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Katzenfreunde in Not

Andrea Henrich von den Katzenfreunden Datteln mit dem kleinen „Monty“. „Er saß vor dreieinhalb Wochen in einem Vorgarten in Recklinghausen, klitzeklein und nass und hat geschrien“, sagt die Tierfreundin. In Andrea Henrichs Wohnung geht es „Monty“ wie den anderen Pflegekatzen gut. Alle warten auf neue Besitzer.

Foto: ANDREAS KALTHOFF

Andrea Henrich von den Katzenfreunden Datteln mit dem kleinen „Monty“. „Er saß vor dreieinhalb Wochen in einem Vorgarten in Recklinghausen, klitzeklein und nass und hat geschrien“, sagt die Tierfreundin. In Andrea Henrichs Wohnung geht es „Monty“ wie den anderen Pflegekatzen gut. Alle warten auf neue Besitzer. Foto: ANDREAS KALTHOFF

Datteln.  90 Tiere haben die Katzenfreunde Datteln seit der Gründung vor zwei Jahren vermittelt. Nun ist es an der Zeit für ein Zwischenfazit der Vereinsarbeit.

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Für Andrea Henrich ist die Sache klar: Katzen sind die besseren Menschen. "Katzen sind immer ehrlich. Sie sind sozial. Mal fern, mal nah, ein unergründliches Wesen", sagt die Schriftführerin des Vereins Katzenfreunde Datteln. Dass in dem Mehrfamilienhaus an der Margaretenstraße eine ausgemachte Katzenfreundin wohnt, ist schon im Hausflur nicht zu übersehen. Die Wände hängen voller Tierfotos und nach dem Türöffnen schnurrt einem augenblicklich der erste Stubentiger um die Beine. Wie viele Tiere sie zu Hause pflegt, will Andrea Henrich nicht verraten. Es sind einige: Katzenbaby "Monty", Diabetiker "Fritzi", "Sophie" aus Bielefeld, die mit drei Kitten trächtig war, als sie von den Katzenfreunden aufgenommen wurde…

Da überrascht die Beichte der 54-Jährigen: "Früher mochte ich keine Katzen." Vor 30 Jahren nahm sie die alte Katze einer Arbeitskollegin bei sich auf: "Minka". Längst will Andrea Henrich nicht mehr ohne Katzen leben. Das Wesen der Tiere fasziniert sie. Und deshalb kann sie es nicht ertragen, wenn Katzen leiden müssen. Selbst kranke, wild geborene Kitten nimmt sie bei sich auf. Zehn "Flaschenkinder", wie sie die Katzenbabys nennt, haben die Katzenfreunde allein in diesem Jahr aufgepäppelt. Eines dieser ehemaligen Streunerbabys, "Mia", hat in diesem Jahr die Vereinskasse gesprengt. Vier Wochen lang war die schwer kranke Katze beim Tierarzt untergebracht, musste dreimal operiert werden. Das habe 1800 Euro gekostet, sagt Andrea Henrich. Sie hofft, dass das Minus in der Vereinskasse durch Spenden gestopft wird.

"Die Spendenbereitschaft ist zurückgegangen. Das ist manchmal wie betteln", sagt die Katzenfreundin. "Was wir haben, landet beim Tierarzt oder wird für Futter ausgegeben. Es ist schwer, über die Runden zu kommen." Trotz der angespannten Finanzlage will sie kein krankes Tier aufgeben. "Das Leben ist das wertvollste, das es gibt. Dem bringe ich Respekt entgegen."

Vier Mitglieder bilden den Vorstand, drei weitere Tierfreunde helfen ehrenamtlich. Das Aufpäppeln von Kitten sei ein 24-Stunden-Job, sagt Andrea Henrich. Tierheime könnten so etwas gar nicht leisten, meint sie. "Wir werden gebraucht. Wir kümmern uns um Notfälle." Die Mitglieder kommen alle aus dem Tierschutz. Einige waren früher im Dattelner Tierschutzverein aktiv. Warum es damals zum Zerwürfnis kam, will Andrea Henrich nicht mehr thematisieren.

Rund 90 Katzen hätte der Verein in den vergangenen zwei Jahren vermittelt, sagt Andrea Henrich. Zurzeit warten 12 Tiere auf neue Besitzer. Aber ab Sonntag, 10. Dezember, ist erst einmal Abgabestopp bis Neujahr. "Vor Weihnachten wird nicht vermittelt", sagt Andrea Henrich. "Man kann uns gerne besuchen und auch ein Tier aussuchen, aber unsere Tiere landen nicht unterm Weihnachtsbaum. Die Weihnachtstage wären auch viel zu stressig im neuen zu Hause", weiß die Tierschützerin.
Spenden und Helfer sind bei den Katzenfreunden Datteln immer willkommen. Besuchstermine können telefonisch oder via Facebook vereinbart werden. Kontakt: Tel. 01 76/38 67 66 82 oder Tel. 0 23 63/9 76 45 00
Spendenkonto: IBAN DE60 4265 0150 0020 0900 98

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