Partnerschaft

Wattenscheid 09: Jugendtrainer gehen nochmal zur Schule

Hier hält es sie auf der Bank, die Trainer und Co-Trainer der Jugendmannschaften der SG Wattenscheid 09 bei der Vorstellung der Bildungspartnerschaft im Lernstudio an der Voedestraße.

Hier hält es sie auf der Bank, die Trainer und Co-Trainer der Jugendmannschaften der SG Wattenscheid 09 bei der Vorstellung der Bildungspartnerschaft im Lernstudio an der Voedestraße.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid.  Die SG 09 und das Lernstudio Wattenscheid sind Bildungspartner für den Nachwuchs. Erst drücken die Jugendtrainer beim „Kick off“ die Schulbank.

Es hängt eine ordentliche Portion Energie in der Luft: Aufbruchsstimmung, in die ebenso einfachen wie visionären Worte gefasst „Der neue Wattenscheider Weg“.

Im Lernstudio Wattenscheid an der Voedestraße sind die Trainer der Jugend von der U 8 bis zur U 12 angetreten zum „Kick off“, zum Anstoß, und es geht um nichts weniger als die Zukunft. Die der Kinder und Jugendlichen im schwarz-weißen Dress, vor allem aber auch jenseits vom Fußball über die neue Bildungspartnerschaft. Silvia Kleinbeck-Dicke skizziert die Inhalte, die Trainer und Co-Trainer sind hochkonzentriert dabei.

„Es wird viel falsch gemacht“

Vorangestellt hat sie ein Zitat von Daniel Keita-Ruel, ehemaliger Jugendspieler bei Borussia Mönchengladbach: „Es wird viel falsch gemacht, weil die Vereine nicht richtig auf das Leben vorbereiten.“ Und die Erkenntnis, vom Fuß bis zum Kopf bundesligareif zu sein, aber bei der Bildung eben nicht, die wollen die Partner ihren jungen Kickern ersparen.

Wichtig ist daher nun nicht mehr nur auf dem Platz an der Berliner Straße, wo die 09-Jugend trainiert und spielt, sondern auch im Lernstudio. Gemeinsam wollen sie das vereinseigene Bildungskonzept zur sportlichen und beruflichen Talentförderung umsetzen, zum Beispiel durch neu entwickelte Kursangebote. Auch bei der Karriereplanung und zur Unterstützung bei Bewerbungen sollen Trainer, Eltern und Kinder auf die Möglichkeiten des Studios zurückgreifen können.

Schulische Spielerprofile

Silvia Kleinbeck-Dicke will zunächst schulische Spielerprofile erstellen und etwa vier Mal im Jahr zumindest in den Hauptfächern feststellen, wo die Schüler stehen. Nachhilfe, auch online, kann in den Trainingsplan eingearbeitet werden, die deutschsprachliche Kompetenz soll geklärt und womöglich verbessert werden, „denn zum Fußballspielen reicht’s bei allen ja.“ Auch die Medienkompetenz, gerade bei digitalen Netzwerken, soll geklärt werden.

Die Rolle der Trainer

Den ganz speziellen Faktor des Sports wollen die Partner dabei nutzen, und zwar den Part der Trainer für die jungen Kicker. Tim Krickhahn, der Sportliche Leiter der 09-Jugend, zeigte sich überzeugt, dass die Coaches eine wichtige Rolle für die Jugendlichen und Kinder spielen, sicherlich Wertschätzung erfahren und als Partner und Wegbereiter gelten, und das nicht nur auf dem Platz. Über Elterngespräche mit einer Art von Checklisten soll geklärt werden, „ob und was wir überhaupt tun müssen, denn wir wollen ja schließlich nicht nur Einser-Kandidaten“.

Georg Sokoll, Mitglied im Nachwuchs-Vorstand, fasst die Motivation in griffige Worte: „Da muss man schon was bieten. Unsere Jugendabteilung hat schließlich einen guten Ruf als Nachwuchs-Schmiede. Und inzwischen macht es allen einfach wieder richtig Spaß.“

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