Bio-Imkerei

Suttroper Gutshof setzt auf Bio-Imkerei

Setzt auf Biohonig: Der Ini-Gutshof hat sechs Völker angeschafft, die innerhalb eines Jahres von konventioneller auf Bio-Haltung umgestellt werden

Setzt auf Biohonig: Der Ini-Gutshof hat sechs Völker angeschafft, die innerhalb eines Jahres von konventioneller auf Bio-Haltung umgestellt werden

Foto: Tanja Frohne

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Suttrop.  Es summt und brummt, als Imker Felix Reher die Wabe aus der Beute, dem Bienenstock, zieht. Es ist wohl das letzte Mal in diesem Jahr, dass Ulrich Fischer, Kontrolleur beim Kontrollverein Ökologischer Landbau, einen Blick auf das Bienenvolk wirft. Denn auch auf dem Ini-Gutshof ist die Saison beendet. Sechs Bienenvölker haben im Juli auf dem Gelände eine neue Heimat gefunden. Bis zum Sommer kommenden Jahres werden sie auf Bio-Haltung umgestellt.

Bienenkunde ist Teil des Lehrplans bei der agrarwissenschaftlichen Ausbildung am Ini-Berufskolleg. So sei man auf die Idee gekommen, Bienen auf dem Hof zu halten und den Honigverkauf mit in die Integra, den Wirtschaftsbetrieb, aufzunehmen, erläuterte Heinz Nitsch, Betriebsleiter des Gutshofes, bei einer Vorstellung des neuen Geschäftszweiges, die gestern im Rahmen der Aktionstage Ökolandbau NRW stattfand. Für die Imkerei hat der Gutshof sechs Völker von einem heimischen Imker erworben. Um diese bisher konventionell gehaltenen Völker auf Bio umzustellen, hat man nun ein Jahr lang Zeit. „Ab 13. Juli 2016 darf der Honig dann die Auslobung Bio bekommen“, erläuterte Nitsch. Bis dahin wird der Honig, der im Hofladen erworben werden kann, mit „aus Umstellung“ gekennzeichnet.

Betreut werden die Bienen von Imker Felix Reher. Dieser ist nicht bei der Ini angestellt, sondern wird quasi als landwirtschaftliche Dienstleistung eingekauft. Zuständig ist dieser auch für die Umstellung nach Naturland-Standards. „Wir achten schon jetzt darauf, dass die Bienenvölker auf ökologisch bewirtschafteten Flächen fliegen“, so Nitsch. Dabei habe der Bereich Suttrop den großen Vorteil, dass der Anteil an ökologisch bewirtschafteten Flächen sehr groß sei. „Wir sind hier schon prädestiniert für Bio-Imkerei.“

Streng kontrollierte Richtlinien

Dass Ökobetriebe streng kontrollierten Anbaurichtlinien unterliegen, betonte Kontrolleur Ulrich Fischer, der den Betrieb bei der Umstellung begleitet. Drei wichtige Punkte seien zu beachten: Einmal, dass die Beuten aus Naturmaterial, am besten unbehandelt, bestehen. Auch bei der Bekämpfung der Varroamilbe sind natürliche Mittel, wie Ameisen- oder Oxalsäure, statt chemisch-synthetischer Mittel Vorschrift. „Man weiß nicht, welche Behandlung der frühere Imker durchgeführt hat, daher muss der gesamte Wachs innerhalb eines Jahres ausgetauscht werden.“ Denn die Milben-Mittel lagern sich im Wachs ab. Außerdem muss die Winterfütterung mit Biozucker erfolgen, welcher doppelt so teuer wie konventioneller Zucker ist.

Trotzdem sei der Bio-Honig mit 8,50 Euro pro Glas nur minimal teurer als konventioneller Imkerhonig, betonte Morawietz. Lukrativ könne das Geschäft mit Bio-Honig trotzdem sein. Daher die regelmäßigen Kontrollen, um Pfusch auszuschließen und den Verbrauchern Sicherheit beim Bio-Kauf zu bieten: „Die Kontrollen sind in den letzten zehn Jahren optimiert worden.“ Daher aber auch die Überlegung von Heinz Nitsch, im kommenden Jahr weitere Völker anzuschaffen. „Es wird nicht bei den sechs Völkern bleiben. Wie viele es noch werden, müssen wir sehen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben