Auf eine Tasse Kaffee mit...

Bernd Albers engagiert sich in vielen Ehrenämtern

Seinen Kaffee trinkt Bernd Albers gern aus der „Beatles“-Tasse. Foto:Gero Helm

Seinen Kaffee trinkt Bernd Albers gern aus der „Beatles“-Tasse. Foto:Gero Helm

Wattenscheid.  Vom Messdiener bis zum Adventsmarkt der Möglichkeiten: Bernd Albers (72) steckt seit Jahrzehnten viel Zeit in den Dienst der Gemeinschaft.

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Seit 1986 begehen wir weltweit am 5. Dezember den „Internationalen Tag des Ehrenamtes“. Ohne das Ehrenamt und die Leistungen der ehrenamtlichen Tätigkeit würden viele Bereiche unserer Gesellschaft nicht funktionieren. Mehr als 30 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich. Einer von ihnen ist der pensionierte Lehrer Bernd Albers (72), den WAZ-Mitarbeiter Norbert Philipp in seiner Wohnung in Westenfeld besucht hat.

Sie wurden in Herne geboren. Wann hat es Sie nach Wattenscheid verschlagen?

Bernd Albers: Genauer gesagt erblickte ich in Sodingen das Licht der Welt. Dort besuchte ich auch den Kindergarten. 1952 zogen wir nach Wattenscheid, da mein Vater ein Fotofachgeschäft in der Freiheitstraße eröffnete. Nach der Mittleren Reife an der Pestalozzi- Realschule absolvierte ich eine Lehre als Industriekaufmann in der Maschinenfabrik Josef Henkel.

Studiert haben Sie erst später. Was war der Auslöser?

Schon früh war ich Messdiener in St. Pius und auch schon in der Jugendarbeit der St. Gertrud-Gemeinde tätig. Zunächst musste ich ja mein Abitur nachholen. Durch einen Priester ermuntert, drückte ich nebenberuflich die Schulbank am Bischöflichen Abendgymnasium in Essen. Ich habe die Doppelbelastung als nicht anstrengend empfunden, mir hat das Lernen Spaß gemacht. Studiert habe ich in Essen. Zusammen mit meiner Frau Gaby, geheiratet haben wir 1973, freuen wir uns über eine Tochter und zwei Söhne.

Erzählen Sie von Ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten.

In insgesamt vier gesellschaftlichen Feldern engagiere ich mich. Los ging es als Messdiener. Insgesamt über 62 Jahre lang. Zuerst in St. Pius, später in St. Nikolaus und natürlich in St. Gertrud. Sogar im Petersdom durfte ich schon den Dienst verrichten. Im katholischen Bereich halte ich meine Dienste in der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung, im Komitee St. Gertrud und in verschiedenen Gemeinderäten für erwähnenswert. Und: So lange es mir möglich sein wird, will ich weiter in der Messe dienen. 1965 gründete ich zusammen mit Freunden den Sportverein DJK St. Winfried Kray, bis heute bin ich dort aktiv.

Fehlen noch zwei Felder Ihres gesellschaftlichen Engagements. Welche sind das?

Als Lehrer lag und liegt mir die Verkehrserziehung, insbesondere die der Kinder am Herzen. Verantwortlich arbeite ich deshalb bei den Verkehrswachten Essen und Bochum mit. In Bochum sogar im Vorstand als Schriftführer. Neben der Herausgabe einiger thematischer Publikationen kümmere ich mich auch um die pädagogische Verkehrserziehung in Kindergärten, Schulen und im Seniorenbereich. Im vergangenen Jahr haben wir unsere neue Geschäftsstelle am Wattenscheider Hellweg eröffnet. So ist die Verkehrswacht Bochum jetzt in Wattenscheid zu Hause.

Welche Aufgaben hat die Verkehrswacht?

Unsere wichtigsten Zielgruppen sind Kinder, Senioren, junge Autofahrer und Radfahrer, denn jede dieser Zielgruppen ist durch bestimmte Gefährdungspotenziale charakterisiert. In den gemeinnützigen Verkehrswacht-Organisationen engagieren sich bundesweit 60 000 Menschen, fast ausschließlich ehrenamtlich. Sie leisten ihren Beitrag dazu, die Mobilität auf deutschen Straßen sicherer zu machen und die Zahl der Unfallopfer zu verringern.

Hat der letzte Bereich Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten mit Ihrer musikalischen Ader zu tun?

Genau. Aktuell liegt die 199. Veranstaltung hinter uns. Als Duo. Zusammen mit Christel Sehrig bin ich in Seniorenhäusern, auf Krankenstationen und in Kirchengemeinden unterwegs. Wir singen mit den Menschen vorwiegend Heimatlieder. Aber auch Musikwünsche sind möglich. Sogar einige Titel der Beatles haben wir im Repertoire.

Wieso die Beatles?

Ach, ich bin ein großer Beatles Fan. Damals im Juni 1966 besuchte ich mit meinem Bruder Wolfgang das Konzert in der Essener Grugahalle. Den Auftritt der Liverpooler Legenden haben wir gefilmt. Die Aufnahmen sind ein großer historischer Schatz. Seitdem haben mich die Jungs nicht mehr losgelassen. Wenn man so will war dies ja weltweit die erste Boygroup.

Woher kommt Ihre Motivation, Ihr Leben dem Ehrenamt zu widmen?

Im kirchlichen Bereich ganz klar mein Glaube. Meine ehrenamtlichen Aufgaben geben mir die Zufriedenheit, die ich im Leben brauche. Ich versuche einfühlsam und menschlich zu sein und akzeptiere jeden wie er ist. So habe ich zu mir gefunden, kann in der Begegnung mit Menschen in die Tiefe gehen und versuchen, meinem Nächsten den Anstoß zu geben, sich selbst auf den Weg zu machen.

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