Stadtprinz Marc I.

Auch wenn das Ornat zwickt: Die Würde wird gewahrt

Marc I. übernimmt das Zepter bei der Proklamation in der Stadthalle: Der Festausschuss Wattenscheider Karneval hatte zur Gala geladen. Foto:Gero Helm

Marc I. übernimmt das Zepter bei der Proklamation in der Stadthalle: Der Festausschuss Wattenscheider Karneval hatte zur Gala geladen. Foto:Gero Helm

  Vom Männerballett über Zeremonienmeister und Standartenträger bis zum Zepter, Fasanenfedern und Ornat: Der Weg des Prinzen Marc I. Westerhoff.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Er hat sich von der „Pike“ über das weiße Jackett hochgearbeitet bis zum roten Ornat und steuert mit seinem Team auf gerade einmal fünf pickepackevolle Tage hin, aber das mit Hingabe und Genuss: Marc Westerhoff trägt Zepter und Mütze des Wattenscheider Stadtprinzen der Karnevalssession 2017/18. Rot und Weiß, die Stadtfarben, dominieren damit von Anfang an.

Der 43-jährige Bankkaufmann, seit 2014 bei einer Wohnungsgenossenschaft in Essen in der Buchhaltung und Bilanzbuchhalter, hat zeitlebens in Wattenscheid gewohnt und hier schon als Kind den Karneval in der Kolpingsfamilie Mitte miterlebt und mitgemacht. So, dass schon früh der Wunsch keimte, selbst einmal Prinz zu werden.

Die ersten Sporen verdiente er sich über drei Jahre als Zeremonienmeister in den Kolping-Sitzungen und im Männerballett, trug dann in der Günnigfelder Karneval-Gesellschaft die Standarte, war auch dort Zeremonienmeister und schließlich Sitzungspräsident.

Sicherheit am Mikrofon

Was so die Souveränität des Auftretens und die Sicherheit am Mikrofon schulte, kommt ihm nun zugute. Aber die Stimme leidet ganz schön, schildert er schmunzelnd, mit dabei ist immer „eine kleine Apotheke“. Denn was das karnevalistische Fußvolk vielleicht nicht glauben mag, im schmucken Ornat zieht es ganz schön vom Start der Session am 11.11. und der Proklamation im Ratssaal an über die ungemütliche Jahreszeit. Ein wärmender Hermelin-Pelzkragen wäre nicht zeitgemäß.

Lange Federn

Und erst auf dem Prinzenwagen beim großen Umzug wird es unwichtig sein, ob die obligatorische weiße Strumpfhose zu sehen ist. Die anfänglich zwickt, und auch die roten Schnallenschuhe entsprechen kaum den Anforderungen moderner Ergonomie. Und der Prinz zieht quasi einen „Bannkreis“ um sich. Denn „die Wattenscheider Federn sind die längsten“, sind sich die Adjutanten Michael Kolarczik und Reinhard Schäfer aus nächster Nähe sicher. Gut 130 Zentimeter überragen die stattlichen Fasanen-Zierrate noch die Kappe des ohnehin nicht klein gewachsenen Prinzen. Es gilt, vor jedem Einstieg in die Hof-Karosse und vor jeder Saaltür besondere Sorgfalt zu üben.

Bei all dem ist Marc wichtig, während aller Ausgelassenheit des Karnevals und Spaß an den tollen Tagen die Würde zu wahren, mit den Stadtfarben und der Silhouette Wattenscheids im Prinzenorden 2017/18 immer die Alte Freiheit zu repräsentieren.

Stellenwert

Der Stellenwert des Karnevals lässt sich schlicht auch am Terminkalender der Kolpingsfamilie zentral festmachen, in der Westerhoff weiterhin aktiv ist: Die nächsten Vorstandstreffen sind erst wieder nach dem Aschermittwoch eingeplant.

Durchatmen angesagt

In der diesmal sehr kurzen Session sind die einzelnen Repräsentationspflichten für das Prinzenpaar dicht getaktet: Auch schon einmal freitags drei Termine, gleich samstags noch einmal sechs. Nur mit einiger Vorbereitung lassen sich dafür halbe Urlaubstage im bürgerlichen Beruf loseisen.

Erst nach dem langen Wochenende zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag ist dann Durchatmen angesagt. Bis zum nächsten Elften im Elften der zweijährigen Amtszeit.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik