eifer im Einsatz

Ob Ernst oder Training, das ist für eine besondere Einheit ohnehin gleich, sie ist immer mit dem gleichen Eifer im Einsatz. Sechs ihrer 20 vierbeinigen Kräfte schickt die Rettungshundestaffel der Feuerwehren NRW dazu, weil die Lage eine „unbekannte Anzahl von Verletzten“ vorgibt. Die Hunde

bilden jeweils mit einem Führer und einem Helfer ein Team.

Das „Team Dark“ erhält seine Instruktionen und die Daten für das Gelände rund um die Sporthalle, Schäferhund „Dark“ bekommt ein GPS-Gerät zur genauen Ortung und ein Glöckchen umgeschnallt. Der ist sofort im Arbeitsmodus, ist trainiert darauf, Menschen zu wittern und anzuschlagen, wenn sie hocken oder liegen.

Gegen den Wind kann der Hund nichts erschnüffeln

„Im Gehen oder Stehen sind sie uninteressant“, erklärt die Leiterin der Staffel, Susann Waydhas, „denn dann wären sie wohl kaum verletzt oder bewusstlos.“ Aus einem Kunststoff-Fläschen lässt sie ein feines Pulver aufstieben, um die Windrichtung festzustellen, denn gegen den Wind wird es auch für Darks feine Nase fast unmöglich. Dark fackelt nicht lange, stößt nach kurzem Blick auf seine zweibeinigen Teammitglieder Petra und Andreas Bartsch, in jede Ecke, hinter Zäune, ins dunkelste Gebüsch. Dreimal schlägt er an, hat „seine“ Verletzten gefunden, einen sogar in einem Altpapiercontainer.

An der Kommunikation kann noch gearbeitet werden

Seine Anerkennung folgt prompt, ein kurzes Spiel mit einem Gummiball ist für ihn der erwartete Dank. „Gut 20 Minuten ohne Unterbrechung können die Rettungshunde suchen, je nach Witterung“, beschreibt Petra Bartsch. Nach seinen drei „Treffern“ hechelt Dark dann auch kräftig, die Suche hat in sichtlich angestrengt.

Einsatzleiter Niko Halwer bilanziert nach zwei Stunden zufrieden: „An der Kommunikation kann noch gearbeitet werden. Aber dafür ist eine Einsatzübung ja da.“

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