Rathaussturm

Dreifache Premiere beim längst traditionellen Rathausturm

Spanische Erdbeeren, Matrosinnen und viel jeckes Volk trifft sich im Foyer des Rathauses und feiert. Fotos:Gero Helm

Spanische Erdbeeren, Matrosinnen und viel jeckes Volk trifft sich im Foyer des Rathauses und feiert. Fotos:Gero Helm

  Standprinzenpaar, Bezirksverwaltungsstellen-Chef und Brandschutzvorrichtungen sind neu. Riesenstimmung, Tanz und Gesang in der „guter Stube“.

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Es gibt immer ein erstes Mal: Der Wattenscheider Rathaussturm, jahrzehntelange Tradition, war gestern die Bühne für gleich drei Premieren. Die neue Stadtprinzessin Sarah I. (Markhoff) enterte mit Gefolge und Prinz Marc I. (Westerhoff) die „gute Stube“. Den Rathausschlüssel abnehmen musste sie Karlheinz Kayhs, seit zehn Monaten Chef der Bezirksverwaltungsstelle. Er hat schon viele Rathausstürme miterlebt, musste aber erstmals als Hausherr die Schlüsselgewalt abgeben. Dritte Neuerung: Brandschutzwände und Türen. Lange haben Verwaltung und Politik überlegt, wie sie trotz der Panzerglaswand den Rathaussturm stemmen können.

Im Handumdrehen

Das Ergebnis: Prinzessin Sarah, FBI-Chefin, hat nicht lange gezaudert und im Handumdrehen dem „Rathaus-Chef“ den Schlüssel abgenommen . Prinz Marc, Anführer der „Panzerknacker“, stand ihr – in Handschellen – souverän zur Seite. Und: Die ungezählten „Weiber“ und die männlichen Jecken feierten und tanzten vor und hinter der Brandschutzwand, als hätte es sie schon immer gegeben. Hausherr Kayhs und Bezirksbürgermeister Molszich: „Hätten wir wegen dieser Wand die tolle Rathaussturm-Tradition beenden sollen? Nicht in Wattenscheid!“

Schunkeln und Tanzen

Für Stimmung in der Bude sorgte DJ Dieter Engert, brachte „Einhörner“, „Piratinnen“, „freche Früchtchen“, die tollitäre Panzerknacker-Bande und sogar das Skelett zum Singen und Tanzen. Fröhliches Gedränge und Geschunkel in der ersten Etage, vor der Sektbar des Amtszimmers und vor dem Ausschank im Flur: Die Bewirtung klappte zügig. Stimmung auch vor dem Rathaus. Am Imbiss- und Getränkestand auf dem Rathausplatz konnten sich die Jecken versorgen.

Sevinghauser Halle

Doch auch ernste Themen standen bei den Karnevalisten im Fokus. „Warum hat die Stadt Bochum nicht ermöglicht, die Gänsereiterhalle Sevinghausen zu kaufen und zur Veranstaltungsstätte für alle Vereine zu machen?“, fragte ein Insider in die große Runde. Die Halle am Wattenscheider Hellweg steht, wie berichtet, vor Schließung und Abriss, weil die Stadt den Pachtvertrag gekündigt hat. Der Gänsereiterclub Sevinghausen als Traditionsverein aus dem Jahr 1598 hat deshalb erhebliche Probleme.

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