Tuning

Car-Freitag an der A40 – Zwölf Tuner mussten Auto abgeben

Car-Friday in Bochum

Die Polizei überprüft am sogenannten Car-Friday in Bochum Autos aus der Tuning-Szene.

Die Polizei überprüft am sogenannten Car-Friday in Bochum Autos aus der Tuning-Szene.

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Westenfeld.   Die Polizei hat am Car-Freitag am Dückerweg in Wattenscheid getunte Autos kontrolliert. 2500 Fans waren angereist – 222 Wagen wurden überprüft.

Beide Seiten sind vorbereitet, man kennt sich inzwischen. Wer am Karfreitag am Dückerweg von der A 40 abfährt, will nicht nur einen Burger essen. Sondern sein Auto zeigen, vor allem die Umbauten und Veredelungen. Und der weiß, dass die Polizei darauf vorbereitet ist, auf den Karfreitag, den Car-Freitag am Szene-Treff im Ruhrgebiet.

„Vielleicht 30 Beamte“, stapelt der Bochumer Polizei-Pressesprecher Volker Schütte tief auf die Frage nach den eingesetzten Kräften. „Können auch mehr sein“, kommentiert der Einsatzleiter Hermann Baethke prompt. Genaues will er nicht sagen.

Die Bilanz am Abend: Rund 2500 Autos sind angereist, 222 Karossen intensiv von der Polizei überprüft worden. Die Beamten, die von einem Sachverständigen unterstützt worden sind, haben 52 Fahrzeuge beanstandet. 17 Mal ist die Betriebserlaubnis erloschen, zwölf Autofahrern wird die Weiterfahrt untersagt.

Schon morgens winkt ein Polizist einen Golf GTI in die „Boxengasse“. Das dumpfe Motorgeräusch fällt auf. Der Auto-Freak aus dem Kreis Recklinghausen hat das Auspuffrohr durchgetrennt. Mit herunterhängenden Rohrteilen ist er über die Autobahn nach Wattenscheid gefahren. Laut Polizeisprecher Schütte „hat der technisch versierte Schrauber die Teile mit einer Muffe und einer Schelle wieder zusammengebaut.“

In der Umgebung des Tuning-Treffens, auf der A 40 und dem Nordhausenring, führt die Polizei 1400 Geschwindigkeitskontrollen durch. 172 Autofahrer werden geblitzt und müssen ein Verwarngeld zahlen.

Gegen 14 Uhr werden Beamte auf einen Motorradfahrer (21) aufmerksam, der über den Nordhausenring brettert. Die Polizei nimmt die Verfolgung auf: Der Biker ist in einer 60er-Zone mit 180 km/h unterwegs und schwenkt dabei im kurvigen Bereich abwechselnd von der linken auf die rechte Spur. Auf der Wittener Straße wird der 21-Jährige gestoppt – Führerschein und Motorrad werden sichergestellt.

Die Beamten, unterstützt von der Bereitschaftspolizei und der Dortmunder Autobahnpolizei, stellen drei Verstöße gegen die Gurtpflicht sowie einen Handyverstoß fest. Nach positiven Drogenvortests wird bei vier Autofahrern eine Blutprobe angeordnet und Strafanzeige geschrieben.

Das Wetter ist ideal für Hochglanz-Lack oder Chromfelgen – und für viele Schaulustige, die es sich im Bereich Dückerweg auf Camping-Stühlen an den Parkplätzen bequem gemacht haben.

Schwierigkeiten, genug Beamte für den Extra-Einsatz zu bekommen, hatte Einsatzleiter Baethke trotz des Wetters nicht. „Die haben sich freiwillig gemeldet.“ Polizeisprecher Schütte meint nach

kurzem Umsehen: „Einige Autos kennt man auch schon vom letzten oder vorletzten Mal.“ Aber einige Auto- oder auch Motorradfahrer bleiben – zumindest kurz – in den Maschen der Kontrollen hängen, weil sie nicht an den Treff mit Kult-Charakter gedacht haben.

Spezialisten im Einsatz

Etwa der Ferrari, grau-metallic. Chrom-Speichenfelgen, und die Beamten betonen die Frage schon anders als bei anderen Autos: „Haben Sie an dem Fahrzeug etwas verändert?“ – „Der ist vollkommen original.“ Das Schmuckstück ist aus dem Jahr 1964, hat einen Schätzwert von bis zu 100.000 Euro. Die Kontrolle ist schnell erledigt.

Länger muss Harley-Davidson-Fahrer Dirk warten, er wollte zum Phoenix-See. Bei ihm ist der Check keine große Sache, alle Umbauten sind genehmigt. Pech hat Michael aus Stadthagen mit seinem Mazda-Cabrio. „Den hab’ ich schon so gekauft, das ist nicht so wild,“ meint er noch. Doch die Beamten achten am „Car-Freitag“ auf alle Details. Zwar sind bei Michael Lenkrad und Fahrwerk zugelassen, aber die Kombination ist nicht eingetragen. Das kostet ihn 50 Euro und ein missmutiges „War ja klar...“ von seiner Beifahrerin.

Der Gutachter nimmt sich Zeit bei seinen Prüfungen und Erklärungen. „Das Fahrzeug muss in allen Betriebszuständen verkehrssicher sein“, stellt er klar. Kritisch sind da schon die großen Aufkleber in der Scheibe eines Opel Corsa. Bei einem Unfall könnten gefährlich große Bruchstücke entstehen, sagt der Mann von der Dekra.

Bei einigen Karossen kommen die Spezialisten zum Einsatz. „Die sehen vor allem nach dem Chip-Tuning“, erklärt Volker Schütte. „Und der ist ja schon mal richtig schnell“, ist sein Urteil über einen roten Kombi.

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Die Polizei überprüft am sogenannten Car-Friday in Bochum Autos aus der Tuning-Szene.
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