Anwohner klagen

Genervt von Lärm und Dreck

Sind den Dreck und den Lärm leid, den Lkw und Bagger auf dem ehemaligen Zechensportplatz an der Backumer Straße verursachen: (v.l.) Marita und Harald Hänsel sowie Dörthe und Michael Weinhardt.

Sind den Dreck und den Lärm leid, den Lkw und Bagger auf dem ehemaligen Zechensportplatz an der Backumer Straße verursachen: (v.l.) Marita und Harald Hänsel sowie Dörthe und Michael Weinhardt.

Foto: Daniel Maiss?

Herten.  Der Bagger hat seine Arbeit beendet. Die Schaufel muss aber noch gesäubert werden. Immer wieder lässt der Fahrer sie hin- und herschlagen, begleitet von einem lauten Krachen. Das, so Harald Hänsel, hören wir mehrfach täglich. Die Lastwagen sind aber noch viel schlimmer.

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Mit seiner Frau Marita wohnt Harald Hänsel an der Hahnenbergstraße. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der ehemalige Zechensportplatz an der Backumer Straße. Die 11.573 Quadratmeter große Fläche wird seit längerer Zeit schon als Be- und Entladeplatz für Baustellen benutzt.

Momentan - so die Hänsels - kämen täglich mehrere Lkw. "Zum Beispiel von der Baustelle auf der A43", hat Harald Hänsel herausgefunden. Die Laster laden dann Bauschutt ab. Das allein mache schon Krach, das Schlimmste wäre aber, wenn nach dem Entladen die Ladeklappe des Lkw zurückschwingt und Metall auf Metall trifft. "Das passiert mehrmals am Tag, gern aber auch schon morgens um 6 Uhr. Da steht man dann senkrecht im Bett", so Harald Hänsel.
Balkone werden schon lange nicht mehr genutzt
Die Hänsels sind Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft mit elf Häusern. Alle liegen in direkter Nähe zum Umladeplatz, manche gerade mal gute 20 Meter Luftlinie entfernt. "Auf den Balkonen dort hat schon lange keiner mehr gesessen", weiß Harald Hänsel. Das läge aber nicht nur am Lärm. "Wenn da gearbeitet wird, staubt das oft wie verrückt. Dazu kommen die Dieselabgase."

Zur Gemeinschaft - es handelt sich um mehr als 100 Anwohner - gehören auch Dörthe und Michael Weinhardt. Zusammen mit den Hänsels haben sie sich der Sache im Namen aller angenommen. Sie wollen den Lärm und den Dreck nicht mehr hinnehmen. Michael Weinhardt hat sich deshalb schon mehrfach an die Stadtverwaltung gewandt. "Ich höre aber immer nur: Dafür bin ich nicht zuständig". Seit Wochen versuche er nun eine konkrete Aussage zu erhalten, ob alles rechtens ist, was auf der Fläche vor sich geht. Weinhardt: "Erfolglos - das frustriert".
"Seit Beginn des Jahres ist hier täglich Betrieb"
Mit Ehefrau Dörthe wohnt er seit 13 Jahren an der Hahnenbergstraße, die Hänsels seit zehn. Lange lag der ehemalige Sportplatz brach. "Vor ungefähr drei Jahren kamen die ersten Lkw", erinnert sich Harald Hänsel. Danach gab es immer wieder Pausen. "Seit Beginn des Jahres ist hier aber täglich Betrieb", sagt Michael Weinhardt.

Alle Häuser haben Balkone, dazu gibt es Gemeinschaftsgärten. "Nichts davon können wir vor 18 Uhr nutzen", so Harald Hänsel. Michael Weinhardt ergänzt: "Wir fühlen uns hilflos und auch von der Stadt allein gelassen."
Zumindest eine gute Nachricht gibt es für die Anwohner. Für den Eon-Konzern, dem das Areal gehört, ist das Be- und Abladen von Bau-Materialien und Schutt nur eine "Zwischenlösung", wie Pressesprecher Dr. Christian Drepper auf Nachfrage erklärt. "Wir haben einer Firma die Erlaubnis erteilt, die Fläche zu nutzen". Man habe aber mittlerweile Gespräche mit der Stadt geführt, was die zukünftige Nutzung angeht.
Gespräch mit dem Bürgermeister
Wie diese konkret aussehen könnte, ist allerdings noch offen. Die Stadt erklärte auf Nachfrage, dass sie wegen der Fläche zwar ein Gespräch mit Eon und einem Investor geführt habe, Nahversorgung - sprich der Bau eines Supermarktes - dort allerdings zum Beispiel nicht geplant sei, da man weiterhin starkes Interesse daran habe, diese "an der Kranzplatte in Langenbochum zu realisieren. Dazu sind auch schon mehrere Gespräche geführt worden."

Auf ein solches setzen auch die Ehepaare Weinhardt und Hänsel. Morgen haben sie einen Termin bei Bürgermeister Fred Toplak. Und so bleibt die Hoffnung, dass sie ihre Balkone in diesem Sommer vielleicht doch noch nutzen können - ohne Lärm und Dreck.

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