Fahrradbörse

Fahrradbörse bringt Wattenscheid in Bewegung

Betriebsleiter Michael Morgenstern von der ViA Ruhr Fahrradwerkstatt prüft beim Kurzcheck die wichtigsten Funktionen. Fotos:Gero Helm

Betriebsleiter Michael Morgenstern von der ViA Ruhr Fahrradwerkstatt prüft beim Kurzcheck die wichtigsten Funktionen. Fotos:Gero Helm

Wattenscheid.  Kinderhilfswerk „terre des hommes“ vermittelt Fahrräder auf dem Hof der Liselotte-Rauner-Schule. Hilfe für Straßenkinder-Projekt in Mosambik.

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Erstmal klingelt’s. Das Wichtigste für Kinder an einem Drahtesel muss mit dem Daumen bedient werden, und ohne die Klingel läuft gar nichts. Fährt auch nichts. Wichtiger für die Erwachsenen, die sich auf dem Hof der Liselotte-Rauner-Schule zur bereits 17. Fahrradbörse von „terre des hommes“ tummeln, ist: Das ist kein Flohmarkt.

Potenzielle Verkäufer nutzen die Gelegenheit, ihre Fahrräder anzubieten, die dem Frühjahrs-Aufräumen im Weg waren, und die interessierten Besucher schätzen die breite Angebotspalette: Vom Einrad über das Bobby-Car in Rosa über das Dreirad mit Schiebestange und den Alu-Scooter bis zum City- oder Mountainbike. „Und diesmal sind vor allem viele hochwertige Räder dabei“, meint Christiana Obermüller von der Ortsgruppe von „terre des hommes“. Der Handel läuft gut zum frühlingsfrischen Wochenende, 28 der angebotenen 38 Räder werden verkauft, von den elf Kinderrädern blieben nur drei stehen, das gute Dutzend gespendeter Drahtesel brachte allein einen Erlös von 360 Euro.

Projekt für Straßenkinder

Die seit 30 Jahren in Wattenscheid engagierte Gruppe konnte am Ende einen Erlös für das Projekt „MDM – Meninos de Mosambique“, das sich um Straßenkinder in Maputo/Mosambik kümmert, von gut 600 Euro verbuchen.

Sport, Spiel und Bildung

Obermüller hat sich bei einem Besuch in der Hauptstadt des afrikanischen Landes, das über 15 Jahre unter einem Bürgerkrieg leiden musste, überzeugen können. „Gerade in Maputo landen viele Kinder auf der Straße, das Projekt fängt viele von ihnen auf, stellt Kontakte zu den Eltern her, hilft ihnen mit Sport, Spiel und Bildung, Fuß in dem sozialistischen Land zu fassen.“

Guter Zweck der Börse

Der gute Zweck der Börse war damit sicher auch einer der Gründe für einen Besuch. Als großer Pluspunkt erwies sich außerdem die mobile Werkstatt des Vereins für integrative Arbeit ViA, an der Kaufinteressierte die Räder für eine kurze technische Untersuchung abgeben konnten. „Was wir sofort reparieren können, machen wir“, erklärt Betriebsleiter Michael Morgenstern zwischen zwei Luftdruck-Reifen-Prüfungen. Außerdem hat das Team die gefragtesten Ersatzteile parat, wie Schläuche, Reifen, Züge, Birnen.

Kostenlose Beratung, für wen welches Rad geeignet ist

Und: Es gibt auch eine kostenlose Beratung, für wen welches Rad geeignet ist. Gerade für Anfänger, macht Morgenstern klar, ist ein Modell mit einem tiefen Durchstieg angenehmer als eines mit hohem Rahmen. Oder für den Nachwuchs ein „Spielrad“ für den Anfang. Das reicht für die ersten Touren mit der Familie dann schon nicht mehr. „Zu viele Pausen“, meint Morgenstern schmunzelnd.

Fest zum Kauf entschlossen reiste übrigens Christian Schlöter aus Dortmund an, wo diesmal keine Börse stattfand. Und nahm ein großes und drei kleine Räder mit.

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