Wandertipp

Wandern auf krummen Pfaden - Marls verborgene Wallburg

Der Nieringbach umschlingt den Wall der alten Wallburg in Marl.

Der Nieringbach umschlingt den Wall der alten Wallburg in Marl.

Marl.  Das Ruhrgebiet bietet mehr als Industriekultur. Dieser Wandertipp führt Sie auf krummen Wegen und engen Pfaden durch eher untypische Gegenden und lässt sie die grünen Seiten der Metropolregion erkunden. Ein Tourtippp zur Wallburg.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Zwischen steilen Böschungen beschreibt der Nieringbach im Wäldchen „Die Burg“ bei Marl- Sinsen einen scharfen Bogen, der zur Hälfte einen Erdwall umgreift, auf dem uralte Buchen stehen. Der Wall markiert die etwa 25.000 qm große Innenburg einer Befestigungsanlage, die vermutlich seit dem frühen Mittelalter als Fliehburg diente oder einer Ansiedlung Schutz bot.

Im Süden und Westen schützte zusätzlich ein Außenwall die Insassen. Im Norden war er entbehrlich, weil sich dort das Gelände durch Aufstauen der Bäche weiträumig überfluten ließ. Die ganze Anlage umfasste ein Gebiet von rund 120.000 qm, groß genug, um Tausenden von Menschen samt ihrer Habe und etlichen Stück Vieh Schutz zu geben.

Nur wenige Informationen über die Burg

Das ist lange her. Heute dringt durch das hohe Blätterdach das beständige Brummen der Maschinen, die auf dem 720 m entfernten Flugplatz Loemühle starten und landen. Nur einen Steinwurf südlich des Innenwalls zerreißt der Torso eines Autobahnzubringers den Wald. Man hatte ihn für nötig befunden, obwohl es 2000 m südlich einen weiteren Zubringer gibt.

Gut geschützt ist der Ort allerdings vor den Blicken von Wanderern. Die Unterführung, durch die ein Weg von Süden zur Burg und weiter führte, ist von beiden Seiten mit Geäst zugelegt. Gefördert mit EU-Geldern wurde das Wäldchen mit hübschen Tafeln versehen, auf denen manches über Flora und Fauna zu lesen ist – doch nur wenige dürre Worte über den schönsten Flecken des Waldes: die Burg.

Wallburg in Marl - die Wanderroute 

0 m Start und Ziel ist ein Parkplatz an der Gräwenkolkstr. in Marl, kurz vor der Einmündung in die Halterner Str. Vom Parkplatz gehen wir zur Halterner Str. (L 551).

150 m Der Halterner Str. folgen wir auf einem Pfad, der parallel zur Straße verläuft, nach rechts (S).

240 m Sofort nach Überquerung des Silvertbaches biegen wir auf einem Pfad nach rechts in den Wald ein. Auf dem letzten Stück führt eine lange Holzbrücke (1) durch sumpfiges Gelände und über Bachläufe.

610 m An der Kreuzung, kurz nach der Holzbrücke, biegen wir rechts ab, Richtung W. Über eine weitere Brücke überqueren wir sogleich den Nieringbach. Links von uns liegt, 150 Meter entfernt, der innere Ringwall der früheren Sinsener Wallburg (2) . Gäbe es einen schönen Weg, wie ich ihn vorschlagshalber in gelb eingezeichnet habe, käme man bequem hin. Auch ohne Weg ist es kein Problem, die Anlage zu erreichen. Aber in einem Naturschutzgebiet ist es nicht erlaubt, die Wege zu verlassen. Also gehen wir weiter.

1110 m Bei nächster Gelegenheit biegen wir links ab nach S. Die Strecke verläuft parallel zum äußeren Ringwall (3) der alten Burganlage.

1380 m Bevor der Weg den Autobahn-Zubringer unterquert, biegen wir rechts ab. Der Weg krümmt sich langsam, bis er wieder nach NO führt.

1920 m Wo unser breiter Weg nach links abknickt, um am Waldsaum entlang zu führen, biegen wir nicht ab, sondern gehen weiter geradeaus, schnurstracks in den Wald hinein. Unser schöner Pfad knickt schließlich nach links, um kurz vor einer Brücke auf einen breiteren Weg zu treffen.

2290 m Dem breiten Weg, wo zur Rechten eine Brücke (4) ist, folgen wir nach links. Gleich darauf liegen rechts Fischteiche (5) , die hinter einer Umzäunung jedoch unerreichbar für uns bleiben.

2530 m An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts ab und gehen bald am Waldessaum entlang.

2680 m Wo ein Weg nach rechts durch den Wald zu einem Hof führt, halten wir uns links. Ein kurzes Stück folgen wir dem Waldrand, dann geht es kurz über Feld.

2850 m Am Ballonflugplatz (6) biegen wir links ab. Ein hübscherer Pfad, der nördlich durch den Wald führt, war bei meiner Erkundungstour leider am Ende mit einem hüfthohen Törchen versperrt.

2880 m Wenige Schritte weiter biegt rechts ein Pfad ab, der uns durch den kleinen Waldzipfel führt.

Wallburg in Marl - die Wanderroute, Teil 2 

3040 m Der Straße Korthauser Heide folgen wir nach rechts.

3170 m Auch an der Straße Nonnenbusch biegen wir rechts ab. Wir haben nun eine Durststrecke durch die Zivilisation vor uns, die sich in diesem Teil Marls nicht sonderlich reizvoll zeigt.

3360 m Wir biegen erneut rechts ab, diesmal auf die Straße Am Großen Grunde. Zur Rechten liegt bald ein Spielplatz (7) . Dahinter gab es einmal eine Brücke, die über den Silvertbach führte. Gäbe es sie immer noch, hätte die Tour noch reizvoller ausfallen können.

3720 m Wir erreichen erneut die Straße Nonnenbusch, wo wir abermals nach rechts wandeln.

3780 m Der Bahnhofstraße folgen wir ebenfalls nach rechts, …

3920 m … um kurz darauf rechts in die Straße Am Wiesental einzubiegen.

4100 m Gleich dort, wo uns endlich wieder Wald empfängt, biegen wir links auf einen Pfad ab – um den Schluss noch ein wenig hinauszuzögern.

4590 m Wo wir die Gräwenkolkstraße erreichen, biegen wir in spitzem Winkel rechts ab, zurück in den Wald.

4960 m An dem Querweg angekommen, wenden wir uns nach links.

5380 m An der nächsten Kreuzung geht es rechts weiter.

[kein Linktext vorhanden] 5530 m Kurz bevor wir die Brücke (4) erreichen, die wir schon von der anderen Seite aus gesehen haben, wählen wir einen Pfad, der nach links in den Wald führt. Und hier endlich erleben wir den Wald wieder so schön, die Wege in Sichtweite des sich schlängelnden Silvertbaches so krumm, wie es sich der Wanderer nur wünschen kann. Wir bleiben bis zum Parkplatz auf diesem Weg.

6030 m Insgesamt war unsere Tour 6 km lang.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik