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Anwohner befürchten Rattenplage

Die Anwohner Wolfgang Schüttig, Franz Heckmanns und Dr. Heike Buschhart-Müller (v.l.) am Graben.Foto:Gero Helm

Die Anwohner Wolfgang Schüttig, Franz Heckmanns und Dr. Heike Buschhart-Müller (v.l.) am Graben.Foto:Gero Helm

Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

  Verstopfter Wassergraben an der Zollstraße begünstigt Nester. Bewohner informierten Gesundheits- und Ordnungsamt zunächst vergeblich

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Den Rattenbefall von Grundstücken in der oberen Zollstraße, Hausnummern 150-158, in Höntrop meldeten die Anwohner der Stadt – hier dem Gesundheits - und auch dem Ordnungsamt – im Oktober. Passiert sei nichts, sagt Familie Heckmanns ebenso wie Familie Müller. Volker Müller: „Das Ordnungsamt hat mit Schreiben vom 3. November geantwortet, dass der Vorgang an das Gesundheitsamt und das Tiefbauamt weitergereicht worden sind. Seitdem haben wir nichts gehört.“

Im Schreiben der Anwohner heißt es weiter, dass sie nunmehr regelmäßig den Befall ihrer Grundstücke mit Ratten, die dort offensichtlich ihre Nester anlegen, beobachten. Der Befall sei seit langer Zeit regelmäßig telefonisch gemeldet worden, ohne dass eine Reaktion der Stadt Bochum erfolgt wäre. Erst Anfang Oktober habe die Stadt erstmals Köder ausgelegt.

Anwohner legen Köder aus

Die Leute von der Zollstraße haben schon selbst entsprechende Köder in Boxen ausgelegt, die auch angenommen worden seien. So habe man weitere nachgelegt. Volker Müller und Franz Heckmanns kritisieren: „Rattenköder sind teuer. Ein professioneller Rattenbekämpfer muss mit circa 200 Euro veranschlagt werden.“

Als Rückzugsbereich diene den Ratten die den Grundstücken gegenüberliegende Kanalisation, vermuten die Anwohner. Diese ist teilweise offen, lediglich Gitterstäbe sorgen für den Verschluss. Aus diesem Gitter kämen die Ratten immer wieder hervor. Es könne, so meinen die Anrainer, nicht rechtmäßig sein, einen ungeeigneten Wasserablauf und eine offene Kanalisation mit privaten Mitteln bekämpfen zu müssen. „Der offene Graben mit seinem Zulauf in die Kanalisation ist nicht nur Austrittsmöglichkeit für die Ratten, sondern verstopft auch regelmäßig, so dass bei Starkregen die Wassermassen über die Straße abfließen.“ Die Anwohner befürchten, dass das Wasser in ihre Keller schwappt.

Wasserschaden ausschließen

„Wir möchten daher die Stadt bitten, für eine nachhaltige Bekämpfung der Ratten zu sorgen und zusätzlich die offene Kanalisation zu verrohren, damit sich die Rattenpopulation hier nicht weiter verfestigt und zusätzlich ein drohender Wasserschaden ausgeschlossen werden kann“, schrieben sie an Gesundheits- und Ordnungsamt.

Gebeutelt sind die Anwohner zudem durch den Pfingststurm „Ela“. Die Laubbäume, die für sie einen Sicht- und vor allem Lärmschutz zum stark befahrenen Zeppelindamm bildeten, hat der Sturm umgerissen. Nach „Ela“ habe die Stadt das übrig gebliebene Geäst in der Böschung verteilt. So sei besagter Graben zusätzlich verstopft worden. Die Anwohner wandten sich an die WAZ, „da wir von der Stadt weiter nichts gesehen und gehört haben.“ Dazu Stadtpressesprecher Thomas Sprenger: „Die Stadt wird sich umgehend kümmern. Der Technische Betrieb und das Gesundheitsamt sind am Ball.“ Warum vorher nicht entsprechend auf die Anschreiben reagiert worden sei, dazu konnte Sprenger nichts sagen.

Gestern meldeten die Anwohner Vollzug. Franz Heckmanns, Zollstraße 158: „Die Stadt war da. Sie will das Problem jetzt sofort in Angriff nehmen und sich hier kümmern.“

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