Petition löst Debatte aus

Muezzin in Recklinghausen?

Ensar Kurt kandidiert nicht mehr für den Integrationsrat. Archiv- Jörg Gutzeit

Ensar Kurt kandidiert nicht mehr für den Integrationsrat. Archiv- Jörg Gutzeit

Recklinghausen.  In einer Online-Petition fordern mehr als 11.000 Menschen den verpflichtenden Gebetsaufruf für Muslime. Ensar Kurt, noch Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Recklinghausen, sieht darin Probleme.

"Es ist [...] an der Zeit, daß Muslime besser in die Bundesrepublik Deutschland integriert werden und Ihre Religion vollständig ausüben können. Dazu gehört auch der tägliche Gebetsruf (Adhan) der für Muslime 5x täglich ausgerufen werden muss!" So fordert es Alexander Neß in einer Online-Petition, die in Kürze der Bundesregierung übergeben werden soll - mehr als 11.000 Menschen haben seinen Aufruf bereits unterzeichnet und damit eine Debatte losgetreten.

Ensar Kurt: Ruf zum Nachtgebet wäre problematisch

Ein Muezzin in Recklinghausen, wäre das realisierbar? Bedenken äußert Ensar Kurt, bis zur Neukonstituierung noch Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Recklinghausen, bei unserem Radiosender Radio Vest. In seinen Augen könnte beispielsweise der Ruf zum Nachtgebet nichtmuslimische Anwohner verärgern und stören.

Jetzige Regelung gilt auch für Kirchenglocken

Die Petition wird in den kommenden Wochen von der Bundesregierung geprüft. Erst dann wird sich zeigen, ob tatsächlich ein flächendeckender Ruf des Muezzin eingeführt wird. Derzeit gilt für muslimische Gebetsaufrufe das Gleiche wie auch für Glockengeläut: Er darf nicht länger als drei Minuten dauern und eine Lautstärke von 60 Dezibel nicht überschreiten.



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