Freizeit

Biker-Stammtisch „versilbert“ sein Jubiläum für guten Zweck

Extra-Stopp an der Seilscheibe: Auf dem Alten Markt übergab der Motorrad-Stammtisch WAT die Spende für den „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes an Madeleine und Tobias Berg.

Extra-Stopp an der Seilscheibe: Auf dem Alten Markt übergab der Motorrad-Stammtisch WAT die Spende für den „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes an Madeleine und Tobias Berg.

Foto: Carsten Klein / FFS

Wattenscheid.  Der ASB-„Wünschewagen“ freut sich über 1000 Euro aus der 25-Jahr-Feier des Motorrad-Stammtischs Wattenscheid. Der Treff ist an der Sommerdelle.

Sie machen Touren möglich, von denen andere bisher nur träumen konnten: Ihr rundes 25-jähriges Bestehen feierten die gut 30 Mitglieder des Motorrad-Stammtischs Wattenscheid vor kurzer Zeit ausgiebig, und waren sich einig darin, aus der Geburtstags-Spendensammlung einen guten Zweck zu unterstützen. Aufgestockt kamen 1000 Euro zusammen, und die gehen an einen Club, der damit ganz spezielle Autofahrten unternimmt.

Der Arbeiter-Samariter-Bund ASB kann damit weitere Fahrten mit dem „Wünschewagen“ unternehmen. Die Helfer Madeleine und Tobias Berg nahmen die runde Summe der bunten Truppe auf dem Alten Markt dankbar entgegen. „Den Wünschewagen hat unsere Ulla aufgetan“, erklärt Ralf Moritz, „Präsi“ des Stammtischs, und die wiederum beschreibt: „Das ist ein voll ausgestatteter Krankenwagen, extra für Menschen, die schwer krank sind und noch einmal einen besonderen Wunsch haben, ans Meer zu kommen oder in die Arena auf Schalke. Vielleicht der letzte Wunsch für Sterbenskranke.“

Für einen letzten besonderen Wunsch

Ralf Moritz, einer der wenigen Harley-Davidson-Fahrer in der Gruppe, ergänzt: „Wir hatten auch schon einige Todesfälle in unserem Kreis durch Krebs, da lag das nah.“ Nicht überall scheinen Motorradfahrer außerdem willkommen zu sein, selbst mit Spenden, beschreibt er gedehnt, und das galt auch für die Suche nach einem dauerhaften Treffpunkt eben für den Stammtisch. Was natürlich auch am Kneipensterben in der Umgebung liegt.

„Aber jetzt sind wir im Haus Sommerdelle untergekommen, waren da auch sofort willkommen. Mit Elfie Zirkel ist es einfach phantastisch“, schwärmen alle zufrieden.

Überhaupt, die Wattenscheider Motorradfahrer wollen nicht anecken, „wir sind ja schließlich eher ein Veteranenclub“, unkt der „Präsi“, und schätzt das Durchschnittsalter „schon so über 50“. Immerhin, Frauen sind willkommen, fahren auch nicht nur als Sozia mit, unterstreicht er dabei schmunzelnd.

Kontakt zur Ruhrgebiets-Clubs

Anecken wollten sie auch nicht bei der Suche nach einem neuen Abzeichen auf dem Rücken, einem „Back Patch“. Denn da können andere, etablierte Clubs schon einmal unangenehm reagieren, wenn plötzlich fremde „Kutten“ auftauchen. Die Gruppe nahm also Kontakt auf, und bei einer „Präsi-Versammlung“ der alteingesessenen Ruhrpott-MCs wie den „Highway Lions“, „Highway Riders“, „Rote Erde“, „Chopper Club“, „Avalanche of Steel“, „Demonic Head“, „Roadbreaker“, „Schleuse III“ und „White Flash“ wurde das Logo akzeptiert.

Es zeigt das Wattenscheider Stadtwappen, ein Speichenrad und zwei gekreuzte Hämmer. Moritz betont außerdem:

„Wir sind ja auch kein Motorrad-Club in deren Sinne, haben keine Statuten oder sowas. Bei uns gibt’s nur einen kleinen Monatsbeitrag, um Feiern zu finanzieren, dann haben wir ‘nen Präsi, den Road-Kapitän und zwei Kassierer.“

Ein Highlight war eine gemeinsame Benefiz-Party im September vor drei Jahren gemeinsam mit den Freight Yard Monkeys zu Gunsten der Kinderkrebsstation der Stiftung Universitätsmedizin in Essen, die noch einmal stolze 2633 Euro einbrachte. Und die Privatparty zum Silberjubiläum bei den Kleingärtnern vom Carolinenglück, („mit drei Bands, die waren begeistert“) fand auch dankbare Unterstützung bei den Wattenscheider Unternehmen Malzers und Thiers als Sponsoren.

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