Bochum. Bewohner sind frustriert, seitdem sie seit Februar in dem Neubau in Bochum-Eppendorf leben. Trotz vieler Versuche gibt es bisher keinen Anschluss.

Schwer enttäuscht sind die Bewohner des Hauses Hollenhagen 17 in Bochum-Eppendorf: Obwohl für den Neubaukomplex schon im Februar 2023 über den Bauträger fristgerecht bei der Telekom ein Anschluss für Festnetz und Internet beantragt wurde, ist seitdem gar nichts passiert. Drei Wohnungen sind davon betroffen, die vierte in dem Gebäude in Wattenscheid ist noch nicht verkauft.

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Bewohner in Bochum schwer enttäuscht über Telekom

Seitdem haben die Bewohner, teils im Homeoffice beschäftigt und beruflich auf einen gut funktionierenden Internetanschluss dringend angewiesen, massive Probleme. Aber auch Rentnerin Monika Spiekermann, selten online, ist total genervt: „Seit Februar wohne ich hier nach dem Umzug von der Westenfelder Straße in Höhe Ehrenmal. Dieses Haus am Hollenhagen wurde neu gebaut an einem Standort, der vorher schon mit einem Wohnhaus bebaut war und das abgerissen worden ist“, erklärt die 72-Jährige. Und weiter: „Schon in der Bauphase hatte sich der Bauträger darum bemüht, einen Anschluss von Internet und Festnetz durch die Telekom ins neue Haus legen zu lassen - aber leider vergeblich. Seit Februar läuft hier dahingehend gar nichts.“

Telekom habe Termine in Bochum mehrfach nicht eingehalten

Die Telekom habe bisher mehrfach Termine herausgegeben, „die nicht eingehalten wurden und vertröstet uns mit neuen Terminen, die wiederum nicht eingehalten wird. So geht das schon seit Februar. Das kann ja so nicht weitergehen. Wir leben in einer Zeit, wo ein Internetanschluss völlig selbstverständlich sein sollte. Aber all das funktioniert hier nicht - das kann es doch nicht sein“.

„Persönliche und soziale Kontakte sind verloren gegangen“

Was sie besonders betroffen macht: „Meine persönlichen und sozialen Kontakte gehen verloren, da mich keiner mehr übers Festnetz erreichen kann, und altersbedingt sind meine Freunde und Bekannten etwa im gleichen Alter oder älter und nicht so technikaffin, um Handy und Internet zu nutzen.“ Die Kosten für ihren mobilen Anschluss hätten sich seitdem vervielfacht, „das ist doch auch eine Preisfrage, meine Handygebühren haben sich seitdem vervielfach“.

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Bei ihrem Sohn sowie dem weiterem Bewohner gehe es um berufliche Einschränkungen, beide arbeiten nämlich überwiegend im Homeoffice. „Die Telekom stellt zwar für vier Wochen einen mobilen LTE-Zugang her, der aber alle vier Wochen immer wieder neu beantragt werden muss. Doch der ist nicht so schnell wie ein Kabelanschluss.“ Und der Sohn sagt außerdem: „Es kann doch nicht sein, dass man in der heutigen Zeit fast Jahr auf einen Festnetzanschluss warten muss - das ist ja in Deutschland im europäischen Vergleich fast wie im Steinzeitalter.“ Mathias Spiekermann führt dahingehend schon seit Monaten einen bisher fruchtlochen Chatverkehr mit der Telekom, „wir wurden bislang nur vertröstet, so etwas kann doch nicht mehr wahr sein“.

Was Monika Spiekermann zudem frustriert: „Ich bezahle weiterhin seit Monaten für meine alten Festnetzanschluss, um die Rufnummer, die ich seit Jahrzehnten habe, mitzunehmen - ohne aber dafür eine Gegenleistung zu bekommen, da der Anschluss halt nicht funktioniert. Was denkt sich die Telekom dabei, und bekomme ich diese Kosten - rund 48 monatlich - erstattet?“

Telekom hat endlich reagiert in Bochum

Doch nun gab es, nach der WAZ-Anfrage, eine Antwort der Telekom an Mathias Spiekermann: „Der Bauherrenservice hat sich nun noch mal bei mir gemeldet. Das Thema der ausstehenden städtischen Genehmigung sei ausgeräumt „und mit dem beauftragten Tiefbauer aus Bochum (Firma Pietz) besprochen worden, so dass alle Voraussetzungen erfüllt sein sollen“. Angeblich soll in der kommenden Woche der notwendige Tiefbau erfolgen und ein funktionierender Anschluss bald verfügbar sein.

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Und Telekom-Sprecher Pascal Kiel erklärt dieser Redaktion: „Meine Kolleginnen und Kollegen vom Bauherrenservice haben bei der Stadt Bochum eine öffentliche Straßensperre beauftragt. Diese sollte zeitnah genehmigt werden. Der weitere Plan sieht aktuell so aus: Nächste Woche sollen Tiefbau und die Montage des Hausanschlusses erfolgen. Da anschließend noch Restarbeiten im Hintergrund laufen, kann ab Kalenderwoche 50 ein Tarif gebucht/der Anschluss genutzt werden.“

Die Hausbewohner am Hollenhagen 17 sind nun gespannt, ob es nach so vielen Enttäuschungen dann auch wirklich funktioniert. „Wenn sich das bewahrheiten sollte, dann hat sich das ,auf den Busch klopfen’ auch über die Presse wohl gelohnt“, sagt Monika Spiekermann.