Ein Porträt:

Ein Traum in Rot und Weiß für zwei Jahre

Einer der ersten Orden in einer gerade beginnenden Session: Bei der großen Gala überreichte ihn Prinz Marc an Sarahs Tochter Marie. Foto:Gero Helm

Einer der ersten Orden in einer gerade beginnenden Session: Bei der großen Gala überreichte ihn Prinz Marc an Sarahs Tochter Marie. Foto:Gero Helm

wattenscheid.   Sarah Markhoff trägt als Sarah I. Ornat und Diadem der Stadtprinzessin. Im Kinderwagen bekam sie den ersten närrischen Anstecker.

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„Ein Herz und eine Krone“ oder „Plötzlich Prinzessin“: Filmtitel für einen Popcornabend auf der Couch vor dem Fernseher. Und doch werden sie - pardon - manchmal wahr, die Träume. Sarah Markhoff trägt für zwei Jahre das rot-weiße Ornat und das Diadem der Wattenscheider Stadtprinzessin.

So weit die nüchterne Kurznachricht. Dahinter liegt mehr als ein Personalwechsel oder nur der Beginn einer Etappe auf der Wappentafel der gekrönten Häupter des Wattenscheider Karnevals kurz vor Ende des alten und Beginn des neuen Jahres.

Als Bürgerliche geboren ist sie in Wattenscheid, um dem Gegenwind vorzugreifen, sie sei „Auswärtige“, stammt aus Eppendorf/Munscheid. Und der Karneval war und ist bei ihr Familiensache, wie es sich in Wattsche gehört. Das „Linden helau!“ ist ihr aber nicht fremd, sie hat unbestreitbar Wurzeln in der dortigen Kolpingsfamilie, die für ihre Umtriebigkeit und Traditionspflege rund um die fünfte Jahreszeit weit über die Stadtbezirksgrenzen hinaus bekannt ist.

Familie, und wie: Hochschwanger war sie mit Tochter Marie, als Stiefvater Heinz Voss auf den Prinzenthron gekürt wurde. Marie war also tatsächlich von Anfang an mit dabei, gerade auch wieder auf der Bühne bei der offiziellen Präsentation des Prinzenpaares in der Stadthalle am 11.11. 2017.

Und daher konnte es auch kein Wunder sein, dass Marie dann an der Seite von „Queen Mum“ Manu(ela) Voss auf die Frage „Willst Du denn auch ‘mal Prinzessin werden?“ begeistert strahlend nur „Ja, ja, ja“ antwortete. Ach ja, die Prinzessinenmutter funkelte selbstredend auch schon im „Dreigestirn“ nebenan im Karneval.

Die ernste Seite des Karnevals

Geteilt war der Karneval nie für Sarah Markhoff, sie stand in Linden in der Tanzgarde auf der Bühne, ging anschließend zum Zug und zum Feiern nach Wattenscheid. Karneval kann Brücken schlagen.

Und er hat ernste Seiten, denn es gilt schon ernsthaft zu überlegen, ob man sich den Stress für immerhin zwei Jahre an der Seite des gewählten Prinzen (Marc Westerhoff, I.) antun will. „Ein halber Jahresurlaub“ räumt Sarah ein. Und das Lächeln dabei ist überzeugende Antwort genug. Sie freut sich vor allem auf die Besuche in Schulen, Kindergärten, Seniorenheimen, vielleicht im Hospiz, vielleicht auf einer Krebsstation.

Mit Marc an ihrer Seite sieht sie den vielen Terminen zuversichtlich entgegen. Nach den ersten, fast schüchternen Worten am Mikrophon als Sarah I. bei offiziellen Karnevalsterminen hat sie spürbar Sicherheit zurückgewonnen.

Mit einem versierten Prinzen

Mit dem als Zeremonienmeister und Sitzungspräsidenten versierten und bühnenerfahrenen Marc hat sie den Traum vom Titel lange gehegt, weiß sich mit ihm auf einer Wellenlänge. Das Ornat haben sie gemeinsam in Köln anfertigen lassen, haben gemeinsam dafür im Stau auf der Autobahn gestanden, haben gemeinsame Ideen für den Orden mit der Silhouette Wattenscheids aus der 600-Jahr-Feier entworfen und umgesetzt.

Überhaupt, die Organisation, die liegt der 30-Jährigen, nach zwei Ausbildungen als Arzthelferin und als Kauffrau im Gesundheitswesen. Seit vier Jahren arbeitet sie in der Verwaltung einer Essener Privatklinik, inzwischen als Assistentin der Geschäftsführung. Und selbst da guckt der Karneval um die Ecke, wenn Patienten plötzlich fragen: „Sind Sie nicht die Prinzessin?“

„Thronfolge“ geklärt

Ähnlich harmlos muss die Frage von Hans Henneke, Vorsitzender der GüKaGe, seinerzeit geklungen haben: „Wir brauchen da noch mal ‘nen Termin...“ Der entstand dann beim traditionellen Frühschoppen bei der befreundeten Herner Karnevalsgesellschaft, beim Griechen, und da wurde Sarah die „Thronfolge“ angetragen. So viel zum Thema „auswärts“.

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