Martin-Luther-Krankenhaus

Das Krankenhaus am Standort Wattenscheid ausbauen

Das Martin-Luther-Krankenhaus aus der Vogelperspektive.

Foto: Hans Blossey/Archiv

Das Martin-Luther-Krankenhaus aus der Vogelperspektive. Foto: Hans Blossey/Archiv

Wattenscheid.   Gespräch mit Bernd Löser, Geschäftsführer des Martin-Luther-Krankenhauses. Kardiologie wird erweitert. Patientenzuwachs von acht Prozent.

Angetreten ist Bernd Löser (49) als neuer Geschäftsführer des Martin-Luther-Krankenhauses (MLK) genau vor einem Jahr. Sein Credo war: „Wir wollen die Klinik für Wattenscheid sein.“ Daran hat sich nichts geändert. „Im Gegenteil“, sagt Löser im ersten Jahresbilanz-Gespräch mit der WAZ. „Wir bauen das Krankenhaus und damit den Standort Wattenscheid weiter aus und sichern die Zukunft des Hauses auf Dauer.“

Rund 6000 Menschen in diesem Jahr behandeln

Um genau diese Zukunft sichern zu können, müssen die Zahlen stimmen. Löser: „Wenn wir das Jahr 2017 hochrechnen, verzeichnen wir jetzt acht Prozent mehr Patienten als in 2016.“ Rund 6000 Menschen wird das Krankenhaus in diesem Jahr behandeln, versorgen und pflegen, so die Prognose. In 2016 zählte das MLK 5500 Patienten.

Auch sei das Krankenhaus auf einem guten Weg heraus aus den roten Zahlen. Siebenstellige Fehlbeträge gehören der Vergangenheit an, auf eine sechsstellige Summe konnte reduziert werden.

Ausbau vorantreiben

Geschäftsführer Löser führt die wirtschaftliche Verbesserung auf viele Faktoren zurück. Der neue Hybrid-Operationssaal, der im vergangenen September eröffnet wurde und rund drei Millionen Euro gekostet hat, werde gut genutzt. Der OP ist mit einer beweglichen Röntgenanlage ausgestattet, so kann gleichzeitig diagnostiziert und operiert werden. Kernstück des OP ist der Herzkatheter-Messplatz. Alle invasiven Untersuchungen und Therapien – Herzinfarkte, Gefäßverschlüsse oder Thrombosen – können unter OP-Bedingungen ausgeführt werden.

Die Kardiologie um Chefarzt Dr. Peter Both hat personell um zwei Oberärzte aufgestockt. Ein weiterer Facharzt und auch Funktionspersonal soll die Abteilung verstärken. Ab dem vierten Quartal plant das MLK eine 24-Stunden-Bereitschaft für die Kardiologie. Löser: „Dann können auch Herz- und Gefäßpatienten rund um die Uhr bei uns versorgt werden.“ Bisher hat die Kardiologie von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Danach müssen Notfallpatienten in andere Kliniken transportiert werden. Löser macht deutlich: „Ansonsten sind wir ja ein 24-Stunden-Akutkrankenhaus.“

Mehr Zeit für Patienten haben

Um den Ausbau der Kardiologie auch in Bettenstärke zu erweitern, baut das MLK die Station sechs aus. Statt bisher 27 sollen dort – ebenfalls ab dem vierten Quartal – 48 Betten für die Patienten vorgehalten werden können.

Wohl der Patienten

Löser: „An erster Stelle steht für uns das Wohl aller Patienten in allen Abteilungen. Unser Ziel ist es, mehr Zeit für die Kranken zu haben.“ So werde intern umstrukturiert, damit das Pflegepersonal sich primär um die Patienten kümmern kann. Es werde daran gearbeitet, dass vermehrt Stationshilfen das Essen austragen oder der Patienten-Transportdienst innerhalb der verschiedenen Abteilungen neu geregelt wird.

Großen Wert legt Löser auf das Miteinander mit den niedergelassenen Ärzten in Wattenscheid und auf Informationsangebote für die Bevölkerung. So ist der Ärztestammtisch wieder eingeführt worden. Als Informationsmöglichkeit für alle Bürger werden „Medi-Talks“ und Telefonsprechstunden zu den verschiedensten Themen angeboten.

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