Gesundheit

Tagesklinik soll am alten Bahnhof in Westerholt entstehen

Vor Weihnachten wurde das Areal am alten Bahnhof in Westerholt freigeräumt. Dort soll im April der Bau einer Tagesklinik und von Wohngruppen beginnen.

Vor Weihnachten wurde das Areal am alten Bahnhof in Westerholt freigeräumt. Dort soll im April der Bau einer Tagesklinik und von Wohngruppen beginnen.

Foto: Martin Pyplatz

Herten-Westerholt.   Pflegedienst will Tagesklinik für Beatmungspatienten und Wohngruppen für an Demenz erkrankte Menschen bauen. Letzte Hürde muss genommen werden.

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Was auf der Fläche des alten Bahnhofs Westerholt gebaut wird, nennt Yusuf Demir fast schon liebevoll „mein Baby“. Der 34-Jährige ist in Westerholt aufgewachsen, fühlt sich dem Ortsteil eng verbunden und betreibt dort an der Bahnhofstraße den Pflegedienst „DeWa“.

Der ist auf Beatmungspatienten spezialisiert. Für diese soll nun auf dem Bahnhofs-Areal eine Tagesklinik gebaut werden, dazu Wohngruppen – auch für Demenzkranke (siehe Daten und Fakten). Demir: „Das ist mein erstes großes Projekt.“ Und dieses Projekt nimmt momentan die nächste entscheidende Hürde.

Station für Beatmungspatienten

Rückblick: Vor sechs Jahren kaufte Yusuf Demir den alten Bahnhof. Von Beginn an hatte er die Idee, auf dem Gelände eine Station für Beatmungspatienten zu bauen. Wie diese aussehen soll, stellte Demir mit seinem Projektleiter Helmut Humkamp im September dem Bezirksausschuss Westerholt des Hertener Rates vor.

Das Problem: Das Bauvorhaben war zu groß für die vorhandene Fläche. Um es doch realisieren zu können, wurden öffentliche Flächen benötigt. Diese müssten von der Stadt aber erst einmal eingezogen werden.

Abriss nach zwei Bränden

„Einziehen“ bedeutet, dass die Stadt die öffentlichen Flächen privatisiert und Demir sie dann kaufen kann. Es geht um 300 Quadratmeter, die einst als Parkplätze und Vorflächen des Bahnhofs dienten, sowie um Teile des Gehwegs. In der Bezirksausschuss-Sitzung im September signalisierte die Politik, der Einziehung grundsätzlich zustimmen zu wollen. Allerdings wurde deutlich, dass man es gern sehen würde, wenn zunächst der Schuttberg verschwindet, der sich auf dem Areal türmte.

Erneuter Rückblick: Nach zwei Bränden in 2017 ließ Yusuf Demir das Bahnhofsgebäude, das zu diesem Zeitpunkt als Unterschlupf für Obdachlose diente, auch auf öffentlichen Druck hin abreißen. Weil aber die Abrissfirma vor dem Abtransport pleite ging, blieb ein riesiger Schuttberg. Der verschwand dann aber kurz vor Weihnachten. „Da wurde bis Heiligabend geschuftet. Die Jungs vor Ort haben alles gegeben“, so Helmut Humkamp.

Rat muss grünes Licht geben

Und so hielt auch die Politik ihr Wort und winkte die Einziehung der benötigten öffentlichen Flächen einstimmig bereits durch den neuerlichen Bezirksausschuss sowie den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Nun muss der Rat am 20. Februar grünes Licht geben.

„Erst dann atme ich durch, das wäre für mich eine große Erleichterung“, blickt Demir trotz der bisherigen klaren Abstimmungsergebnisse immer noch ein wenig skeptisch in Richtung Ratssitzung.

Geplanter Einzug: Frühjahr 2020

Dennoch treibt er mit Humkamp den Bau im Hintergrund bereits voran. „Wenn alle Formalitäten geklärt sind, würden wir gern bereits im April starten“, so Demir, „und Ende Januar oder Anfang Februar 2020 würden wir gern einziehen“. Und bis dahin wird Yusuf Demir genau beobachten, wie „sein Baby“ von Tag zu Tag wächst.

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