Fest im Flüchtlingsdorf

Ehrenamtliche gestalten ein Bewohnerfest im Flüchtlingsdorf

Das Flüchtlingsdorf an der Höntroper Straße 99, fotografiert aus der Vogelperspektive.

Das Flüchtlingsdorf an der Höntroper Straße 99, fotografiert aus der Vogelperspektive.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Höntrop.  Die Awo und das Aktionsbündnis richten an Pfingsten ein Fest in der Flüchtlingsunterkunft in Wattenscheid aus. Sachspenden sind willkommen.

Einen bunten Pfingstsonntag bieten die Awo und das Aktionsbündnis „Bochum hilft“ gemeinsam den Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft an der Höntroper Straße 99. „Es wird ein internes Fest nur für die Bewohner“, so Einrichtungsleiterin Christina Pell. „Sie alle sollen einfach einen schönen Nachmittag erleben.“ Und dafür spendieren die fünf Mitarbeiter des Domizils und weitere ehrenamtliche Helfer auch an einem Pfingstsonntag gern ihre Freizeit.

Das Aktionsbündnis „Bochum hilft“, ins Leben gerufen von Michael Doering, Techniker im Bochumer Schauspielhaus, „wirkt mit“, so Christina Pell. „Das Bündnis hat Spenden gesammelt, organisiert Waffelteig und Kuchen und will vielleicht sogar ein kleines Unterhaltungsprogramm auf die Beine stellen“, so Pell.

Sachspenden erwünscht: „Wir brauchen wirklich alles“

Die Awo-Mitarbeiterin hat Doering bei einer Weihnachtsaktion in der Bochumer Obdachloseneinrichtung Fliedner-Haus angesprochen, ob das Bündnis auch mal einen Nachmittag in der Höntroper unterstützen würde. Gesagt, getan.

„Schon im Vorfeld sind jetzt Spenden bei uns abgegeben worden“, so Christina Pell. „Aber wir brauchen wirklich alles. Von Hygieneartikeln über Bettwäsche, Kleidung, Schuhe, Süßigkeiten für die Kinder, Haushaltswaren wie Teller, Tassen und Besteck und auch gerne Stofftiere.“

In der Höntroper Unterkunft leben insgesamt 135 Flüchtlinge und Obdachlose, Männer, Frauen, Familien mit Kindern und auch Menschen, die im Rollstuhl sitzen müssen. Christina Pell: „Wir haben einen behindertengerechten Trakt.“

Gerade die obdachlosen Bewohner besäßen quasi nichts, bis auf die Grundausstattung, die das Haus zur Verfügung stellt. „Sie sind auf Hilfsgüter angewiesen“, sagt Christina Pell. „Wir haben dank der Kleiderspenden jetzt eine kleine Kleiderkammer einrichten können. Das hilft schon mal ein bisschen weiter.“

Eine Obdachlose unterrichtet Deutsch

Der Zusammenhalt zwischen Flüchtlingen und Obdachlosen funktioniere in der Unterkunft ganz gut. „Eine wohnungslose Frau, die in der Unterkunft lebt, bringt einem syrischen, alleinerziehenden Vater die deutsche Sprache bei und hilft seinem jugendlichen Sohn bei den Hausaufgaben“, sagt die Heimleiterin. „Oft kümmern sich die Bewohner auch gemeinsam um das Außengelände, räumen auf, halten es sauber oder zupfen Unkraut.“

In einigen Fällen kämen auch Flüchtlinge, die übergangsweise eine Wohnung gefunden haben, als Obdachlose in die Einrichtung zurück. „Insofern leben bei uns Menschen vom Säuglings- bis ins Seniorenalter.“

Am Pfingstsonntag sollen die Bewohner auf jeden Fall einen schönen Nachmittag erleben können. Dafür wollen das Betreuerteam, Ehrenamtliche aus den Awo-Kreisverbänden und das Aktionsbündnis „Bochum hilft“ sorgen.

Wer noch Spenden jedweder Art, ob Bekleidung, Schuhe, Haushaltswaren oder Hygieneartikel, Spielzeug oder sogar eine kleine Nachttischlampe beisteuern möchte, kann diese in der Flüchtlingsunterkunft an der Höntroper Straße täglich von morgens bis abends – auch über den Pfingstsonntag hinaus – abgeben. Christina Pell: „Unser Sicherheitsdienst nimmt die Spenden gerne am Eingang in Empfang.“

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