Ausstellung in der Friedenskirche

15 Künstlern wirken mit an Werkschau der „besonderen Art“

Künstlerin Karin Templin-Glees gestaltet mit freiwilligen Teilnehmern die individuellen Werke und lehrt den Umgang mit verschiedenen Farben und Materialien. Foto:Gero Helm

Künstlerin Karin Templin-Glees gestaltet mit freiwilligen Teilnehmern die individuellen Werke und lehrt den Umgang mit verschiedenen Farben und Materialien. Foto:Gero Helm

  Ausstellung „Überkreuz und Miteinander“ eröffnet in der Friedenskirche. Menschen mit Beeinträchtigungen und Wohnungslose zeigen ihre Werke.

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Kunst als Ausdrucksform, als Medium der Kommunikation, zur Überwindung gesellschaftlicher Barrieren: Nicht weniger möchten die Beteiligten und Initiatoren der Ausstellung „Überkreuz und Miteinander“ zeigen und bieten. Die Werkschau der „besonderen Art“ besteht aus Arbeiten von 15 Künstlern, die entweder vom Diakoniewerk im Gelsenkirchener Wichernhaus betreut werden oder regelmäßig dessen Mittagstisch (Sommerdellenstraße) besuchen. Die Eröffnung ist am Sonntag, 28. Januar, in der Friedenskirche.

Werke brauchen Raum

Kunsttherapeutin Karin Templin-Glees blickt zufrieden auf die Wände der Kirche in der Wattenscheider Innenstadt: „Hier können die Bilder atmen. Die Arbeiten benötigen Raum, um sich zu entfalten.“ 15 große sogenannte „Kapa-Platten“ setzen bereits deutliche farbliche Akzente und ergänzen die imposante gläserne bunte Fassade des Chorraumes. Seit 2017 gestaltet Templin-Glees gemeinsam mit freiwilligen Teilnehmern in Gelsenkirchen und Wattenscheid die individuellen Werke, lehrt sie dabei den Umgang mit verschiedenen Farben und Materialien.

Selbstgewissheit

„Die Künstlerin vereint mit ihrer Arbeit unsere beiden Einrichtungen“, lobt Corinna Lee (Leitung Diakoniemanagement und Kommunikation). „Das künstlerisch-therapeutische Angebot ermöglicht es den Beteiligten, sich in der Gemeinschaft zu erfahren und so Selbstsicherheit zu erfahren.“ Dabei nutze jeder Künstler das Angebotene auf seine eigene Art. Templin-Glees: „Viele werden ruhiger und ausgeglichener, erhalten Selbstgewissheit.“

Im Zentrum des kreativen Schaffens stehe zugleich auch die Kommunikation innerhalb der kleinen Gruppen, die aus Menschen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, etwa einer taubstummen Künstlerin, oder sozial-schwächer gestellten Personen bestehen. „Sprache ist bei künstlerischen Medien nicht vordergründig, sondern das Tun. Wir kommunizieren über die Kunst“, hebt Templin-Glees hervor.


Grenzen überschreiten

Mit der gemeinsamen Ausstellung möchte man Grenzen überschreiten und informieren: „Wir machen Aspekte deutlich, die ein anderes Bild vermitteln und eine Verbindung zwischen unterschiedlichen Personengruppen schaffen sollen. Die Bilder bieten die Bezugspunkte.“ Lee ergänzt: „Wir haben die Möglichkeit, Leute, die sonst eher am Rande sind, in die Mitte der Gesellschaft zu holen.“

So freuen sich Lee, Templin Glees gemeinsam mit Pfarrerin Monika Vogt, stellvertretend für die Evangelische Kirchengemeinde Wattenscheid, gleichermaßen über die bestehende Kooperation und die Fortführung der Ausstellung „Überkreuz und Miteinander“. Die erste Auflage wurde „bereits vor sieben Jahren“ (Vogt) in der Friedenskirche gezeigt.

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