Kolpinghaus

Ein Investor hat das Kolpinghaus in Wattenscheid gekauft

Peter Opfer (63) nimmt nach 20 Jahren mit Ehefrau Erika Abschied vom Kolpinghaus an der Saarlandstraße. Schichten von morgens 6 bis nachts 23 Uhr waren hier keine Seltenheit für ihn, jetzt „ist erstmal Pause“.

Peter Opfer (63) nimmt nach 20 Jahren mit Ehefrau Erika Abschied vom Kolpinghaus an der Saarlandstraße. Schichten von morgens 6 bis nachts 23 Uhr waren hier keine Seltenheit für ihn, jetzt „ist erstmal Pause“.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Mitte.  Das Kolpinghaus an der Saarlandstraße ist an einen Privatinvestor verkauft. Der Hotelbetrieb soll weitergehen, die Gastronomie weicht Büroräumen.

Das Gebäude wird bleiben und der Name im Sprachgebrauch sicherlich auch, aber sonst bleibt kaum etwas, wie es war: Das Kolpinghaus an der Saarlandstraße ist verkauft, Pächter Peter Opfer dreht zum 30. Juni die Zapfhähne nach oben, das Ende einer Ära in der Hellwegstadt steht an.

Noch mit Beginn der Karnevalssession 2018/19 hatte der Wirt ausweichend auf die Frage geantwortet, ob das womöglich die letzte als Prinzenquartier an dieser Stelle wäre.

Kolpingsfamilie hat keine Nachpächter gefunden

Jetzt ist es amtlich, sein Pachtvertrag läuft planmäßig Ende Juni aus. Mit Wirkung zum 1. Juli hat die Kolpinghaus Wattenscheid Grundbesitz Verwaltungs-GmbH das Haus an einen Privatinvestor aus Dortmund verkauft.

Marc Westerhoff als Sprecher der Kolpingfamilie Wattenscheid-Zentral bestätigt, dass die Suche nach einem Nachfolger nicht einfach gewesen sei. Der Hotelbetrieb soll offenbar erhalten bleiben, aber an die Stelle der Gastronomie werden wohl Büroräume kommen.

„Wir haben keinen Nachpächter finden können, denn die Renovierungskosten waren mit mindestens 500.000 Euro zu hoch für die gut zehn Interessenten, die sich überhaupt gemeldet hatten,“ bedauert er. Auch das eigentliche Hotel mit 22 Zimmern muss für einen Weiterbetrieb nach den aktuellen technischen Auflagen überholt werden. Und das sei allein bei den elektrischen Leitungen und Anschlüssen schon immens.

Treffen bald auf der Kirchenburg

Schichten von morgens 6 bis nachts 23 Uhr waren für Peter Opfer und seine Frau Erika „keine Seltenheit“. „Jetzt ist erstmal Pause“, sagt er. Auch die Kolpingsfamilie wird sich völlig aus dem Haus verabschieden. „Das tut weh,“ bekräftig Marc Westerhoff, „es hängt sicherlich viel Herzblut an dem Haus, das war die Heimat der Kolpingsfamilie. Und wir werden unsere Mitglieder sicher nicht bis nach Höntrop ins andere Kolpinghaus locken können.“

Ein Großteil der Treffen wird wohl in den Gertrudissaal auf die Kirchenburg verlegt werden, die Mitglieder sind bereits schriftlich informiert worden. „Und leider müssen wir wohl mit einer Welle von Austritten rechnen,“ bedauert der Vorsitzende. Für die weitere Arbeit will die Kolpingsfamilie Zentral stärker mit den Nachbarn in Leithe und Westenfeld zusammenarbeiten. „Allein durch die räumliche Nähe machen wir ja schon viel gemeinsam.“

„Vielleicht bleibt ja zumindest der Name, das Schild über dem Eingang erhalten,“ hofft Westerhoff, „das wäre zumindest noch ein kleiner Trost.“ Die Kolpingsfamilie will den Saal besenrein überlassen, der Inhalt der vollen Schränke muss sortiert werden. Gerade beim Geschirr soll Kontakt zur katholischen Kirchengemeinde aufgenommen werden, „denn beim Pfarrfest geht ja immer wieder ‘was kaputt.“

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