Fit im Alter

Bewegung kann vor den gefährlichen Stürzen schützen

Das Schwingtuch bringt Schwung in die Seniorenrunde im Marien-Hospital. Foto:Ingo Otto

Das Schwingtuch bringt Schwung in die Seniorenrunde im Marien-Hospital. Foto:Ingo Otto

wattenscheid.   Mit viel Spaß beugen Senioren im Marien-Hospital mit Physiotherapie gefährlichen Situationen im Alltag vor. Prävention fördert Gleichgewichtssinn.

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„Tempo, Tempo, Tempo!“, ruft Julia Reinke in den Raum. „Dass die Beine hier durch die Luft fliegen!“ Reinke ist Physiotherapeutin der Ruhrsport Reha am Marien-Hospital in Wattenscheid. Sie motiviert keine Leistungssportler, sondern bewegungsfreudige Senioren.

Elf von ihnen strecken ein Bein zur Seite und lassen es kreisen. Sie alle sind Teilnehmer eines Bewegungskurses, der vorbeugen soll, dass ältere Menschen im Alltag stürzen. „Mobil und standfest im Alter“ ist das Motto des Angebotes im Krankenhaus. Der Kurs besteht aus acht Sitzungen, die einmal wöchentlich stattfinden. „Wir werden nicht beweglicher im Alter“, sagt Hildegard Schmieding. „Der Kopf sagt: Das kannst du, aber der Körper macht nicht immer mit.“ Gemeinsam mit ihrer Schwester besucht sie die letzte der acht Sitzungen des Präventionskurses. Viele Teilnehmer eint das Gefühl, im Alltag körperlich an ihre Grenzen zu kommen.

Am Anfang lernen die Teilnehmer deshalb, dass sie mit diesem Problem nicht alleine sind. Neben Bewegungsangeboten bekommen die Senioren die Gelegenheit, ihre Erfahrungen auszutauschen und lernen, auf Stolperfallen zuhause zu achten.

„Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, was der Körper gut kann und was nicht“, erklärt Kursleiterin Julia Reinke. Dass viele Ältere, die mit Verletzungen ins Krankenhaus kommen, vorher gefallen sind, beobachtet sie in ihrem Berufsalltag häufig. „Im Altersheim ist es die fremde Umgebung, die einen zum Fall bringt. Zuhause können es Schwindel oder Stolperfallen wie Teppiche sein“, ist ihre Erfahrung. Gemeinsam mit Claudia Urner, Leitung der stationären Therapie, hat Reinke das Konzept für die Sturzpräventionskurse entwickelt.

Kraft aufbauen

Die Teilnehmer sollen nicht nur Kraft aufbauen, sondern auch das Gleichgewicht trainieren und ihren Gang und die Reaktionsfähigkeit schulen. „Wir wollen nicht nur trockene Theorie vermitteln, sondern den Spaß an der Bewegung fördern“, erzählt Reinke motiviert.

Nach den Kräftigungsübungen kommt beim Spiel mit dem Schwingtuch richtig Stimmung auf in der Seniorenrunde. So werden Bewegung und Gleichgewichtssinn koordiniert und in der Gruppe geübt. Helga Schengon spürt die Auswirkungen der regelmäßigen Bewegung. „Früher brauchte ich einen Stock beim Gehen, jetzt geht es schon ohne.“ Auch ihrem Mann gibt sie ihr Wissen mit: „Wenn er aufsteht, rufe ich immer ‚Licht an‘.“

Das ist wohl die leichteste Übung von allen.

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