Urteil

Arbeiter zündet Halle aus Rache für Kündigung an: Haftstrafe

Der Eingangsbereich des Justizzentrums. Dort wartete die Familie, bis der Täter freikam.

Foto: Ingo Otto

Der Eingangsbereich des Justizzentrums. Dort wartete die Familie, bis der Täter freikam. Foto: Ingo Otto

Bochum.   Weil er aus Rache für seine Kündigung die Halle seiner Ex-Firma angezündet hatte, wurde ein 32-Jähriger verurteilt. Er wurde erst spät gefasst.

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Der 32-jährige Bauhelfer war hochgradig verärgert, dass sein Chef ihn gefeuert hatte. Deshalb wollte er dessen Produktionshalle „in Schutt und Asche legen“, wie der Oberstaatsanwalt am Montag im Prozess sagte. Das Amtsgericht verurteilte den Täter zu zwei Jahren und vier Monaten Haft.

Zu faul, oft zu spät gekommen, Drohungen ausgestoßen, einen Kollegen krankenhausreif geschlagen – das waren einige der Gründe für die Kündigung. Am 8. Januar 2017, gegen 19 Uhr, kletterte der mehrfach vorbestrafte Mann über den Zaun der Produktionsfirma an der Straße „Mausegatt“, zapfte Diesel aus Lkw-Tanks ab und legte damit an vier Stellen in der unübersichtlichen Halle Feuer. Dabei benutzte er Papierstreifen und Stofflappen. Als die von Spaziergängern alarmierte Feuerwehr eintraf, brannte die Holzverkleidung der Innenwand der Halle auf einer Fläche von zwei Quadratmetern. Die drei anderen Brandstellen waren von selber erloschen. Sachschaden: 30 000 Euro.

Haftbefehl außer Vollzug gesetzt

DNA-Spuren am Brandort brachten den 32-Jährigen unter Verdacht. Aber er war nicht greifbar. Erst im Februar 2018 wurde er bei einem versuchten Ladendiebstahl in Herne gefasst. Er kam in U-Haft. Am Montag, nach dem Urteil, setzte der Richter den Haftbefehl außer Vollzug, weil die Haftstrafe nur relativ knapp über der Bewährungsgrenze von zwei Jahren liegt und der mehrfache Familienvater mittlerweile einen festen Wohnsitz in Hagen hat. Bis zur Rechtskraft des Urteils ist er somit frei. Der Oberstaatsanwalt hingegen wollte ihn nicht rauslassen, wegen Fluchtgefahr.

„Ich weiß, dass ich ein schlimmes Verbrechen begangen habe“, so der Angeklagte. Durch die Tat habe er vieles verloren. Während der U-Haft brachte seine Frau ein viertes Kind zur Welt. Er habe sich in der Firma schlecht behandelt gefühlt und sein Rücken sei zu sehr belastet worden.

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