Umwelt

Anwohner kritisieren die Storchenpark-Pläne in Wattenscheid

Udo Brennholt, Ulrike Beck, Özlem Agildere und Dieter Wobben (von links) sind Kenner und regelmäßige Besucher des Stadtgartens in Wattenscheid und Gegner der „Minimallösung Storchen-Erlebnispark“.

Udo Brennholt, Ulrike Beck, Özlem Agildere und Dieter Wobben (von links) sind Kenner und regelmäßige Besucher des Stadtgartens in Wattenscheid und Gegner der „Minimallösung Storchen-Erlebnispark“.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Mitte.  Die Reduzierung von zehn Arten auf eine beim Umbau der Anlage stößt auf Widerstand. Kritiker sehen die Pläne in Wattenscheid als Fehlinvestition.

Fachwissen und Kompetenz könnte der Tierpark Bochum im neuen Nebenstandort, dem Vogelpark im Wattenscheider Stadtgarten einsetzen. Aber was für eine Investition von ca. 300.000 Euro die Reduzierung auf einen Storchen-Erlebnispark bringen soll, halten Kritiker rundheraus für am Bedarf vorbei geplant und daneben. Denn die Anlage, die vor gar nicht allzu langer Zeit schon teilweise ertüchtigt wurde, könnte ihrer Ansicht nach durchaus im Bestand attraktiviert werden.

Bei einem Treffen vor Ort verweisen sie auf den gar nicht so maroden Zustand der Volieren. Investitionen, Kontrolle und Unterhaltung seien allerdings absolut notwendig. Schon die Sicherung des Zugangs in der Dunkelheit könnte nach Ansicht dieser Besucher viel bringen, um Schäden zu vermeiden.

Verlust der Vielfalt bedroht

Im Blickpunkt haben sie aber vor allem die vorgesehene Reduzierung der Gehege auf lediglich eine große Voliere für Störche, verstärkt durch zwei Tiere aus dem Bestand des Tierparks. Denn der propagiere gerade auf seiner Internet-Darstellung die Artenvielfalt als ein ausgesprochenes Ziel, und im Stadtgarten würde sich nun die Chance bieten, bei einem Um- und Ausbau gerade die seltener werdenden oder sogar bedrohte Nutztierrassen zu zeigen. So könnte er seinem hohen Anspruch an den Artenschutz gerecht werden.

Unausgereift und nicht ausgewogen erscheint den regelmäßigen Besuchern, die Volieren zu reduzieren und dafür Spiel- und Erlebnisbereiche zu bauen, wo doch praktisch um die Ecke der große Spielplatz liege.

Instandhaltung und Pflege nötig

Fragen der Tierpflege mit der Neugestaltung und auch der Pflege der Grünanlagen sahen sie nach dem Ortstermin auf Einladung des Stadtteilmanagements nicht oder nicht ausreichend beantwortet. Die Bürgerbeteiligung komme auf diese Art zu kurz.

Die neue „Wattenscheider Wildnis“, wie sie in der Konzeption blumig beworben werde, bekomme da einen ironischen Ton, wenn Wildwuchs praktisch durch nicht durchgeführte Pflege und Instandhaltung Vorschub geleistet werde. Auch fehle ein Konzept zur Sicherung des Vogelgartens gegen unbefugtes Betreten und damit Verunreinigung und Beschädigung.

Absichern gegen Schäden

Der Zugang neben dem Sportplatz tauche in der Planung auch überhaupt nicht auf, dabei müsse er sicherlich attraktiver gestaltet werden. Auch das städtische Gebäude für die Pfleger von Tieren und Stadtgarten sollte überholt werden.

Für regelrechtes Kopfschütteln sorgen auch Details. „Wo sollen denn die Uhus hin, wenn die hier in Zukunft keinen Platz mehr haben?“, fragt Özlem Agildere. Udo Brennholt zeigt auf das Becken im Käfig der Kolbenenten, das mit ziemlichem Aufwand auf 1,8 Meter Tiefe ausgehoben und gestaltet wurde. Der Aufwand wäre durch den möglichen Abriss der Anlage völlig sinnlos gewesen.

Das Positive, was jetzt schon da ist, könnte mitgenommen und gepflegt werden, das wäre eine Werbung für den Tierpark“, ist man sich einig. Und gut investiert.

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