Friedhof Eppendorf

Angehörige will Grab nicht einebnen lassen

Das Gräberfeld wird eingeebnet.

Foto: Gero Helm

Das Gräberfeld wird eingeebnet.

wattenscheid.   Da die Ruhezeit von 25 Jahren ausgelaufen ist, will die Stadt das Grab einebnen - gegen den Wunsch der Angehörigen.

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Regelmäßig besucht Cornelia von Blanckenburg-Braun das Grab ihres Vaters auf dem Kommunalfriedhof in Eppendorf, schaut nach, ob alles in Ordnung ist. Die vereinbarte Ruhezeit von 25 Jahren für das Einzelgrab ist allerdings ausgelaufen. Gerne würde sie verlängern. Aber das geht laut Stadt nicht.

Entsetzt war sie, als sie das Hinweisschild auf dem Friedhofsfeld D4 an der Holzstraße entdeckte: „Dieses Gräberfeld wird eingeebnet“, steht darauf. Die 63-Jährige wandte sich an die Friedhofsverwaltung. „Ich möchte die Grabstelle dort erhalten und auch neu kaufen“, sagt sie. „Die Friedhofsverordnung gibt zwar 25 Jahre vor, das mag für den einen viel sein, für mich aber nicht. Ich möchte meinen Papa hier weiterhin besuchen.“ Die Friedhofsverwaltung habe sie zuvor nicht informiert, „erst als ich das Hinweisschild auf dem Gräberfeld entdeckte, habe ich mich bei der Stadt gemeldet und um eine Verlängerung der Ruhefrist gebeten.“ Erfolglos. Die Zeit drängt, die Einebnung des Grabes soll in diesem Monat erfolgen.

Nach Angaben der Stadt handelt es sich hier um ein Reihengrabfeld für Sargbestattungen. Und Einzelgrabstätten, wie hier der Fall, „werden anlässlich eines Sterbefalls für eine einmalige Belegung zugewiesen. An einer Reihengrabstätte wird generell kein Nutzungsrecht, wie es bei klassischen Wahlgräbern (Familiengruften) der Fall ist, erworben“, erklärt Stadtsprecherin Katrin Müller. Stattdessen werde ein Pflege- und Bestandsrecht für die Dauer der gesetzlichen Ruhezeit vergeben. „Eine Verlängerung der Ruhezeit/Pflege bzw. Nutzung ist gemäß den gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere der geltenden Friedhofssatzung der Stadt Bochum, nicht möglich.“

Und die Einebnung des Gräberfeldes soll deshalb erfolgen, weil hier ein neues Urnenfeld entstehen soll.

Umbettung auf anderen Friedhof

Das Friedhofsamt habe Cornelia von Blanckenburg-Braun eine Alternative aufgezeigt: Es bestünde demnach die Möglichkeit, auf einem Friedhof in Dorsten, wo sie seit Jahren wohnt, eine Familiengrabstätte zu erwerben und dort ihren Vater beizusetzen. Die Stadt würde einer „Ausgrabung der Gebeine“ zustimmen, da die gesetzliche Ruhezeit des Verstorbenen abgelaufen ist. Müller: „Unter Vorlage eines Grabstättennachweises am neuen Friedhofsstandort und unter Zuhilfenahme eines Bestattungsunternehmens für den Transport, wurde von unserem Mitarbeiter eine Zustimmung zur Überführung der sterblichen Überreste in Aussicht gestellt.“

Die 63-Jährige lehnt aber den Ankauf einer Gruft in Dorsten und die Umbettung ab. „Dies möchte ich nicht – um die Totenruhe meines Vaters zu bewahren, und auch finanziell ist es mir nicht möglich.“

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