Fab Four

Die „Beatles“ ziehen Besucher aus Europa ins Ruhrgebiet

V.l.: Gerd Haumann, Bernd Albers und Frank-Norbert Rüb von den „Ruhrgebeatles“ erinnern sich an die Beatles Konzerte von 1966 und empfingen Gäste aus Deutschland und Europa.

V.l.: Gerd Haumann, Bernd Albers und Frank-Norbert Rüb von den „Ruhrgebeatles“ erinnern sich an die Beatles Konzerte von 1966 und empfingen Gäste aus Deutschland und Europa.

Foto: Vladimir Wegener

Wattenscheid/Essen.   Wattenscheider und Bochumer Mitglieder des Fanclubs „Ruhrgebeatles“ empfangen Fab-Four-Fanatiker aus Europa. Auch in Essen werden Spuren gesucht.

Hysterie, Massenauflauf, Ausnahmezustand, kurz: „Beatlemania“. Die wohl berühmtesten vier Pilzköpfe erreichen mit dem Zug Mülheim an der Ruhr, fahren in Limousinen weiter zur Essener Grugahalle und spielen zwei Konzerte ihrer „Bravo-Beatles-Blitztournee“. 8000 größtenteils Jugendliche haben eine Karte bekommen, 1000 weitere hoffen vergebens auf Einlass. Innen richten die Wattenscheider Brüder Bernd und Wolfgang Albers die Kamera auf die Bühne und den legendären Vierer.

Liverpool, Dublin, Berlin, Hannover, Bochum und Wattenscheid: die „Ruhrgebeatles“ Bernd Albers (73), Gerd Haumann (66) und Frank-Norbert Rüb (69) zeigen, dass die „Fab Four“ ihre Fans noch immer zusammenkommen lassen. Eine zwölfköpfige Gruppe mit besonderen Gästen begab sich auf die Spuren der Blitztournee von 1966: Die Bochumer „Ruhrgebeatles“, mit 85 Mitglieder laut eigener Aussage der größte Fanclub Deutschlands, empfingen Vereine aus Berlin und Hannover und zwei Persönlichkeiten der Fan-Szene: David Bedford, Autor des Buches „Liddypool – Birthplace of the Beatles“, und Stephen Kennedy, Direktor des „Dublin Beatles Festival“.

In Mülheim kamen die Pilzköpfe an

Mit den lokalen Fährtensuchern ging es u.a. zum heutigen S-Bahnhof „Mülheim (Ruhr) West“, wo vor fast 53 Jahren der Zug aus München mit dem Liverpooler Quartett Halt machte. Der Waggon, in dem John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr einst saßen, stehe heute in Koblenz, weiß Haumann. Für Albers ist klar: „Da fahren wir auch mal hin.“

Auch das Gelände rund um einen der letzten Auftrittsorte der legendären Band wurde besichtigt, die Grugahalle selbst war nicht zugänglich. Albers, gemeinsam mit „Ruhrgebeatle“ Peter Kasprzyk einer von zwei Zeitzeugen der Konzerte, berichtet in Erinnerungen schwelgend: „Damals war alles von der Polizei abgeschirmt. 15 DM habe ich für meine Karte bezahlt, das Konzert war der ,Durchbruch’ meiner Beatles-Leidenschaft.“

Über den 25-minütigen Film, den er zusammen mit seinem verstorbenen Bruder Wolfgang aufnahm, redete er mit Edel-Fan und Beatle-Historiker Bedford: „Er wollte mit uns Zeitzeugen sprechen und alles wissen. Ich habe ihm erzählt, wie es aussah, wo man die Karten bekommen hat, wie das Konzert war, welche Stimmung herrschte.“

Besonders ist eine Farbaufnahme von „Paperback Writer“ der Gebrüder Albers: Erst zwei Wochen vor den Essener Konzerten (25. Juni 1966) hatten die Beatles das Stück veröffentlicht.

Zu den Auftritten durfte Haumann 1966 nicht: „Ich war 13, meine Eltern haben mich nicht gelassen. Fan wurde ich durch einen Mitschüler, der ständig die Songs gesungen hat.“ Rübs Leidenschaft schürte der Rummel: „Auf der Kirmes in Solingen habe ich 1964 Beatles-Lieder gehört. Die haben mich gepackt, nicht mehr losgelassen.“ Gemeinsam sind sie in ihrem Fanclub auf den Spuren der Beatles und weisen Fab-Four-Fanatikern aus ganz Europa die Wege.

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