Großprojekt

Berliner Straße: Regenbecken entsteht am Wattenscheider Bach

Die Baustelle auf der Berliner Straße/Burgstraße in Bochum-Wattenscheid wird die Pendler noch bis zum Jahresende beschäftigen, der Verkehr kann hier nur stark eingeschränkt vorbei geführt werden.

Die Baustelle auf der Berliner Straße/Burgstraße in Bochum-Wattenscheid wird die Pendler noch bis zum Jahresende beschäftigen, der Verkehr kann hier nur stark eingeschränkt vorbei geführt werden.

Foto: Dietmar Wäsche

Wattenscheid-Sevinghausen/Westenfeld.  Nach den Kanalarbeiten wird an der Berliner Straße in Wattenscheid ein Rückhaltebecken angelegt. Weiter östlich fließt der Bach schon wieder frei.

Auf der Zielgeraden herrscht zunehmend Betrieb, das Jahrhundertprojekt des Emscher-Umbaus von der Quellregion in Holzwickede bis zur Mündung in Dinslaken in den Rhein tritt gleich an mehreren Stellen tatsächlich zu Tage, also wieder an die Oberfläche. Das ist zurzeit in Wattenscheid an der Marienstraße, der Ückendorfer Straße und nun auch an der Berliner Straße und der Einmündung der Burgstraße zu sehen. Die Großbaustelle dient allerdings nicht nur der Umgestaltung der Gewässer, von denen es einige hier etwas verborgen in der Landschaft gibt.

Vor nunmehr 13 Jahren wurde unter anderem der Bezirksvertretung Wattenscheid ein „Planungskonzept“ zur naturnahen Umgestaltung des Wattenscheider Bachs zwischen Berliner Straße und Westenfelder Straße vorgelegt. Damals wurden die Baukosten für Kanäle und Gewässer mit 2,41 Millionen Euro nur in diesem Bereich veranschlagt, damit sollten Ausbau-Arbeiten an 1,1 Kilometern Bach und 380 Metern Kanalrohren finanziert werden, für neue Misch- und Regenwasserkanäle waren weitere 490 und noch einmal 150 Meter zu verlegen.

Abwasser im parallelen Kanal

In diesem Bereich südlich des Wattenscheider Kerns treffen einige Bachläufe zusammen. Dies geschah lange Zeit geradezu unbemerkt, da sie verrohrt und unterirdisch vor Jahrzehnten der Abwasser-Sammlung in Richtung Emscher dienten. Das klare Regenwasser wurde gleichzeitig mit abgeleitet. Technisch beschrieben sollte auch an dieser Stelle das Abwasser aus dem eigentlichen Bachverlauf herausgenommen werden, um den Wattenscheider Bach ökologisch wieder aufzuwerten. Das Abwasser bekam dafür einen parallel verlaufenden eigenen Kanal. Die Arbeiten dazu sind hinter der Tankstelle an der Berliner Straße/Burgstraße schon vor gut zwei Jahren durchgeführt worden.

Die Nebengewässer wie die Asche, der Sevinghauser Bach sowie die Abflüsse von Helfsbach, Westseifen und einige Gräben wie vom Herrenacker, so das Gesamtkonzept, sollten wieder voneinander getrennt und dem Wattenscheider Bach zugeführt werden. Dieser kann schon wieder befreit fließen, den Wanderweg entlang hinter der Kleingartenanlage Fröhliche Morgensonne an der Straße Auf’m Kamp, auch ein natürlicher Bewuchs hat sich wieder eingestellt.

Becken für den Überlauf

Mit den nun begonnenen Arbeiten wird ein weiteres Kapitel des Emscher-Umbaus und der in Richtung Norden fließenden Bäche in Angriff genommen. Dazu zählen der Neubau eines Regenüberlaufs in der Burgstraße, der Neubau eines Regenklärbeckens im Sevinghauser Weg sowie die Umgestaltung des vorhandenen Regenrückhaltebeckens im Kreuzungsbereich Berliner Straße und Burgstraße.

Marco Siekmann, Abteilungsleiter im Tiefbauamt, räumt schmunzelnd ein: „Angeln kann man hier nicht, aber die Bäche werden wieder erlebbar. Allerdings werden gerade die kleineren auch immer wieder trocken fallen“, denn das Regenwasser soll versickern können, wo es von den Hauptstraßen abgeleitet wird. Siekmann greift in diesem Zusammenhang gern zum Begriff „Schwammstadt“.

Karte von schwierigen Punkten

All diese Maßnahmen werden Bestandteil des Abwasser-Beseitigungs-Konzepts, ABK, 2020/’21 der Stadt Bochum. Erarbeitet wird im Tiefbauamt dazu auch eine „Starkregen-Karte“, die die am stärksten von Niederschlägen betroffenen Stellen aufführen soll. Dazu zählt in Wattenscheid unter anderem die Senke Propst-Hellmich-Promenade/An der Papenburg.

„Außerdem ist gerade in der Schlussrunde des Emscher-Umbaus aus den 16 beteiligten Städten, die an einem Strang ziehen, eine eigene Service-Organisation gegründet worden. Die kümmert sich um die Finanzierung der Maßnahmen aus Förderprojekten.“

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