Verein „Die Brücke“

„Die Brücke“ hilft seit 35 Jahren psychisch Kranken

Das Peter-Auerbach-Haus an der Westenfelder Straße 52.

Foto: Klaus Pollkläsener

Das Peter-Auerbach-Haus an der Westenfelder Straße 52. Foto: Klaus Pollkläsener

Wattenscheid.   Dr. Peter Auerbach gründete den Verein der Freunde und Förderer psychisch Behinderter im Jahr 1982. Institution lädt ein zum „Tag der offenen Tür“

Etwa zwei Prozent der erwachsenen Einwohner in der Region haben psychische Probleme. Diese Zahl nennt Frank Schöpper von der Diakonie Ruhr. Diese Zahl verändere sich auch im Laufe der Jahre nur unwesentlich.

Erkannt hat die Notwendigkeit, sich aktiv für Menschen mit psychischen Behinderungen einzusetzen Dr. Peter Auerbach schon vor 35 Jahren. Der im Jahr 2010 verstorbene, ehemalige Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Martin-Luther-Krankenhauses, ist vielen Wattenscheidern unvergessen. Er war im Jahr 1982 der Begründer der „Brücke e.V.“, der Kontakt- und Beratungsstelle und der Tagesstätte für psychisch Kranke.

Dass „Die Brücke“ gestern wie heute offen ist für alle interessierten Bürger beweist einmal der „Tag der offenen Tür“. Am 22. Juni lädt der Verein von 11 bis 18 Uhr ins Peter-Auerbach-Haus an der Westenfelder Straße 52 zu Kaffee, Kuchen, Grillwürstchen und vor allem zum Kennenlernen und guten Gesprächen ein.

Sehr viel getan hat sich in den vergangenen 35 Jahren. Der Verein hat sich längst etabliert, ist aus dem Versorgungsnetzwerk für psychisch Erkrankte in Bochum nicht mehr wegzudenken. Gestartet hat „Die Brücke“ einst an der Westenfelder Straße 94 mit einer Fahrradwerkstatt. Hier konnten „Besucher“, so die Bezeichnung für Betroffene, und auch Interessierte Zweiräder reparieren. Gemeinsam, ganz ungezwungen. Ein Kontaktclub kam hinzu, eine Buchbinderei, eine Werkstatt – und Ergo-Therapeuten. Bald zog „Die Brücke“ zwei Häuser weiter um in die Westenfelder Straße 90. Und vor 15 Jahren dann in die Westenfelder Straße 52, wo der Verein bis heute sein Domizil auf- und ausgebaut hat. Einer Tagesstätte für 20 Personen, dem Kontaktclub und vor allem der Beratungsstelle gibt das Peter-Auerbach-Haus Platz, Raum und ein Zuhause.

Heute zählt das Peter-Auerbach-Haus sechs festangestellte Mitarbeiter. Darunter Angelika Koch als Frau der ersten Stunden und Leiterin der „Brücke“. Sozial-Pädagogen und Ergo-Therapeuten komplettieren das Team. Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit der Einrichtung: Im Jahr 2016 wurden 188 Besucher, davon 110 Frauen und 78 Männer, in der Beratungsstelle betreut.

Marion Meichsner, Vorsitzende und schon lange aktiv im Dienst der „Brücke“: „In den ersten Jahren gab es keine Zuschüsse, keine finanzielle Unterstützung. Wir haben die Arbeit durch Spenden gestemmt. Und durch die immer großzügige Unterstützung von Klaus Steilmann.“ Seit 1993 fördert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe die Tagesstätte. Die Stadt Bochum unterstützt seit 2015 die Beratungsstelle.

„Ganz wichtig“, so Vorsitzende Meichsner, „ist unser Netzwerk, der Gemeindepsychiatrische Verbund, die Zusammenarbeit mit vielen Stellen, ob der Diakonie Ruhr und vor allem der Psychiatrie des Martin-Luther-Krankenhauses.“ Nur gemeinsam, im Verbund, sei die gute, effektive Arbeit möglich.

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