5. Jahreszeit

Aufatmen bei den Narren: Karnevalszug in WAT ist gerettet

Die Organisation für den großen Umzug in der Wattenscheider Innenstadt fällt bald von Jahr zu Jahre schwerer. Die Stimmung an den Straßen ist aber garantiert, hier im Jahr 2016.

Die Organisation für den großen Umzug in der Wattenscheider Innenstadt fällt bald von Jahr zu Jahre schwerer. Die Stimmung an den Straßen ist aber garantiert, hier im Jahr 2016.

Foto: Gero Helm / Archiv FFS

Wattenscheid.  Die Sicherheitsauflagen für den „närrischen Lindwurm“ als Höhepunkt im Wattenscheider Karneval sind gestiegen. Festausschuss sucht Fachpersonal.

Deutlich verschärfte und damit erheblich teurere Auflagen für das Sicherheitskonzept ließen den nächsten Karnevalsumzug in Wattenscheid tatsächlich auf der Kippe stehen. Die vorgeschriebenen „Terrorsperren“ bereiten dem Festausschuss Wattenscheider Karneval allerdings Kopfschmerzen, aber das Ende für den Zug noch vor dem Sessionsstart bedeuten sie dann doch nicht.

Schon vor dann zwei Jahren, im Februar 2018, hat es noch einmal mit zugedrückten Augen geklappt, weil örtliche Firmen einsprangen und die Zufahrtsstraßen mit Lkw absperrten, um den Karnevalszug vor möglichen terroristischen Angriffen zu schützen. Das langt beim nächsten Mal, am Sonntag, 23. Februar, nicht mehr.

Denn die Stadt Bochum hat ein Arsenal dieser „Terrorsperren“ in Form von Kunststoff-Würfeln angeschafft, die etwa auf dem Boulevard bei Großveranstaltungen eingesetzte werden, und die müssen nun auch benutzt werden. „94 Stück, jeder fasst 1000 Liter Wasser“, rechnet Rüdiger Preußner kurz vor. Frostschutz allerdings, wie zurzeit schon heftig diskutiert, müssen sie nicht auch extra einrechnen. „1000 Liter frieren in 24 Stunden nicht gleich ein“, kann der Geschäftsführer im Festausschuss Wattenscheider Karneval schon einmal beruhigt informieren.

Schon einen Tag später wieder im Einsatz

Aber die Zeit spielt auch eine Rolle, denn diese Wassercontainer müssen morgens abgeholt, aufgestellt, befüllt und nach dem Wattenscheider Zug am Sonntag wieder geleert und abtransportiert werden. Denn sie kommen am Rosenmontag wieder in Linden und in Höntrop/Sevinghausen zum Einsatz.

Zertifiziertes Personal am Sonntag

Damit nicht genug, zu den 94 Containern sind noch zehn bewegliche Sperren vorgeschrieben. Die wieder erfordern Fachpersonal, „mit Sachkundeprüfung“, wirft FWK-Präsident Franz Seidel ein. Damit entstehen Kosten in noch nicht genau kalkulierbarer Höhe allein für Wasser zum Befüllen und zertifiziertes Personal, über 18 Jahre alt. „Und auch noch am Sonntag“, mahnt Seidel.

„Wäre das eine Demonstration“, gibt der FWK-Präsident stirnrunzelnd zu denken, „müsste die Polizei kommen und das Ganze sichern. Und wir sollen als Veranstalter den Zug gegen eine allgemeine Bedrohung, ein äußeres Risiko, auf unsere Kosten und wie eine hoheitliche Aufgabe sichern? Denn auf unsere elf Vereine können wir das ganz bestimmt nicht umlegen, wollen wir auch nicht“, macht er klar.

Preiserhöhung für die große Gala

Optimistisch und zufrieden macht den Festausschuss die Rückendeckung aus der örtlichen Politik, „die haben zugesagt, alles zu tun, was sie können, wenn wir genaue Zahlen haben.“ Nicht genug der Zahlen, auch für die Gala-Veranstaltung in der Stadthalle gibt es Neuerungen.

Statt 400 stehen nur 330 Plätze ohne die auf dem Balkon zur Verfügung. Ein neues Brandschutz-Gutachten wäre nötig. Das auch vorgelegt werden müsste, wenn die Freiwillige Feuerwehr den Wachdienst einrichten würde. So steigen die Gala-Preise von 19 auf 25 Euro pro Karte, „die erste Erhöhung seit 20 Jahren.“

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