Kreative Premieren

Diese Künstlerin hat viele ganz verschiedene Gesichter

Dirigentin und Märchenerzählerin Jutta Hartwig (links) trifft ihre komödiantische Kunstfigur Trixi.

Dirigentin und Märchenerzählerin Jutta Hartwig (links) trifft ihre komödiantische Kunstfigur Trixi.

Foto: Jutta Hartwig

Bochum-Wattenscheid.  Jutta Hartwig dirigiert das Akkordeon-Orchester Ruhr und wird Märchenerzählerin. Nun tritt die Wattenscheiderin erstmals als Komikerin auf.

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Wer darf es sein? Jutta Hartwig, die Dirigentin des „Akkordeon-Orchester Ruhr“? Oder doch die Hobby-Autorin und Märchenerzählerin? Zu ernst? Dann übernimmt Trixi, „ein liebenswertes Kind des Ruhrpotts mit grünem Daumen“ kurzerhand komödiantisch die Bühne. Musik, Geschichten und Comedy: die 64-jährige Wattenscheiderin Hartwig lebt ihre Kreativität in vollen Zügen aus und zeigt, wie eins zum anderen führen und inspirieren kann.

Anfänge am Akkordeon

Am Anfang klang der Ton. „Als Kind bin ich mit dem Akkordeon in den Musikunterricht gegangen“, berichtet Hartwig über ihren Start am Handzuginstrument. Die Spielerin bildete sich weiter, lernte vor „rund 30 Jahren das Dirigieren beim Deutschen Harmonika-Verband. Alles als Hobby, ich bin keine studierte Musikerin.“ Muss sie auch nicht sein. Das Akkordeon-Orchester Ruhr (AOR) leitet Hartwig seit 2012 erfolgreich als Dirigentin bei zahlreichen Auftritten in Wattenscheid, Bochum und der Umgebung.

Eine selbst verfasste Weihnachtsgeschichte war es dann, die neue kreative Wege und Ausdrucksformen eröffnete. „Aus der Geschichte wurde ein Hörbuch und ich habe meine Stimme entdeckt, wollte mehr aus ihr herausholen.“ So begann sie im Februar eine Fortbildung im „Märchenerzählen“ am Figurentheater-Kolleg in Langendreer, der Abschluss steht am 9. November an.

Nur einen Tag später wird Hartwig auf die Kunstform der Kollaboration zurückgreifen: „Mit dem Akkordeon-Orchester treten wir am 10. November in der Alten Kirche am Markt auf. In das Konzert wird auch meine Premiere als Märchenerzählerin eingebettet sein.“

Die Musik wird um Geschichten für Erwachsene erweitert, Hartwig und ihr AOR teilen sich die rund 90 Minuten, sie selbst wird Dirigentin und Erzählerin in Personalunion sein.

Und da Premieren ihren ganz eigenen Reiz versprühen, fordern und gleichermaßen anspornen, legt Hartwig direkt nach. Trixi, ihre Comedy-Figur, nimmt die märchenhafte Geschichte der künstlerischen Entwicklung auf. Ihr lachendes Dasein fußt auf den Standbeinen Akkordeon und Märchen – wie könnte es anders sein. „Im Figurentheater wird auch Comedy unterrichtet, eine Teilnehmerin des Märchenkurses hat mich mitgenommen.“ Und auf dem Weg dorthin ist sie auch noch dem „Clownesken Spielen“ begegnet.

Kunstfigur vereint Einflüsse

Die neuen Einflüsse leibte sich die Kunstfigur ein, die während einer musikalischen Lesung mit dem Akkordeon-Orchester erstmals in Erscheinung trat. „Trixi ist ständig im Garten beschäftigt, hat eine liebenswerte Kodderschnauze und kennt nichts Böses“, beschreibt Hartwig ihre clowneske Komikerin.

Und das Ruhrpottkind darf sich bei ihrer Premiere „Ja hömma – is datt wahr?“ am 16. November im Haus Spitz (Stiepel) über Wattenscheider Verstärkung freuen. „Ich bin sehr froh, dass mich Roman Wieland und Daniel Guta als Komiker bei meiner Premiere unterstützen. Beide könnten vom Alter her meine Söhne sein, was eine tolle Abwechslung für den Humor am Abend sein wird.“ Wieland machte mit den Aufführungen seiner eigenen Theaterstücke „Und… stündlich sterben die Erben“ und „Dschinn im Pott“ im Günnigfelder Wichernhaus auf sich aufmerksam.

Guta übernahm bereits zahlreiche Rollen in der Waldbühne Höntrop. In dieser Spielzeit inszenierte er zudem „Rotkäppchen“ für die Volksbühne Wattenscheid, überarbeitete den Text, spielte selbst mit, entwarf und baute das Bühnenbild. Hartwig alias Trixi, Wieland und Guta werden Solo-Nummern aufführen, aber auch einmal „mit den anderen zusammen“ auf der Bühne stehen.

Und Hartwig plant bereits weiter, hat Gefallen an ernster Literatur gefunden, möchte künftig auch rezitieren. „Jetzt aber waren Comedy und Quatsch erstmal vorrangig.“

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