Einzelhandel

Lidl-Markt in Westerholt wird im Sommer größer und heller

Der Lidl-Markt an der Bahnhofstraße in Westerholt soll im Sommer abgerissen und durch einen größeren Neubau ersetzt werden.

Der Lidl-Markt an der Bahnhofstraße in Westerholt soll im Sommer abgerissen und durch einen größeren Neubau ersetzt werden.

Foto: Carola Wagner

Herten-Westerholt.  Discounter plant Abriss. Während der Bauphase wird die ohnehin mäßige Lebensmittelversorgung in Westerholt und Bertlich noch dünner.

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Die Lebensmittel-Versorgung im Westerholter Norden und in Bertlich ist nicht üppig. Demnächst entfällt auch noch für mehrere Monate der Lidl-Markt an der Bahnhofstraße – der einzige Discounter zwischen dem „real“-Warenhaus und dem Westerholter Rewe-Supermarkt.

Kein Wunder, dass seit Tagen die Gerüchteküche brodelt. Von der Schließung für eine Modernisierung ist da immer wieder die Rede. Und das stimmt auch. Die Ende 2005 eröffnete Filiale an der Bahnhofstraße 140-142 wird nicht nur modernisiert, sondern abgerissen und komplett neu errichtet: topmodern, deutlich heller und vor allem größer. Das bestehende Gebäude lässt sich offenbar nicht so umbauen, dass es dem aktuellen Filialkonzept von Lidl gerecht werden kann.

Große Glasfront

Mit einem Pultdach, einer Fassade aus Aluminium-Platten („Alucubond“) und einer großen Glasfront, durch die viel Tageslicht ins Innere fällt, wird sich die neue Filiale deutlich von dem heutigen Klinkerbau mit Spitzdach unterscheiden.

Bei der künftigen Verkaufsfläche will sich der Discounter-Konzern noch nicht in die Karten schauen lassen. Aus den heute rund 800 Quadratmetern werden auf jeden Fall mehr als 1000, üblich sind bei Discounter-Neubauten heute etwa 1200 Quadratmeter. „Die größere Verkaufsfläche nutzen wir für breitere Gänge und eine ansprechende Warenpräsentation“, erklärt Steffen Mehrhoff, Immobilienleiter der Lidl-Regionalgesellschaft Herne. „Wir wollen unseren Kunden eine moderne Einkaufsstätte mit attraktiven Einkaufsbedingungen präsentieren.“ Rund 3800 Einzelartikel hat Lidl zur Zeit im Sortiment.

Auch technisch wird sich eine Menge tun. Ein umweltfreundliches Anlagensystem steuert die Kühlregale und -truhen, die Klimatisierung und Heizung, wodurch keine fossilen Brennstoffe mehr benötigt werden. Es kommen außerdem energiesparende LED-Lampen zum Einsatz, die laut Lidl im Vergleich zu herkömmlicher Beleuchtung bis zu 42.000 Kilowattstunden Strom und rund 17 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Eine Photovoltaik-Anlage erzeugt Strom, mit dem während der Öffnungszeiten auch zwei kostenlos nutzbare Elektro-Ladesäulen auf dem Kundenparkplatz betrieben werden.

Ladesäule für Autos

Doch um all das zu realisieren, muss die bestehende, knapp 14 Jahre alte Filiale geschlossen und abgerissen werden. Das soll Lidl zufolge im kommenden Sommer passieren. Einen konkreten Termin könne man derzeit noch nicht nennen, heißt es aus dem Unternehmen. Der Neubau soll jedenfalls rasant über die Bühne gehen, noch im Herbst dieses Jahr soll bereits der neue Lidl-Markt öffnen.

>>>>>> Das sagt die Kundschaft

„Der Lidl hier an der Bahnhofstraße, das ist mein Laden“, sagt Bärbel Hedt. Sie sei fast jeden Tag zum Einkaufen dort, erklärt die Bertlicherin. „Da gibt es zwar Real, aber das ist mir viel zu teuer.“ Sie selbst wird vorübergehend bei Kaufland in Herten-Mitte einkaufen, wenn die Lidl-Filiale an der Bahnhofstraße geschlossen ist.

„Aber für die Leute aus Bertlich wird das eine schlimme Zeit – besonders für die Alten, die nicht mobil sind. Da ist ja sonst weit und breit nichts.“ Dass der Discounter abgerissen und neu gebaut wird, versteht sie nicht. „Komisch ist das schon. Das Gebäude sieht doch noch so gut aus.“

Gute Parkmöglichkeiten

Obwohl sie kürzlich nach Disteln umgezogen ist,wo es ebenfalls einen Lidl-Markt gibt, kommt Ursula Lewandowski gerne zum Einkaufen nach Westerholt. „Der Lidl hier ist mir sympathischer. Das Gelände ist übersichtlich und man kann gut parken.“ Wenn Lidl an der Bahnhofstraße schließt, will sie bis zur Neueröffnung einen noch längeren Weg auf sich nehmen und in einem Discounter in Gelsenkirchen einkaufen. „Das Gelände und die Parkplatzsituation im Distelner Einkaufszentrum gefallen mir gar nicht.“

Annegret Gerward und Brigitte Fabricius staunen: „Wie, der Markt hier wird neu gebaut? Das Gebäude ist doch noch gar nicht alt!“ Die Seniorinnen kommen gerne und oft zum Einkaufen her – mal mit dem Auto, aber meistens zu Fuß. Problematisch finden sie die Schließung nicht. „Es gibt hier im Umkreis ja Rewe, Real und Aldi.“ Damit fühlen sich die beiden gut versorgt. „Das ist natürlich ein Stück zu laufen, da muss man dann mit dem Trolli gehen.“

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