SG Wattenscheid 09

Wattenscheid-Fans stellen Kerzenmeer bei Mahnwache auf

Um das symbolische Kerzenmeer – SG W 09 – haben sich Fans, Trainer, Jugendspieler und Eltern zur Mahnwache vor der Lohrheide versammelt.. Foto:Gero Helm

Um das symbolische Kerzenmeer – SG W 09 – haben sich Fans, Trainer, Jugendspieler und Eltern zur Mahnwache vor der Lohrheide versammelt.. Foto:Gero Helm

Wattenscheid.   250 Fans der SG Wattenscheid 09 sind am Donnerstagabend zu einer Mahnwache zum Lohrheidestadion gekommen. Sie hoffen auf Rettung des Vereins.

Zur Mahnwache hat am Donnerstagabend – pünktlich und symbolträchtig um 19.09 Uhr – die Fan-Abteilung der Sportgemeinschaft, kurz SG Wattenscheid 09, vor das Lohrheidestadion aufgerufen. Und gut und gerne 250 Fans, Spieler der Jugendmannschaften sowie deren Eltern und Trainer sind gekommen. So die Schätzung der beiden Stadionsprecher Silke Pfeifer und Andreas Stephan. Sie alle haben sich um ein großes Kerzenmeer, dass „SGW 09“ illuminiert, versammelt.

Das Ultimatum läuft am 14. Januar aus

Die Stimmung: Hoffnung, aber vor allem Sorge um den Verlust des Traditionsvereins, der in diesem Jahr 110 Jahre alt wird. Alle wollen, dass die SG 09 vor dem Aus gerettet wird. Das Ultimatum, 350.000 Euro zur Vereinsrettung aufzubringen, läuft am 14. Januar aus. Bisher sind rund 125.000 Euro zusammengekommen.

Christian Riehm, Fan und Spendensammler, hat mobil gemacht, die Mahnwache mit organisiert. Laut über das Mikrofon in die Menge sagte er: „Wir kämpfen bis zum Ende.“ Riehm kommt eigentlich aus Wesel, ist Gladbach-Fan, „aber ich habe mich in die SG 09 verliebt, deshalb mache ich das.“ Damit trifft er den Nerv all derer, die zur Lohrheide gekommen sind. Jugendtrainer der U 17, Mathias van Leyen, ist mit seiner Mannschaft, dem 21-Spieler-Kader, vom 09-Jugendvereinsheim Berliner Straße zum Stadion gejoggt. Auch U-11-Jugendtrainer Ramiz Becic ist vor Ort. Sein Credo: „Wir Fußballer geben nicht auf, wir kämpfen bis zuletzt.“

„Schwarz und Weiß – das sind die Farben...“

Und sie haben viele Mitstreiter. Barde „Lenni“, Peter Lehneweit, singt live über das Mikrofon die SG 09-Hymne „Schwarz und Weiß – das sind die Farben...“ Und alle singen mit. Jeder kennt den Text auswendig. Auch Soul-Sänger Carl Ellis ist zum Stadion-Vorplatz gekommen. Er will ebenfalls seinen Beitrag leisten und singt „Halleluja“.

Organisator Christian Riehm lobt die Solidarität der Fans vieler anderer Fußballvereine, etwa denen des BVB, von Rot-Weiß Oberhausen oder Rot-Weiss Essen. Die RWE-Fans haben eine Aktion in ihrer VIP-Lounge als Sponsoring der SG 09 beim Spiel gegen Wattenscheid initiiert, erzählt er.

„Die SG 09 ist ein Teil von mir geworden“

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Dennis Fleischer-Bunse – mit sehr viel Wehmut in der Stimme. Er ist mit seinem Bruder aus Dorsten angereist ist. „Ich habe nie in Wattenscheid gewohnt, aber die SG 09 ist ein Teil von mir geworden. Und ich hoffe, ich kann auch weiterhin herkommen.“

Der Wattenscheider Andreas Stumpf steht mit Söhnchen Florian (2) vor dem Stadion. Ins Mikro sagt er: „Ich will ihm als Papa nicht erklären wollen, warum es den Verein nicht mehr gibt.“

Verteilung der Gelder durch den DFB

Stadionsprecher Andreas Stephan kritisch: „Denkt der DFB, dass die Verteilung der Gelder richtig ist? Leroy Sané hat seine Ausbildung bei der SG 09 begonnen.“

Um Punkt 20.09 Uhr – noch einmal symbolisch – ist die offizielle Mahnwache vorbei. Bis etwa 21 Uhr wollten die Fans noch im Fan-Shop zusammensitzen. Das Warten und Hoffen indes geht weiter.

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