Wattenscheider Kulturnacht

Die Wattenscheider Kulturnacht lockt in die Innenstadt

Die Junge Chorgemeinschaft Wattenscheid und Leiterin Gudrun Stumpf erheben die Stimmen für die europäische Union in der Propsteikirche.

Die Junge Chorgemeinschaft Wattenscheid und Leiterin Gudrun Stumpf erheben die Stimmen für die europäische Union in der Propsteikirche.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Mitte.  Die Elfte Auflage der Wattenscheider Kulturnacht bietet viele kostenlose Veranstaltungen. Alle Spielstätten liegen mitten in der Innenstadt.

Die kurze Schaffenspause ist vorüber, es wurde tief Atem geholt. Die 11. Wattenscheider Kulturnacht steht in den Startlöchern und wird am Freitag (7.) über mehrere Stunden abwechslungsreiche Veranstaltungen bieten. Natürlich kostenlos.

2018 noch habe man das kulturelle Angebot in Absprache ausfallen lassen, um keine Konkurrenzsituation zu anderen zeitgleichen Veranstaltungen zu schaffen, informiert Mustafa Calikoglu vom Awo Centrum-Cultur: „In diesem Jahr wollen wir mehr bieten, es soll ständig etwas los sein. Gerade weil Wattenscheid-Mitte als Brennpunkt im Sozialbericht gekennzeichnet wurde, möchten wir der gesamten Bevölkerung die Teilhabe ermöglichen.“

Dass sich das Konzept längst bewährt hat, steht für Calikoglu außer Frage: „Die Kulturnacht ist eine Aufwertung des Stadtteils und schon ein Markenzeichen für WAT-Mitte. Die Leute haben wieder die Möglichkeit, sich Programmpunkte aus den Bereichen Musik, Kunst, Lesung, Zirkus, Theater und Vortrag auszusuchen und sind so nicht gezwungen, sich auf einen Teil festzulegen.“

Kirchen verbinden Auftrittsorte

Dazu wird im Herzen der Wattenscheider City wieder die historisch-kulturelle Achse von der katholischen Propsteikirche, über die Bücherei im Gertrudiscenter und einer Bühne auf dem Alten Markt bis hin zum evangelischen Gemeindezentrum samt Alter Kirche gebildet. Zusätzlich präsentiert die Fachschaft Kunst der Märkischen Schule im Seniorenbüro (Caritas-Zentrum, Propst-Hellmich-Promenade 29) eine Ausstellung.

Bezirksbürgermeister Manfred Molszich eröffnet die Kulturnacht um 17.45 Uhr in der Alten Kirche am Markt, wo im Anschluss Franziska Dannheim und Jeong-Min Kim eine „Oper légère“ mit Piano und Stimme bieten. Um 19 Uhr ist dann volles Programm an allen Orten angesagt: Die Bühne auf dem Marktplatz nimmt zunächst der Watt’n Zirkus der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule in Beschlag. Stadtarchivar Andreas Halwer blickt in der Bücherei in seinem Vortrag „WAT in Europa – Europäer in Wattenscheid“ über kommunale Grenzen hinaus.

Uraufführung eines Medleys

Die Europäische Union erklingt auch in der Propsteikirche. Dort bittet die Junge Chorgemeinschaft Wattenscheid gemeinsam mit dem Katholischen Forum und der Kunstwerkstatt am Hellweg zu Konzert und Lesung „Europa – eine musikalische Begegnung“. Chorleiterin Gudrun Stumpf kündigt eine Uraufführung an: „Ein eigens für die Kulturnacht arrangiertes und komponiertes Medley, das auf der Grundlage europäischer Hymnen zusammengestellt wurde.“ Sefik Tagay liest in der Alten Kirche „Die Eziden und das Ezidentum“, ein Schüler-Lehrer-Ensemble der Märkischen spielt nebenan im Gemeindezentrum.

Um 20 Uhr treffen dann in der Bücherei „Krimis auf Satire“ bei einer Lesung von Peter und Klaus Märkert, die Band „Alla Turka“ bespielt den Alten Markt. Im ev. Gemeindezentrum heißt es „Ergreif das Wort – Mach Theater“: Jugendliche und junge Erwachsene präsentieren ihr Stück, das im Rahmen des Theaterprojektes „Choreokratie“ entstanden ist. In der Alten Kirche musiziert die Band „Freylekhs“.

Weiter geht’s mit Live-Musik um 21 Uhr: Die „X-Vision Band“ spielt im Gemeindezentrum, die Bochumer „E 62“ bringen Rock und Pop auf die Marktbühne. Dort findet ab 22 Uhr auch der Ausklang statt. „Freylekhs“ und „Alla Turka“ gestalten das Ende der langen Kulturnacht. Calikoglu: „Das ist auch für uns Organisatoren eine schöne Sache, da wir alle gemeinsam das Konzert verfolgen können.“

15 Organisationen und Vereine zeichnen sich für das umfassende Programm verantwortlich. Die Awo habe federführend die Organisation übernommen, so Calikoglu, der gleichzeitig den gemeinsamen Einsatz und die Bemühungen aller involvierten Personen hervorhebt.

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