Gesundheitswochen

Bezirk Wattenscheid-Mitte wieder attraktiver gestalten

Eckart Kröck, Amtsleiter Stadtplanung und Wohnen, meint, dass WAT-Mitte durch Attraktivitätssteigerung wieder interessanter werden kann.Foto:Gero Helm

Eckart Kröck, Amtsleiter Stadtplanung und Wohnen, meint, dass WAT-Mitte durch Attraktivitätssteigerung wieder interessanter werden kann.Foto:Gero Helm

Wattenscheid.  Amtsleiter und Professorin zeigen beim Auftakt zu den „Wattenscheider Gesundheitswochen“ auf, wie Wohnumfeld und Gesundheit zusammenhängen

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Wattenscheid gilt derzeit als Pilotprojekt für die Gesamtstadt, um einen Gesundheitsplan zu erstellen. So sagte es gestern Bochums Gesundheitsamtsleiter Dr. Ralf Winter bei der Auftaktveranstaltung zu den ersten „Wattenscheider Gesundheitswochen“. Es gelte, so erklärte Winter im Saal des Martin-Luther-Krankenhauses, für die gesamte Stadt ein Konzept zu erstellen, wo es in Zukunft mit der Gesundheit der Bürger hingeht. „Hier können wir Konsequenzen aus den landesweiten Daten erheben.“

Fettleibige Kinder

Auffällig sei, dass etwa die Kinder im Bezirk Wattenscheid-Mitte überdurchschnittlich stark an Fettleibigkeit leiden. Das sei bei Schuleingangstests ermittelt worden. Der stadtweite Durchschnitt an übergewichtigen Kinder betrage sechs Prozent, in Wattenscheid-Mitte liege dieser bei zwölf Prozent. Dagegen helfe Bewegung und gesunde Ernährung. „Und das ist der Ansatz der vielen Angebote innerhalb der Gesundheitswochen“, lobte Winter die Veranstalter und Akteure für ihr Engagement.

Freizeitflächen

Laut Eckart Kröck, Amtsleiter Stadtplanung und Wohnen, ebenfalls Gastredner, spielen Wohnumfeld und Gesundheit stark ineinander. Er nennt Beispiele: „Die Kinder im Bereich Mitte und Heide sind adipöser als die im Bereich Stadtgarten oder Südfeldmark.“ Sein Fazit: „Dem Übergewicht kann dort entgegengewirkt werden, wo es genügend Freizeitflächen gibt.“ Doch spielen, so Kröck und Winter, auch „Sozialfaktoren eine entscheidende Rolle.“

Kröck: „Die Grundphilosophie in Wattenscheid-Mitte gilt es zu verändern. Etwa durch eine Attraktivitätssteigerung mit dem Ziel, dass das Gebiet wieder als interessanter Wohnstandort wahrgenommen wird.“ Gelungen sei dies – auch im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“ – etwa im Bochumer Westend oder auch in der Hustadt.

Lärm-Umfrage

Laut Heike Köckler, Professorin an der Hochschule für Gesundheit (HSG) in Bochum, „gibt es Zusammenhänge zwischen Bildung oder Arbeitslosigkeit und Gesundheit.“ Das Wattenscheider Projekt, getragen von der „Sozialen Stadt“, das sich Stadtentwicklung und Gesundheit, sprich Gesundheitsförderung im Wohnumfeld anzubieten, auf die Fahnen geschrieben habe, sei bundesweit einmalig.

So habe sich die Hochschule ganz speziell Wattenscheid als Umfrage-Ort für eine Lärm-Studie ausgesucht. Bis Mitte März konnten sich Wattenscheider daran beteiligen. Die Umfrage ist jetzt abgeschlossen. Die Auswertung läuft allerdings noch. Laut Köckler kann auch Lärm gesundheitsschädigende Folgen haben. Jetzt schon könne sie sagen, dass es in Wattenscheid-Mitte einige sehr „laute“ Bereiche, aber auch viele ruhige Orte gebe.

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