Stadtgeschichte

Feuerwehr Wattenscheid feiert 150 Jahre Einsatz in der Stadt

Der Kranwagen „Starker Paul“ von 1962 tritt zum Jubiläumsfest den Weg in seine „Heimat“ an der Grünstraße an.

Der Kranwagen „Starker Paul“ von 1962 tritt zum Jubiläumsfest den Weg in seine „Heimat“ an der Grünstraße an.

Foto: Markus lutter / Stadt Bochum, Presseamt

Bochum-Wattenscheid.  Die Feuerwehr Wattenscheid öffnet ihre Türen auf der Wache an der Grünstraße zum 150. Geburtstag. Die Jubiläumsfeier bringt viele Aktionen.

Der prominente Geburtstagsgast wird garantiert für viele Erinnerungsfotos sorgen: Zum Tag der offenen Tür der Feuerwehr am 31. August unter dem Slogan „150 Jahre für WAT“ fahren die Blauröcke an der Wache an der Grünstraße mächtig auf. Eine der Attraktionen aus eineinhalb Jahrhunderten wird der „Starke Paul“ sein, ein Magirus-Kranwagen aus dem Jahr 1962.

Dies wird nach langer Zeit erstmals wieder ein Tag der offenen Tür der Feuerwehr in der Stadt sein, und sie verweist dabei deutlich auf ihre Wattenscheider Geschichte, die mit der Wache an der Grünstraße eng verbunden ist.

„#150 Jahre Für WAT“

Der Slogan „#150 Jahre für WAT“ wird an diesem Samstag Ende August auf wahrscheinlich unzähligen T-Shirts der Helfer prangen. Und zwar nicht nur auf denen der hauptamtlichen Feuerwehrleute, sondern wie immer auch die Freiwilligen Einheiten aus den Stadtteilen mitsamt Freunden, Familien und Bekannten. „Allein schon die Sitzbänke und Tische tragen wir für den Tag aus allen Ecken zusammen“, erklärt Tobias Ludwig stolz, Löscheinheitsführer Wattenscheid-Mitte, der sich auf die Unterstützung verlassen kann.

Marsch zwischen den Kirchen zur Wache

Geballte „Man-Power“ gibt es schon zum Start in den Jubiläumstag, wenn die Einheiten von der Wattenscheider Fußgängerzone aus zwischen den beiden Kirchen gemeinsam zur Wache an der

Grünstraße marschieren werden. Dort verteilen sie sich dann auf insgesamt zehn einzelne Module auf dem weitläufigen Gelände und demonstrieren ausgesuchte Bereiche der Rettungsarbeit und Brandbekämpfung.

„Tabakabend“ gab den Anstoß

Den Auslöser für die Gründung der Feuerwehr in der Alten Freiheit gab eine globale Entwicklung, die Industrialisierung, und eine regionale, der Bergbau. 1869, als die Schächte auf der Zeche Holland in die Tiefe und die Teufe gingen und auf der Zeche Hannover in Hordel/Günnigfeld/Herne schon die erste Kohle gefördert wurde, sah sich die Preußische Verwaltung gezwungen zu handeln. Denn immerhin mussten die Vorschriften der „Feuerpolizei-Ordnung für die Provinz Westfalen“ umgesetzt werden.

Der damalige „Rendant“ Bernhard van Bürk, Rechnungsführer im Gemeindeverband, rief einige Prominente zu einem „Tabakabend“ zusammen. In bürgerschaftlicher Selbsthilfe und mit Unterstützung der Honoratioren von Gesellschaft, Industrie und Politik machten sich tatsächlich 70 Aktive in der Generalversammlung ans Werk. Vier Abteilungen entstanden: Steigerabteilung, Spritzenabteilung, Wasserkuppenabteilung und Rettungsmannschaft.

„Einige Monate später“, vermerkt die Chronik, „wurden dann die der Stadt gehörigen Feuerlöschgeräte zu treuen Händen übergeben.“

Unmenge an Eigenleistung am Feuerwehrhaus

Zum 100-jährigen Bestehen der Wehr 1969 wurde die Wache Grünstraße eingeweiht und die alte, erste an der Voedestraße abgerissen. Heute gibt das Protokoll von Tobias Ludwig her, dass allein die Einheit WAT-Mitte für den Um- und Ausbau des Feuerwehrhauses an der Grünstraße zwischen August 1996 und Mai 2000 an 321 Tagen 8677 ehrenamtliche Mann-Stunden gestemmt hat.

Fotostrecke auf www.waz.de

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