Brauerei-Besuch

So liebäugelt Jürgen Klopp in Warstein mit Bundestrainer-Job

Wie bei der Betriebsversammlung zu den Entlassungen Anfang des Jahres: Pressefotografen waren beim Besuch von Jürgen Klopp ausgeschlossen.

Foto: Thorsten Streber

Wie bei der Betriebsversammlung zu den Entlassungen Anfang des Jahres: Pressefotografen waren beim Besuch von Jürgen Klopp ausgeschlossen.

Warstein.   Jürgen Klopp, Werbegesicht der Warsteiner Brauerei, verfolgt das WM-Finale in Warstein. Spannend sind seine Aussagen, wann er Bundestrainer wird.

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Mit seinem typischen Grinsen steht Jürgen Klopp auf der Bühne, zögert einen Moment. Gerade erst hatte sein ehemaliger Spieler Patrick Owomoyela gefragt, wann er bereit wäre, Joachim Löw als Bundestrainer abzulösen. Jetzt klatscht der ganze Saal. Viele hier würden „Kloppo“ gerne an der Seitenlinie stehen sehen, wenn Deutschland das nächste Mal um einen Titel spielt.

„Aber viele, die das wollen, werden meckern, sobald ich’s bin“, antwortet der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund, der inzwischen für den FC Liverpool arbeitet. Dann erzählt er von seinen Söhnen, die ihren Vater auch gerne beim DFB sähen. Aber im Moment laufe der Vertrag in Liverpool noch, stellt Jürgen Klopp klar.

Patrick Owomoyela, nicht mehr als Fußballspieler, sondern als Moderator auf der Bühne, kontert trocken: „Er hat nicht Nein gesagt.“ Treffer, versenkt – und noch einmal applaudiert das Publikum.

300 geladene Gäste in der Warsteiner Welt

Liebäugelt da jemand mit seinem Traumjob? Oder will er bloß seine Fans bei Laune halten? Denn davon gibt es reichlich an diesem Nachmittag in der Warsteiner Welt. Die Brauerei hatte ihr bekanntes Werbegesicht zum Rudelgucken in die Stadt geholt. Gemeinsam mit 300 geladenen Gästen verfolgt er das Finale der Weltmeisterschaft auf Großbildleinwand. Dabei sind vor allem gute Kunden der Warsteiner Brauerei, aber auch die Ortsvorsteher aus dem Stadtgebiet und Regierungspräsident Hans-Josef Vogel. Einzig Bürgermeister Thomas Schöne fehlt: Er wird beim Schützenfest in Belecke gebraucht.

Im Mittelpunkt steht an diesem Nachmittag ohnehin ein anderer: Jürgen Klopp gibt vor dem Spiel, in der Halbzeit und nach Schlusspfiff seine Kommentare ab – zum Abschneiden der Deutschen, zu den beiden Finalisten und zu seiner Arbeit in Liverpool.

Klare Aussagen zum frühen Aus der Deutschen

Schon der Einmarsch wird zum Triumphlauf. In einem legeren blauen Sweatshirt und Jeans schreitet Jürgen Klopp zwischen den Biertisch-Garnituren zur Bühne, wird dort mit einer herzlichen Umarmung von Brauerei-Inhaberin Catharina Cramer begrüßt. „Coole Stimmung“, lobt er, „es läuft“.

Als TV-Experte an der Seite von Johannes B. Kerner war Jürgen Klopp, damals noch Trainer beim FSV Mainz, einst bundesweit bekannt geworden. In Warstein beweist er, dass er seitdem nichts verlernt hat. Deutschland? „Hat einfach zu schlecht Fußball gespielt.“ Frankreich? „Hat die talentierteste Truppe.“ Kroatien? „Hat das größte Herz“, bringt er seine Erkenntnisse auf den Punkt.

„Kloppo“ fiebert mit Kroatien mit

Sein Favorit? Auch hier muss der Trainer des FC Liverpool nicht lange überlegen. Er fiebere mit den Kroaten mit, schließlich gehört mit Dejan Lovren einer seiner Spieler zu der Überraschungsmannschaft des Turniers. Catharina Cramer feuert hingegen die Franzosen an: „Wir verkaufen in Frankreich einfach viel, viel mehr Warsteiner als in Kroatien.“ Doch die Zuschauer halten mehrheitlich auch zu den Südosteuropäern, wie sich beim Jubel nach dem Ausgleich zum 1:1 zeigen sollte.

Zur Halbzeit lobt Klopp noch das „offene Spiel, das wir uns gewünscht haben“: Frankreich habe die besseren Spieler, aber die Kroaten die bessere Mannschaft. Den Beginn der zweiten Halbzeit verpasst er zwischen all den Gästen, die um ein Selfie bitten. Pünktlich zu den weiteren Toren aber ist er zurück an seinem Platz.

Gruppenbild mit allen Gästen zum Abschluss

Nach Schlusspfiff bleibt Jürgen Klopp nichts anderes übrig, als den Franzosen fair zu gratulieren: „Das ist der richtige Weltmeister.“ Denn während Frankreich im richtigen Moment die Tore geschossen habe, hätten die Kroaten „keine Körner mehr“ gehabt.

Nach einem Gruppenbild mit allen Gästen verabschiedet sich Jürgen Klopp dann wieder von Warstein. Und Brauerei-Inhaberin Catharina Cramer scheint überzeugter denn je: „Wir wollten Löw und Klopp nicht tauschen.“

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