Stadtplanung

Brachgelände in Wattenscheid wird zum Klassenzimmer

Florian Heinkel (Bildmitte/VHS Bochum) bespricht mit Schülern und Studenten die Raumplanung. Foto:Vladimir Wegener

Florian Heinkel (Bildmitte/VHS Bochum) bespricht mit Schülern und Studenten die Raumplanung. Foto:Vladimir Wegener

Wattenscheid-Mitte.   Das freie Gelände an der Swidbertstraße wird als Raumplanungs-Projekt zum „Klassenzimmer für alle“ umfunktioniert. Nachbarn sollen mitwirken.

Das Brachgelände an der Swidbertstraße wird übergangsweise in ein „Klassenzimmer für alle“ unter freiem Himmel verwandelt. An der Ausgestaltung der rund 750 Quadratmeter großen Fläche direkt neben der Hauptschule beteiligen sich die Schul-AG der Liselotte-Rauner-Schule und Studenten der Technischen Universität Dortmund. Auch Nachbarn und Anwohner der Umgebung sollen aktiv am Projekt mitarbeiten. Die Leitung des „Raumexperiments Swidbertstraße 6“ liegt bei der Volkshochschule. Die Veranstaltungsreihe „Klassenzimmer für alle“ verfolgt das Ziel, anschaulich die Theorie der Stadtplanung mit der Praxis und dem Alltag der Menschen vor Ort zu verbinden.

Am Mittwochvormittag haben sich 16 Studierende der TU, Fakultät Raumplanung, und 30 Achtklässler in der Aula der Hauptschule getroffen, um unter der Regie des Dozenten und Raumplaners Florian Heinkel die Umgebung rund um die Schule zu erkunden und erste Ideen zu sammeln.


Anderer Blick auf das Umfeld

In acht Gruppen aufgeteilt haben die Schüler und Studenten gemeinsam das Umfeld unter die Lupe genommen, den August-Bebel-Platz und auch den Stadtgarten inspiziert. Projektleiter Heinkel resümiert: „Spannend ist der Austausch zwischen den Jugendlichen, die in Wattenscheid wohnen und ihre Umgebung genau kennen und den Studierenden, die einen ganz anderen Blick auf das Umfeld haben.“

Stadium der Ideensammlung

Die Schüler kritisieren, dass ihr Schulhof nicht gerade attraktiv sei und keinen Unterstand für Regentage biete. Sie würden in der Pause eigentlich lieber das Schulgelände verlassen. Insofern könnten sie sich, so das erste Resümee, auch vorstellen, dass auf der Brachfläche sowohl Sonnen- und Regenschutz als auch Sitzgelegenheiten gebaut würden. Heinkel: „Wir stecken im Stadium der Ideensammlung.“ Auf dem Gelände können ein Garten angelegt und Sitzmöbel aus Paletten installiert werden. Ebenso kann eine Freizeit- und Spielfläche entstehen. Visionen sind gefragt.

Verschiedene Gruppen arbeiten zusammen

Am 17. April werden die Studenten noch einmal eine Ortsbegehung durchführen und konkretere Vorschläge erarbeiten. Bürger und Anwohner sind am 30. April um 15 Uhr in der Aula der Hauptschule willkommen, ihre Vorstellungen zur Gestaltung der Freifläche einzubringen.

„Raumexperiment Swidbertstraße 6“

„Das Projekt lebt davon, dass ganz verschiedene Personengruppen gemeinsam überlegen, wie solch ein Gelände für alle nutzbringend gestaltet und hergerichtet werden kann“, sagt Hendrik Baumeister, Professor an der Evangelischen Hochschule in Bochum, die sich ebenfalls am „Raumexperiment Swidbertstraße 6“ beteiligt.

Die Hochschule wird zwei Aktionen auf der Fläche durchführen: Am 19. Mai findet dort von 14 bis 18 Uhr ein „Spiel mit“-Nachmittag statt. Hier können alle Interessierten verschiedene Spielformate ausprobieren. Eine Mitmach-Küche unter dem Motto „Gemeinsam schmeckt’s am besten“ ist am 26. Mai von 15 bis 19 Uhr geplant. Mit der aktiven Gestaltung der Fläche wird am 14. Mai begonnen. Bürger und Schüler treffen sich dazu um 15 Uhr an der Schule.

Teilnahme ist kostenlos

Dozent Heinkel hofft, „dass wir mit dem Projekt vor allem die Bürger, die Anwohner und Nachbarn, ansprechen und interessieren können.“ Die Teilnahme ist kostenlos. Die Neugestaltung wird nur übergangsweise die Freifläche verschönern, denn das Areal gehört der Stadt. Die zukünftige Entwicklung der Innenstadt-Fläche steht noch nicht fest.

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