Frauen in der Kirche

Frauen wollen ihre Rolle in der katholischen Kirche stärken

Ein Gottesdienst fand während des Kirchenstreiks vor der Begräbniskirche statt. Viele Christen haben teilgenommen.        

Ein Gottesdienst fand während des Kirchenstreiks vor der Begräbniskirche statt. Viele Christen haben teilgenommen.        

Foto: Trauerpastoral / Ak Trauerpastoral

Wattenscheid/Höntrop.  Katholikinnen kämpfen auch nach dem Kirchenstreik weiter für Gleichberechtigung. Abendgebete im Kolumbarium thematisieren Anliegen aus Maria 2.0.

Der Kirchenstreik Mitte Mai ist vorbei, die Aktionen zu „Maria 2.0“ gehen weiter. Der Arbeitskreis „Trauerpastoral“ am Kolumbarium St. Pius, der aktiv am Kirchenstreik teilgenommen hat, wird ab sofort an jedem ersten Dienstag im Monat um 17.45 Uhr zu einem Abendgebet ins Kolumbarium einladen „in den Anliegen von Maria 2.0“, erklärt Elisabeth Hartmann-Kulla, Ehrenamtliche im AK „Trauerpastoral“. Am heutigen Dienstag findet das erste Abendgebet statt, und zwar „für die Opfer von physischer und psychischer Gewalt in unserer Kirche, für die Menschen, die wegen ihres Geschlechts benachteiligt werden und für diejenigen, die ihrer Würde beraubt werden“, erklärt Elisabeth Hartmann-Kulla.

Damit werden auch die Forderungen und Inhalte, die der Kirchenstreik, der vom 11. bis 18. Mai stattgefunden hat, weiter thematisiert. Die Frauen wollen damit sichtbare Zeichen setzen und ihren Unmut ausdrücken: Gegen den nur verhaltenen Umgang der Bischofskonferenz mit dem Thema „Missbrauch“, für die Rolle der Frau in der Kirche mit dem Wunsch nach Diakonat und Priesteramt und für eine offene Sexualmoral und somit die Anerkennung aller Lebensformen, vor allem der gleichgeschlechtlichen, durch die Institution Kirche.

An Aktionswoche teilnehmen

Elisabeth Hartmann-Kulla, engagiert in der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) und Mitarbeiterin im Arbeitskreis (Ak) „Trauerpastoral“ im Kolumbarium St. Pius: „Es ist ein Kampf für die Frauen und die Gerechtigkeit.“ Und: „Wenn ein Pfarrer Missbrauch begangen hat, muss er, wie jeder andere Bürger auch, strafrechtlich behandelt werden.“

Der Arbeitskreis „Trauerpastoral“ wird auch an der Aktionswoche der kfd teilnehmen, die bundesweit vom 23. bis 28. September unter dem Motto „Frauen, worauf warten wir“ stattfindet. Hartmann-Kulla: „Es ist in der Überlegung, dass wir uns an dieser Aktion eventuell mit einem Stand auf dem Wattenscheider Marktplatz beteiligen.“

Frauen setzen Zeichen

Auch Engagierte der katholischen Gemeinden in Höntrop und Eppendorf führen die Aktion „Maria 2.0“ weiter. „Wir haben uns für zwei Mahnwachen vor der Kirche St. Maria Magdalena, St. Theresia und St. Marien als konzertierte Aktion entschieden“, heißt es aus den Gemeinden.

In einem Ergebnisprotokoll eines Treffens schreibt Dorothea Schönwälder für das Aktionsteam aus den Gemeinden: „Am 23. Juni und am 25. August wollen wir in möglichst großer Zahl nach dem Sonntagsgottesdienst vor der jeweiligen Kirche stehen. Wir zeigen unser Transparent ,Frauen setzen ein Zeichen’ und singen zum Zeichen das Lied ,Der Himmel geht über allen auf’.“

Mit besonderen Symbolen wie einem zugeklebten Mund oder gebundenen Händen wollen die Aktiven auf die Situation von Frauen in der Kirche aufmerksam machen. Sie wollen sich auch mit allen Engagierten in Wattenscheid vernetzen.

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