Wandertipp

Wandern auf krummen Pfaden durch die Brandheide in Recklinghausen

Den Turm in der Brandheide in Recklinghausen hat Künstler Tadashi Kawamata gezimmert.

Den Turm in der Brandheide in Recklinghausen hat Künstler Tadashi Kawamata gezimmert.

Recklinghausen.  Das Ruhrgebiet bietet mehr als Industriekultur. Dieser Wandertipp führt Sie auf krummen Wegen und engen Pfaden durch eher untypische Gegenden und lässt sie die grünen Seiten der Metropolregion erkunden. Ein Tourtipp zur Brandheide in Recklinghausen.

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Die Brandheide in Recklinghausen- Suderwich ist einer von etlichen Flecken in dieser Gegend, die zwar Heide heißen, aber keine sind. Sie alle erhielten ihre Namen offenbar in einer Zeit, als natürliche Wälder aus Buchen, Birken und Eichen weitgehend übernutzt und zu Heideland verkommen waren. Im 19. Jahrhundert wurden die Heideflächen wieder aufgeforstet, zumeist mit schnell wachsenden Nadelhölzern wie Kiefer und Lärche.

So ist es wohl auch der Brandheide ergangen. Heute stehen auf dem feuchten Grund auch wieder die genannten Laubhölzer, dazu Ebereschen, Pappeln, Schwarzerlen und Roteichen. Um den einst wohl viel feuchteren Grund zu entwässern, wurden Gräben angelegt, die heute zumeist trocken liegen. Sie tragen ihr weniges Wasser der Emscher zu, von der die Brandheide im Süden eingefasst ist.

Die angebliche Heide ist in Wirklichkeit ein hübscher Wald, der sich mit Stegen und Alleen schmückt. Im Zweiten Weltkrieg ward die Gegend mehrfach von den Bombengeschwadern der Alliierten heimgesucht, die vom Schiffshebewerk, den Kanälen sowie den Zechen angezogen wurden. Vor allem im Nordosten des Waldes zeugen noch einige Krater von diesem schrecklichen Intermezzo. In der während der kurzen Episode von Kohle und Stahl arg in Mitleidenschaft gezogenen „Emscherzone“ hat sich mit der Brandheide ein hübscher Ort erhalten, der es wohl wert ist, entdeckt zu werden.

Brandheide Recklinghausen - die Wanderroute 

0 m Die Tour beginnt südlich der Autobahn A 2, wo die Bladenhorster Str. den Wald berührt. Hier ist Platz für einige Pkw. Einen „richtigen“ Parkplatz gibt es aber nur 600 m weiter nördlich, jenseits der Autobahn. Wir wandern am Waldrand entlang in östliche Richtung.

160 m Wir nehmen den nächsten Weg nach rechts in den Wald.

320 m Nach einer Bank wenden wir uns nach links (O).

490 m Wo wir den Wildacker erreichen, geht es rechts weiter.

670 m Dort, wo es nur rechts oder links weiter geht, wählen wir links. Wir folgen einem hübschen Pfad. Auf einer kleinen Holzbrücke (1) überqueren wir einen Graben.

910 m Wo wir auf einen breiteren Weg treffen, halten wir uns nach rechts.

1080 m An der Kreuzung, gleich hinter einem Wildacker, wandern wir links weiter. Rechter Hand finden sich Balsam- Pappeln, denen der feuchte Untergrund gerade recht ist.

1470 m Am Waldrand geht es in spitzem Winkel rechts weiter. Wir folgen nun einer Allee (2) , die zwischen hohen Pappeln verläuft. Zwischen den mächtigen Stämmen wandeln wir wie durch einen Säulengang. Wenige Meter rechts von uns verläuft parallel die Emscher, die das Pech hatte, in der Hoch-Zeit von Kohle und Stahl zum Transport der Industrieabwässer auserkoren zu werden. Inzwischen ist man dabei, sie stellenweise zu renaturieren, soweit dies überhaupt möglich ist. Am Ende der Allee erreichen wir eine T-Kreuzung. Links kämen wir nach wenigen Schritten zur Emscher, an der entlang auch ein Weg verläuft. Zwischen uns und der Emscher befindet sich eine flache Halde (3) von Aushub, der beim Bau des Rhein-Herne-Kanals übrig blieb. Etwas nordöstlich steht seit 2010 ein Aussichtsturm (4) , der zugleich ein Kunstwerk darstellt.

2340 m Wir aber wenden uns am Ende der Allee nicht nach links, sondern nach rechts, zurück in den Wald. Linker Hand liegt ein Findling (5) , den vor tausenden Jahren Eis- oder Wassermassen in diese Gegend verschlagen haben mögen. Rechter Hand steht eine Bank.

2440 m Links führt ein unscheinbarer Pfad in den Wald (sollte der Weg nach links gut zu erkennen sein, dann sind Sie bereits etwa 60 m zu weit nach N gelaufen). Der Pfad,den wir nehmen, ist nicht leicht zu erkennen. Er ist uneben, bisweilen holprig. Nur etwas rechts davon verläuft der bequemere, aber nicht so stimmungsvolle Weg.

Brandheide Recklinghausen - die Wanderroute, Teil 2 

2720 m Wenn wir fast den Waldrand erreicht haben, schwenken wir nach rechts, im Zickzack zwischen Birken und Eichen hin. Wo von rechts der bequemere Weg ankommt, behalten wir unsere Richtung bei. Etwa 60 m links von uns liegt das offene Feld. Bald ist der Pfad wieder deutlicher wahrnehmbar. Er führt zum Waldrand.

2880 m Nun geht es ein kurzes Stück am Feldrain entlang.

3030 m Wir erreichen den Graben und wenden uns rechts der Brücke (6) zu, die wir überqueren. Etwas rechts liegt eine Schutzhütte 7 .

3120 m Den Weg genau gegenüber der Brücke, der in südwestliche Richtung führt, den nehmen wir. Nach einer kurzen Waldpassage erwartet uns erneut eine„Gratwanderung“ am Waldessaum.

3400 m Dem breiten Weg folgen wir nach rechts. Nach einem kurzen Stück kommt von rechts ein weiterer breiter Weg. Wir jedoch bleiben auf Geradeauskurs (N). Links liegt in einer Geländemulde ein kleiner Birkenbruchwald.

3730 m Wir achten auf den unscheinbaren Pfad, der nach links in den Wald führt. Den nehmen wir, weil er schön krumm ist. An einem Graben wuchert Japanischer Riesenknöterich, eine ebenso hübsche wie dominante Erscheinung der Flora. Vorsicht: Der Steg (8) , der über den kleinen Graben führt, ist nicht mehr der Jüngste (Stand:11/2009). Und wieder geht es zwischen lichten Stämmen hindurch, in enger Tuchfühlung mit den Feldern zur Linken.

4170 m Dem nächsten Weg folgen wir nach links.

4280 m An den Häusern geht es rechts herum über die Josefstraße, auf der wir bis zur Merveldtstraße bleiben.

4750 m An der Merveldtstr. (K 21) geht es rechts weiter. Wir können uns diesen asphaltigen Abschnitt leider nicht ersparen, weil einige hübsche Wege inzwischen unterbrochen sind und wir unsere Tour deshalb in Wald und Feld kaum „rund“ bekommen, wenn sie nicht zu kurz werden soll.

[kein Linktext vorhanden] 5260 m Ein kurzes Stück hinter einer Gruppe von Häusern zur Rechten biegen wir rechts ab auf die Pöppinghäuser Str.

5780 m Die Straße knickt nach rechts ab — wir auch.

5890 m Bei nächster Gelegenheit geht es nach links in den Wald hinein. Wir behalten unseren Kurs auch hinter dem Wald bei, bis wir die Straße erreichen und rechts zum Ausgangspunkt zurückfinden.

6420 m Unsere Tour war 6,4 km lang.

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