Kriminalität

Angst vor Taschendieben nimmt zu

Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Wattenscheid.   Im Internet häufen sich Meldungen über gestohlene Portemonnaies im Umfelddes Gertrudiscenters. Sicherheitsvorkehrungen sind bereits verstärkt worden

Hat sich im Bereich Gertrudiscenter eine Taschendiebstahl-Szene etabliert? Diesen Eindruck haben jedenfalls mehrere Internetnutzer, die auf Facebook ihre Erlebnisse schildern.

In einer Wattenscheider Gruppe häufen sich Meldungen über gestohlene Portemonnaies im Umfeld Lidl, Kaufland, Gertrudiscenter. Geld und Ausweispapiere seien dabei abhanden gekommen. „Allgemein ist es in der Stadt sehr schlimm geworden“, fasst ein User zusammen.

Es folge das übliche Prozedere: Anzeige bei der Polizei, sofort Karten sperren lassen; schlimmstenfalls müssen für viel Geld neue Papiere beantragt werden. In einigen Fällen wurden geleerte Portemonnaies im Gebüsch wiedergefunden, manchmal sind noch Papiere, Bons oder Dokumente darin, die der Dieb offenbar nicht gebrauchen konnte.

Klartext redet WAZ-Leser Karsten Mark: „Im Gertrudiscenter hat sich eine ziemlich offensichtliche Taschendieb-Szene etabliert.“ Er grenzt die Tätergruppe sogar ein. „Sie treiben sich auffällig vereinzelt, stets ohne Einkaufswagen und ohne erkennbare Absicht, überhaupt etwas zu kaufen, im und unmittelbar vor dem Kaufland herum. Die ,Ausspäher’ an der Leergutannahme sind mir bereits vor einiger Zeit aufgefallen, weil sie sich auffällig lange in einer Ecke aufhalten, in der sich sonst nie jemand länger als unbedingt notwendig aufhält. Ostersamstag bin ich dann selber Zeuge geworden, wie einer Kundin die Geldbörse fehlte – unmittelbar nachdem einer der beschriebenen jungen Männer sich hektisch und ohne Ware durch die Kassenschlange gedrängelt hatte. Eine Kassiererin hat mir bestätigt, dass Taschendiebstähle im Markt ,eine Katastrophe’ seien – und das schon seit längerem.“ Eine Angestellte habe ihm abwiegelnd gesagt, „das sei ja jetzt überall so“. Die Marktleitung erklärt, dass ihr keine entsprechenden Zahlen vorliegen. Fakt ist jedenfalls, dass die Sicherheitsvorkehrungen in vielen Geschäften verstärkt worden sind: Es gibt vermehrt Sicherheitskräfte, die offen und verdeckt im Laden unterwegs sind, sowie mancherorts Sicherheitsschleusen, die die Kunden passieren müssen.

Die Polizei erklärt, dass sich die Taschendiebstahl-Zahlen im Bereich Gertrudiscenter und Lidl im ersten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert hätten. Ihr seien hier in dem Zeitraum fünf Taschendiebstähle angezeigt worden.

Möglicherweise sei dies alles eher eine subjektive Wahrnehmung. Die Kripo rät generell zu erhöhter Vorsicht und Wachsamkeit, Brieftaschen sollten stets sicher verstaut werden.

Leserkommentare (4) Kommentar schreiben