Jubiläum

Feuerwehrleute in Wattenscheid starten mit Pickelhaube

 So sah es bei der Feuerwehr Wattenscheid 1899 aus - mit Pickelhaube und Uniform.

 So sah es bei der Feuerwehr Wattenscheid 1899 aus - mit Pickelhaube und Uniform.

Foto: stadtarchiv

Wattenscheid.  150 Jahre Feuerwehr Wattenscheid: Das Jubiläum stand im Brennpunkt eines gut besuchten Vortrages von Stadtarchivar Andreas Halwer.

In der Stadtbücherei im Gertrudiscenter spannte er am Dienstagabend den Bogen, beginnend am 26. August 1896 bis in die Gegenwart. 70 Bürger, darunter viele Honoratioren, hievten damals die „Urwehr“ für den Kern der Stadt aus der Taufe.

Die Strukturen waren schon früh klar definiert

Nur wenige Tage später, am 5. September des gleichen Jahres, wurden auf der ersten Generalversammlung die Strukturen klar definiert. Vier Gruppen, gegliedert in Steiger-, Spritzen- und Wasserkuppenabteilung sowie eine Rettungsmannschaft standen nicht nur auf dem Papier. Andreas Halwer schilderte die Entwicklung der ersten WAT-Feuerwehr anhand zahlreicher eindrucksvoller Bilder und Dokumente. Er betonte dabei den Zusammenhalt der freiwilligen Brandschützer - Stichwort gelebte Kameradschaft - und ihre Verbundenheit mit der Stadt.

Dieses Wattenscheider Wir-Gefühl bewies etwa Zeitungsgründer Karl Busch, einer der Männer jener ersten Feuerwehrstunden: Auf dem Grundstück des Verlegers an der Hüller Straße entstand 1877 der erste Steigerturm.

Spannender Blick in die Ortsteile

Der Blick in die facettenreiche Historie der Wattenscheider Feuerwehr richtete sich im Vortrag Halwers auch auf die Ortsteile der Alten Freiheit. Zwei Löschzüge, die Einheiten in Westenfeld und Sevinghausen, erlebten im Jahr 1931 mangels Masse ihre Auflösung. In den anderen Stadtteilen (Ausnahme Munscheid) und auf der Wattenscheider Heide sprang der Funke schnell über. Der Löschzug Höntrop hob sich bei seiner Namensgebung besonders ab, er nannte sich ursprünglich Freiwillige Bürger-Feuerwehr.

Bei Bränden in Wattenscheid-Mitte griffen Hornisten zu ihrem Instrument. Bis zur Gründung der Freiwilligen Löschzüge in den Stadtteilen rückten die Männer mit den charakteristischen Pickelhauben bei Gefahr natürlich auch in die umliegenden Stadtteile aus – getreu ihrem Motto „Gott zur Ehr’, dem nächsten zur Wehr“.

So auch beim Großeinsatz September 1953: Im Turm der evangelischen Friedenskirche in der Innenstadt brach bei Lötarbeiten ein verheerendes Feuer aus, die wenig später hell lodernden Flammen setzten ein weithin sichtbares Fanal. Großalarm für fünf Löschzuge. Zwar war der Turm nicht mehr zu retten, aber der wörtlich zu nehmende bravouröse Einsatz der Feuerwehr bewahrte Kirchschiff und diesen Teil der City vor einer Katastrophe.

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