Sicherheit

Der Staffelstab wechselt bei der Polizei in Wattenscheid

Olaf Wirths, links, löst Jürgen Börger im Bezirksdienst der Polizei in Wattenscheid-Höntrop ab.

Olaf Wirths, links, löst Jürgen Börger im Bezirksdienst der Polizei in Wattenscheid-Höntrop ab.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Höntrop.  Olaf Wirths wird neuer Bezirksbeamte der Polizei in Höntrop. Sein Vorgänger Jürgen Börger freut sich nach 43 Jahren Dienst in Uniform auf Reisen.

Jürgen Börger hat seinen Sprengel als sehr angenehm erlebt, die Menschen offen im Umgang. Nach 13 Jahren im Bezirksdienst im Wattenscheider Süden und stattlichen 43 Jahren bei der Polizei geht der 62-Jährige in den Ruhestand. Olaf Wirths, ebenfalls Hauptkommissar, tritt an seine Stelle.

„Dorfsheriff“ der Begriff darf ruhig bleiben, bei dem lächelt auch Wachleiter Peter Stephan immer noch. Eher dörflich ist es ja auch, in den Siedlungsschwerpunkten ballt es sich da schon eher.

Jürgen Börger sieht es dennoch entspannt, dass in diesen Ecken mit dichter Bebauung einfach mehr anfällt, weil mehr Menschen aufeinander kommen. Eher viele Auffälligkeiten rund um den Bahnhof Höntrop aus dem rechten Spektrum, ja, die gab es wohl. Oder vor vielen Jahren das Theater rund um das Gänsereiten mit Demonstrationen und Aufeinandertreffen mit geradezu aufgebrachten Gegnern der Veranstaltung.

Der Karneval in WAT ist etwas Spezielles

Auch der Karneval allgemein, der hat eben seinen besonderen Stellenwert in Wattenscheid, und bringt dann auch über drei, vier Tage richtig viel Arbeit mit der Planung der Strecken, der Zugsicherung und Absperrungen. Nichts, was Börger im Nachhinein noch angestrengt pusten ließe.

Mit dem Wohnmobil nach Schottland

Vor einem Jahr haben er und seine Frau sich probeweise ein Wohnmobil ausgeliehen und Schottland erkundet, das hat sie auf den Geschmack gebracht für einen eigenen Camper. „Richtig schön da, beim nächsten Mal gleich länger“, meint er länger. Jetzt freut er sich erst einmal auf mehr Zeit mit den und für die fünf Enkel und seinen Berner Sennenhund „Bruno“.

Was in der Erinnerung blieb

Ganz schlimm ist ihm ein schwerer Unfall aus den ersten Dienstjahren auf dem Aschenbruch in Erinnerung geblieben, bei dem eine junge Frau und ein Mädchen starben. „Wir waren noch vor dem Krankenwagen da“, erinnert Börger sich, „und es kam mir vor, als würde der ewig brauchen, dabei waren das gerade mal fünf, sechs Minuten.“

Und, was er um so lieber in Erinnerung hat: „Ich hab nie schießen müssen. Und das kann ich jedem nur wirklich auch wünschen.“

Im Kontakt mit Schulen und Kindergärten

Als gebürtigem Wattenscheider ist Olaf Wirth natürlich Höntrop auch nicht fremd, „und die vielen Kontakte, gerade zu den Sportvereinen und den Karnevalisten, die ergeben sich mit der Zeit von selbst, schon durch Mundpropaganda“, ist er sicher. Seit 1984 ist er ihm Polizeidienst, seit 13 Jahren in WAT. Die Schwerpunkte, auf die Jürgen Börger besonders geachtet hat, die will er sicherlich auch im Auge behalten. Allein bei der Betreuung von drei Schulen und sechs Kindergärten, nur kurz überschlagen, wird sich vieles von selbst ergeben, etwa bei der Verkehrserziehung und bei der Schulwegsicherung.

Die ursprüngliche Zahl zur Orientierung habe bei etwa 1:10.000 gelegen, also gut 10.000 Einwohner pro Bezirksbeamten, erläutert Wachleiter Peter Stephan die Karte an der Wand. Inzwischen teilen sich auf Wattenscheider Gebiet acht Beamte den Bezirksdienst.

„Die Schwerpunkte haben sich mit der Zeit natürlich verschoben“, beschreibt er, „wir haben viel häufiger etwa Ermittlungen zum Aufenthalt für die Staatsanwaltschaft oder waffenrechtliche Überprüfungen, dann auch Opferbetreuung nach Einbrüchen zu Beispiel“. Das ganze Programm der Großstadt.

https://www.waz.de/article225939965.ece

https://www.waz.de/archiv-daten/article217475059.ece

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben