Kostenloses Kulturangebot

Büchertausch wird auf vielfachen Wunsch wieder angeboten

Keine zwei Monate dauerte es, bis das Büchertausch-Regal wieder im Flur der Bücherei stand – die Nachfrage war groß. Norbert Borgmeyer achtet darauf, dass es diesmal funktioniert, „LiesWAT!“-Vorsitzende Astrid Kern freut’s.

Keine zwei Monate dauerte es, bis das Büchertausch-Regal wieder im Flur der Bücherei stand – die Nachfrage war groß. Norbert Borgmeyer achtet darauf, dass es diesmal funktioniert, „LiesWAT!“-Vorsitzende Astrid Kern freut’s.

Foto: Gero Helm

Wattenscheid-Mitte/Leithe.   Die Forderung der Bürger nach dem Bücherregal wird erhört. Vor der Wattenscheider Bücherei wird Literatur getauscht. Und auch in Leithe läuft’s.

Manchmal fallen die kleinen Dinge des Lebens erst ins Gewicht oder gar auf, wenn sie fehlen. Als Astrid Kern, Vorsitzende des Bücherei-Fördervereins „LiesWAT!“, im November 2018 das Experiment „Büchertausch“ als vorerst gescheitert bewerten und folgerichtig beenden musste, wurden auf einmal Rufe laut: Das kostenlose Kulturangebot vor der Bücherei im Gertrudiscenter müsse zurückkehren, obwohl das System – „Nimm ein Buch, bring ein Buch“ – ignoriert wurde. Die Neuauflage ist mit einem weiteren Namen verknüpft: Norbert Borgmeyer (64).

Astrid Kern redet nicht drum herum: „Ich habe trotz vieler Rückmeldungen, das Regal müsse wieder aufgestellt werden, lange überlegt. Bis ich Norbert Borgmeyer getroffen habe.“ Dessen Initiative und Engagement seien so überzeugend gewesen, dass sich Kern und Bücherei-Leiter Dirk Plewka schnell einig waren: Das Regal steht wieder – und es soll bleiben. Das bekräftigt auch Borgmeyer, der neue „Herr der Bücher“.

Zugang zu kostenfreien Büchern erhalten

Gescheitert war das Kulturprojekt, weil das hölzerne Regal zuletzt nicht mehr zum Tauschen, sondern nur noch zum Abladen ungewollter Werke genutzt wurde. Dem schiebt Borgmeyer nun einen Riegel vor: „Ich kontrolliere fast täglich und nach meinem Duktus. Wenn ich Bücher für ungeeignet halte, etwa uralte Lehrbücher, sortiere ich sie sofort aus und schmeiße sie weg. Ich werd’s schon aushalten“, fügt der 64-Jährige Dozent (Erwachsenenbildung) launig an.

Dass er seine Aufgabe ernst nimmt, den Zugang zu kostenfreien Büchern erhalten möchte, wird schnell deutlich. Borgmeyer sucht sofort das Gespräch, als eine Besucherin das Regal mit Werken bestückt und nach neuem Lesestoff sucht. Interaktion vor der Bücherei, die letztlich dem kulturellen Treffpunkt dient, wie Leiter Plewka sagt: „Wir freuen uns natürlich, dass das Regal wieder steht und so ordentlich ist.“ Bisher halte sich der Bestand die Waage, vermeldet Borgmeyer: „Das System funktioniert jetzt wieder.“

Schrank hat sich in Leithe etabliert

So auch in Leithe. Dort haben USB-Azubis 2016 einen Bücherschrank auf dem Gelände der katholischen Gemeinde St. Johannes an der Kemnastraße aufgestellt. Mit Erfolg, wie Gemeindereferentin Anke Wolf mitteilt: „Wir haben uns ganz bewusst darauf verständigt, dass wir hier kein Sammellager einrichten. Dafür gibt es großes Verständnis, der Schrank wurde sehr gut angenommen, ist immer bestückt, die Leute sind interessiert.

Öffentlicher Büchertausch funktioniert

In Leithe heißt die „Bücherfee“ Monika Ludwig, richtet Wolf das Scheinwerferlicht auf die Helferin. Ludwig: „Ich kümmere mich um den Schrank und die Bücher, mache auch mal etwas sauber, wobei wir bislang keine Probleme hatten. Als ich eine Zeit lang nicht konnte, haben sofort die Nachbarn übernommen.“

Zwei Beispiele die zeigen: Der kostenlose und öffentliche „Büchertausch“ kann auch hier funktionieren. Interesse besteht, je mehr Stellen erfolgreich etabliert werden, umso mehr kann die Literatur zirkulieren.

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